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Artikel „Schlüter, Johann Christoph“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 31 (1890), S. 614–615, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schl%C3%BCter,_Johann_Christoph&oldid=- (Version vom 18. November 2019, 04:11 Uhr UTC)
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Band 31 (1890), S. 614–615 (Quelle).
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Schlüter: Johann Christoph S., Philologe, 1767–1841. Er wurde zu Münster in Westfalen am 6. November 1767 geboren, besuchte das dortige Gymnasium bis 1785 und studirte dann auf der Universität der Vaterstadt vier Jahre lang Theologie. Die Priesterweihe nahm er jedoch nicht, da er schon damals sich vornehmlich zu philologischen Studien hingezogen fühlte. Von 1789 an war er zehn Jahre lang Hauslehrer im freiherrlich Ketteler’schen Hause und ging dann 1799 noch auf ein Jahr nach Göttingen, um hier ausschließlich philologischen und philosophischen Studien zu leben. Im J. 1800 habilitirte er sich in Münster als Privatdocent, wurde bereits 1801 Professor des deutschen Stils und der deutschen Litteratur, 1804 auch der römischen Litteratur. Mehrfache Berufungen in auswärtige Stellungen, u. A. 1808 nach München, lehnte er ab und blieb der heimathlichen Universität auch nach ihrer durch die preußische Verwaltung vollzogenen Umgestaltung zur Akademie treu. 1816 wurde er zum Consistorialrath bei dem Consistorium und Provinzial-Schulcollegium in Münster ernannt, gab dieses Amt aber nach zwei Jahren wieder auf und behielt nur die Leitung und Mitgliedschaft der wissenschaftlichen Prüfungscommission bei. 1839 promovirte die Bonner philosophische Facultät ihn honoris causa zum Doctor. Seit 1836 war er ständig Rector der Akademie und starb in diesem Amte am 8. October 1841 (nicht 1844, wie Eckstein im Nomencl. angibt). – S. hat sich namentlich durch seine vortrefflichen Uebersetzungen des Tacitus und Sallustius bekannt gemacht, welche – zum Theil mehrfach aufgelegt – in den Jahren 1794 bis 1821 erschienen sind; auch eine Uebersetzung der Andria des [615] Terentius und der Dialoge Fenelon’s gab er heraus. Seine zahlreichen kleineren Arbeiten sind bei Raßmann verzeichnet; eine Biographie Schlüter’s veröffentlichte 1845 sein Sohn Anton Aloys S., der sich ebenfalls als Philologe und Schulmann rühmlich bekannt gemacht hat. In Münster am 9. Februar 1803 geboren, besuchte er das dortige Gymnasium bis 1820, darauf die Münster’sche Akademie und die Bonner Universität bis 1824, wurde dann Gymnasiallehrer in Arnsberg, von dort aus 1828 vom Ministerium zu einjährigen weiteren Studien in Berlin beurlaubt und unterstützt, 1830 Oberlehrer, 1833 Dr. phil. („De Aesculapii cultu a Romanis adscito“) und 1843 Professor. Ostern 1846 wurde er zum Director des Gymnasiums in Coesfeld ernannt und starb daselbst am 26. October 1870.

Ant. Al. Schlüter, Mittheilungen aus dem Leben Dr. Joh. Chr. Schlüter’s, mit einem Bildnisse desselben, 1845. – Raßmann, Nachrichten von dem Leben und den Schriften Münsterländischer Schriftsteller, 1866, S. 292 ff. (Hier auch auf S. 294 ein Verzeichniß der Schriften des Sohnes.) – N. Nekrolog für 1841, S. 1367.