ADB:Rüte, Christian Georg Theodor

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Rüte, Christian Georg Theodor“ von August von Rothmund in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 30 (1890), S. 38–39, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:R%C3%BCte,_Christian_Georg_Theodor&oldid=- (Version vom 29. Januar 2020, 10:52 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Rute, Hartwig von
Nächster>>>
Rüte, Hans von
Band 30 (1890), S. 38–39 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Christian Georg Theodor Ruete in der Wikipedia
GND-Nummer 11860399X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|30|38|39|Rüte, Christian Georg Theodor|August von Rothmund|ADB:Rüte, Christian Georg Theodor}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=11860399X}}    

Ruete: Christian Georg Theodor R. ist am 2. Mai 1810 in Scharmbeck im Herzogthum Bremen geboren und bildete sich für die Augenheilkunde unter dem berühmten Professor Himly aus. Zuerst gründete R. in Göttingen als Privatdocent eine Klinik für Augenkranke und wurde im Jahre 1841 außerordentlicher Professor. 1852 wurde R. als ordentlicher Professor und Director der Augenheilanstalt und ophthalmiatrischen Klinik nach Leipzig berufen. Fast in jedem Capitel hat R. verdienstvolles geleistet. Der Schwerpunkt hiervon ist sein ausgezeichnetes Handbuch, in dem er zuerst versuchte, den damaligen physikalisch-physiologischen Standpunkt mit dem praktischen zu vereinigen. Ebenso erwarb sich R. große Verdienste um die Einführung des von Helmholtz entdeckten Augenspiegels in die Praxis, indem er ein solches Instrument statt aus unbelegten Glasplatten mittels eines durchbohrten Concavspiegels mit Sammellinse construirte. Sein ophthalmoscopischer Atlas gab zum ersten Mal der medicinischen Welt Zeugniß von den Veränderungen des Augenhintergrundes bei verschiedenen Krankheiten, wenn auch diese Abbildungen [39] in Bezug auf Genauigkeit weit den späteren von Ed. Jaeger und Liebreich nachstehen. Um die Bewegungen des Auges zu veranschaulichen, construirte N. ein äußerst sinnreiches Instrument, das er Ophthalmotrop nannte. Ebenso machte er die ersten gründlichen Untersuchungen über die Entstehung des Schielens auf anatomisch-physiologischer Basis. Außerdem zeichnete sich R. durch vielseitige medicinische Bildung und großes Lehrtalent aus, wie seine bekannte Antrittsrede als Rector der Universität Leipzig über die Existenz der Seele vom naturwissenschaftlichen Standpunkt bewies, eine Abhandlung, in welcher er sich offen zu der Annahme zweier Principien in der Natur, eines geistigen und eines physischen bekannte, und zugleich erklärte, daß auch für den menschlichen Verstand Unbegreifliches geschehen könne. R. starb am 23. Juni 1867 infolge eines Schlaganfalles.