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Artikel „Schirmer, August Wilhelm Ferdinand“ von Franz Vallentin (Kunsthistoriker) in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 54 (1908), S. 28–29, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Schirmer,_August_Wilhelm_Ferdinand&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 07:25 Uhr UTC)
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Schirmer: August Wilhelm Ferdinand Sch., Maler, geboren am 6. Mai 1802 in Berlin, † am 8. Juni 1866 in Nyon am Genfer See. Die erste Schulung erhielt Sch. an der Berliner Porzellanmanufactur unter Völker; er besuchte dann die Akademie daselbst als Schüler Schadow’s, dem er jedoch nicht nach Düsseldorf folgte. Auch wirkte hier Schinkel besonders auf ihn ein. In den Jahren 1827–30 hielt er sich in Italien auf, wo unter dem Einfluß von Koch, Reinhardt und Turner und dem Eindruck der südlichen Natur seine eigenthümliche coloristische Kraft sich entwickelte und ausreifte. 1831 siedelte er wieder nach Berlin über und gründete hier ein Atelier, das in kurzer Zeit einen bedeutenden Ruf erlangte und zum Mittelpunkt eines großen Schülerkreises wurde. In der Folge erhielt er durch seine Ernennung 1835 zum Mitglied, 1839 zum Lehrer, 1840 zum Professor und 1852 zum Senatsmitglied der Akademie die Gelegenheit, seine Wirksamkeit als Lehrer im ausgedehntesten Umfange auszuüben. Noch zwei Mal, in einem Abstand von zwanzig Jahren, besuchte er Italien, 1845 und 1865. Während seines letzten Aufenthaltes erkrankte er in Rom, trat, ohne seine völlige Genesung abzuwarten, die Rückreise an und starb auf derselben am 8. Juni 1866 in Nyon am Genfer See.

In seinen Arbeiten zeigt sich eine träumerische, poetische Natur, die ihren besten Ausdruck in der heroischen Landschaft des Südens findet. Die Phantasie des Künstlers breitet jedoch über diese Landschaften die romantische Stimmung des Fremdlings und wandelt sie zu Wundererscheinungen der Farbe um, die in ihrer Intensität über die Wirklichkeit hinausgeht. Mit einer unvergleichlich größeren Freiheit der intuitiven Anschauung und einer noch viel stärkeren Neigung zum Phantasmus zeigt sich Schirmer’s Anlage in dem Typus Böcklin’s. Nebst den drei Bildern der kgl. Nationalgalerie in Berlin: Küste bei Neapel (1864), Italienischer Park (1856), Tasso’s Haus in Sorrent (1837) seien noch folgende erwähnt: Hafenthor von Genua, Hain am Meer (1843), Thal Narni, Monte Soratte, Abendlandschaft am Comer See, zwei [29] Ansichten der Villa Glienicke, Ansicht vom Vatican, Ansicht von Prenzlau, Ansicht von Meißen.

Auch im Wandbild leistete S. Hervorragendes. Von den landschaftlichen Wandbildern des Neuen Museums in Berlin fallen nur Schirmer’s Ansichten aus Griechenland und Aegypten durch ihre stimmungsvolle, satte Farbengebung ins Auge. Im Albrechtschloß in Dresden und im Kronprinzenpalais in Berlin tritt uns seine Begabung für die decorative Landschaft in noch größerem Umfange entgegen.

Singer, Künstlerlexikon.