ADB:Robida, Lucas

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Robida, Lucas“ von Karl Ernst Hermann Krause in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 723–724, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Robida,_Lucas&oldid=- (Version vom 9. August 2020, 17:28 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Roberthin, Robert
Nächster>>>
Robinson, Therese
Band 28 (1889), S. 723–724 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand September 2013, suchen)
GND-Nummer 13800076X
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|28|723|724|Robida, Lucas|Karl Ernst Hermann Krause|ADB:Robida, Lucas}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=13800076X}}    

Robida: Lucas (Karl) R., geboren am 13. October 1804 in Malavas, einem Dorfe bei Laibach, wurde von seinem Vater auf Zureden des Ortspfarrers 1815 in die deutsche Hauptschule nach Laibach geschickt, welche er bis 1818 besuchte. Talent und Vorliebe für Mathematik und Physik zeigten sich frühzeitig und veranlaßten R., sich in diesen Wissenschaften auszubilden, um sich dem Lehrfach zu widmen. 1825 trat er in das Benedictinerstift St. Paul im Lavantthale, wo ihm die Aussicht auf einen Lehrstuhl im Lyceum in Klagenfurt eröffnet wurde. 1829 legte er die feierlichen Gelübde ab, erhielt den Klosternamen Karl und empfing die Priesterweihe. 1830 trat er als Lehrer in die sogenannte Humanitätsclasse des Lyceums in Klagenfurt ein, 1846 wurde ihm nach dem Tode des Lehrers der Mathematik, des Professor Achazel, dessen Stelle provisorisch übertragen. 1841 brachte er die Schulferien in Wien zu, um sich unter Anleitung des Dr. Weiser im physikalischen Experimentiren zu vervollkommnen. Dasselbe wiederholte er 1847, in welchem Jahre er bei Dr. Heßler arbeitete, um dann auch den Unterricht in der Physik provisorisch zu übernehmen. 1851 legte er in Innsbruck die Prüfung für die Lehrbefähigung in der Mathematik und Physik ab und erhielt dann die Professur für diese beiden Wissenschaften am Lyceum zu Klagenfurt, in welcher Stellung er bis 1874 verblieb. Altersschwäche halber mußte er im Herbst 1874 in den Ruhestand treten. Nach längerem, schweren Leiden verstarb R. am 4. October 1877 zu Klagenfurt. R. hat in den Jahren von 1853 bis 1866 eine Reihe von selbständigen Broschüren veröffentlicht, außerdem Abhandlungen in den Jahresprogrammen des Gymnasiums, beides in deutscher Sprache. Von diesen Schriften sind zu nennen: „Entwicklungsgang der Physik von den ältesten Zeit bis auf die Gegenwart.“ [724] Klagenfurt 1854; „Grundzüge einer naturgemäßen Atomistik“ ib. 1859; „Erklärung der Lichterscheinungen nach den Grundzügen der Atomistik“ 1861 und 1862; „Höhenbestimmungen der Erdatmosphäre“. Als geborener Slovene hatte R. aber auch ein warmes Interesse für die Cultur seines Volkes, was ihn veranlaßte, eine Anzahl populärer Schriften in slovenischer Sprache herauszugeben. Außer in seiner amtlichen Stellung hielt R. Vorträge über Chemie und Physik im „Verein zur Förderung der Industrie und Gewerbe in Innerösterreich“ und betheiligte sich an den Arbeiten und Vorträgen im naturhistorischen Museum für Kärnten.

Poggendorff, biogr.-lit. Handwörterbuch II, 665. – Scheiz, Nekrolog für Robida im XXVIII. Programm des Gymnasiums zu Klagenfurt 1878, S. 53–56.