ADB:Roos, Johann Melchior

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Artikel „Roos, Johann Melchior“ von Heinrich Weizsäcker in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 53 (1907), S. 458, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Roos,_Johann_Melchior&oldid=- (Version vom 8. August 2020, 06:10 Uhr UTC)
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Roos: Johann Melchior R., Maler und Radirer, geboren in Frankfurt a. M. 1659, † ebenda 1731. Zweiter Sohn des Thiermalers Johann Heinrich Roos und dessen Schüler; weiterhin auf Reisen (1686 bis 1690 in Italien) gebildet. Der Richtung seines Vaters folgend, hat R. vorwiegend Thierstücke gemalt, seltener jedoch hat er die von jenem bevorzugten Gegenstände gepflegt, die meist Herden unter der Obhut ihrer Hirten zeigen, sondern sich vorzugsweise mit der Darstellung von Jagdwild und wilden Thieren überhaupt abgegeben. Seine Bilder aus dem Thierleben zeigen Hirsche, Rehe, Bären, neben diesen einheimischen Thiergattungen aber auch solche aus südlicheren Zonen, wie Löwen und Tiger. Verglichen mit den Werken seines Vaters erscheinen die Malereien von Joh. Melchior R. mit wenig Ausnahmen schwächer in der Zeichnung und flauer im Ton, und vielleicht haben die ältesten Nachrichten, die wir haben, Recht mit der Behauptung, daß Fleiß und Beharrlichkeit nicht immer auf gleicher Höhe mit der unleugbaren Begabung gestanden haben, die ihn auszeichnete. Von capriciösen Einfällen und verschwenderischen Neigungen des Künstlers wissen nebenbei der Frankfurter Hüsgen und der ältere holländische Künstlerbiograph Campo Weyermann zu berichten, von denen der letztere ihn 1709 in Frankfurt persönlich kennen gelernt hat. Bilder von ihm finden sich in zahlreichen deutschen Sammlungen, in Frankfurt sowohl in altheimischem Privatbesitz, als auch in den Galerien des Städel’schen Kunstinstituts und des Städtischen Historischen Museum. An Radirungen ist von der Hand des Künstlers nur ein Blatt bekannt, jedoch läßt dessen gewandte Ausführung darauf schließen, daß er sich in dieser Technik nicht nur vorübergehend bethätigt hat.

Hüsgen, Artistisches Magazin (1790), S. 257 ff., 632. – Gwinner, Kunst und Künstler in Frankfurt a. M. (1862), S. 216 ff. und ebenda „Zusätze“ etc. (1867), S. 75. – Bartsch, Le peintre-graveur IV, 395 ff. – Woltmann-Woermann, Geschichte der Malerei III, 879 f. – Janitschek, Geschichte der deutschen Malerei, S. 572 f.