ADB:Rute, Hartwig von

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Artikel „Rute, Hartwig von“ von Konrad Burdach in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 38, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Rute,_Hartwig_von&oldid=- (Version vom 7. August 2020, 02:19 Uhr UTC)
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Rute: Hartwig v. R., Minnesänger. Ein ritterliches Geschlecht dieses Namens gab es im 12. Jahrhundert sowohl in Baiern als in Oberösterreich: ein H. v. R. begegnet in bairischen und oberösterreichischen Urkunden von 1100 bis 1150. Der Dichter muß aber etwa um zwei Generationen jünger gewesen sein. Ob er aus Baiern oder Oberösterreich stammte, bleibt unentschieden. Da er noch nicht rein reimt, auch nach romanischer Art noch zwei Reime durch eine Strophe hindurchführt, darf man seine Dichtung vor 1190 zurücksetzen. Eins seiner Lieder ist in der Trennung von der Geliebten entstanden, vielleicht auf einem Kriegszug, wahrscheinlicher ist’s aber, daß R. an einer jener zahlreichen Kreuzfahrten Theil nahm, die in der Zeit zwischen dem zweiten und dritten Kreuzzug von Deutschland aus unternommen wurden. – Die wenigen Gedichte, welche uns von R. vorliegen, zeigen doch eigenartigen Charakter: neben entschiedener Nachahmung romanischer Formen und auffällig complicirtem Satzbau verräth sich ein kräftiges, selbständiges, männliches Talent. In seinen Huldigungen weht ein Hauch von der Leidenschaft eines Helden und wir spüren an jedem Worte fast, hier redet ein Ritter, ein tapferer und herzhafter Mann. Es ist so selten, daß ein deutscher Minnesänger uns auch einen Blick eröffnet in sein Leben: hier blicken wir wirklich in eine Welt voll Wagniß und Gefahr, voll Muth und Thaten, voll Trotz und starker Liebe, voll sittlicher Selbstbeherrschung.

von der Hagen, Minnesinger II, 63 ff., III, 661 ff., 406 ff. – Des Minnesangs Frühling (hrsg. von Lachmann und Haupt), Nr. XV. – Kummer, Herrand von Wildonie, Wien 1880, S. 65 ff. – Burdach, Reinmar der Alte und Walther von der Vogelweide, S. 42 ff.