ADB:Salomo II.

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Artikel „Salomo II.“ von Paul Ladewig in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 276–277, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Salomo_II.&oldid=- (Version vom 24. Oktober 2021, 18:05 Uhr UTC)
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Salomo II., Bischof von Constanz, 875–889, Sohn einer Schwester Bischof Salomo I., vielleicht wie jener in Fulda, jedenfalls von Erzbischof Liutbert von Mainz erzogen. Er wurde nach der kurzen Amtsführung zweier in hohem Alter auf den bischöflichen Stuhl erhobener Vorgänger Ende 875 Bischof. In dem sogenannten Formelbuch Salomo III. von Constanz besitzen wir für S. in einer Anzahl von ihm geschriebener und an ihn gerichteter Briefe ein Material von einziger Intimität des Lebens und Treibens der Zeit, welches zugleich in weitreichende und vielfache Beziehungen blicken läßt. Da ist erhalten ein Brief an einen Vicedom des Bischofs, dem nach Rom reisenden Bischof Gebhard von Speier Quartier zu bereiten, worauf in drastischen Formen dieser die betreffenden Anweisungen erlässt; da empfiehlt er dem Bischof Andreas von Florenz einen Clerikus (seinen Neffen Waldo oder Salomo?): den Sohn seiner Cousine Waldo empfiehlt er an den Bischof Witgar von Augsburg. Liebenswürdig ist ein Entschuldigungsschreiben desselben Neffen oder seines Bruders Salomo, der durch Sturm auf dem Bodensee an der Rückkehr zu ihm verhindert, um Vergebung bittet, er sei nur im Hause seines Bruders gewesen und bitte den Bischof, seine Hand von ihm nicht abzuziehen und zu hindern, daß seine Vorgesetzten in St. Gallen dies thäten, so daß er zum Ackerbau zurückkehren müßte. Beide Neffen hat S. mit weitgehender Fürsorge gefördert. Selbstverständlich stand auch er die kurze Zeit, die Ludwig d. D. noch regierte, zu diesem in Beziehungen; er entschuldigt sich bei ihm gleich im Anfang seiner Amtszeit, Januar 876, daß er wegen Krankheit nicht sich persönlich vorstellen könne, und übermittelt kostbare überseeische Geschenke. Mehrfach finden wir ihn dann in Karl’s III. Nähe: so geht er 877/878 in dessen Auftrage nach Luxeuil, und unterrichtet ebenso 878 den Erzbischof Theodorich von Bisanz, daß des Königs Wahl für einen Bischof von Lausanne auf einen gewissen Cleriker gefallen sei. Der Bischof von Brescia sucht bei Salomo II. Informationen über das Verhältniß der Söhne Ludwig’s untereinander und zu ihrem Vetter Ludwig dem Stammler, dem Sohne Karl’s – nicht „Neffen Karl“, wie infolge eines ärgerlichen Uebersehens in den von mir bearbeiteten Regesten der Bischöfe von Constanz N. 169.170 steht – und über das Schicksal Italiens. Freilich faßte S. die Lage viel freundlicher auf, als sie war; nur über das Verhältniß der Söhne Ludwig’s zu ihrem Vetter gibt er an nichts zu wissen, wenn er auch von den guten Absichten der ersteren überzeugt ist. S. widmete sich mit Eifer seiner Diöcese, sobald er Bischof geworden. Darum mußte er Erzbischofs Liutbert’s Einladung zum Provinzialconcil ausschlagen: er sei in der Diöcese abgehalten, die seit neun Jahren von seinen altersschwachen Vorgängern nicht visitirt worden sei; er berichtet dem Erzbischof, von dessen Erziehung er mit der größten Dankbarkeit spricht, auch über getroffene Maßregeln in seiner Diöcese. – Die mit St. Gallen getroffene Vereinbarung unter Salomo I. hatte schon unter ihm ein Nachspiel, indem er zum Ausgleich bestehender Streitigkeiten einige Güter mit dem Kloster austauschen mußte. Er starb wol noch nicht bejahrt am 23. December 889.

Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reiches², Bd. 2, 3 passim. – Dümmler, Formelbuch Salomo I. II. von C. Leipzig 1857. – Zeumer, Ueb. d. alam. [277] Formelsammlungen NA. 8, 473–553 (Form. Salom. 506–540). – Ladewig, Reg. der Bischöfe von Constanz I, N. 155–176 (S. 22–24).