ADB:Posadowsky, Karl Friedrich Graf von

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Artikel „Posadowsky, Karl Friedrich Graf von“ von Bernhard von Poten in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 26 (1888), S. 452–453, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Posadowsky,_Karl_Friedrich_Graf_von&oldid=- (Version vom 14. Juli 2020, 05:01 Uhr UTC)
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Posadowsky: Karl Friedrich Graf v. P., Freiherr von Postelwitz, preußischer Generallieutenant, war am 3. August 1695 als ein Sohn des 1716 gestorbenen Stiftshauptmanns von Quedlinburg und Seniors des Domstifts Sancti Mauritii zu Magdeburg Christian Adam v. P. geboren, trat zwanzigjährig, mit einer guten wissenschaftlichen und geselligen Bildung ausgestattet, in den preußischen Cavalleriedienst und ward bereits 1732 Oberst beim Katte’schen Kuirassierregiment. Friedrich der Große gab ihm gleich nach seiner Thronbesteigung den neugestifteten Orden pour le mérite. Beim Einmarsch in Schlesien schlossen der Oberst v. Borcke und P. mit der Stadt Breslau den Neutralitätsvertrag vom 3. Januar 1741; in der Schlacht bei Molwitz am 10. April 1741 commandirte er die Reiterei des linken Flügels und hielt sich mit dieser, während die des rechten Flügels versagte, so tapfer, daß der König ihm die [453] fünf schweren Escadrons des von ihm geführten Dragonerregiments v. Platen Nr. 1 als ein eigenes Regiment gab, während die fünf leichten unter dem Generallieutenant Hans Friedrich v. Platen hinfüro das Dragonerregiment Nr. 9 bildeten; er hatte zuerst die durch Entsendung nach dem entgegengesetzten linken Flügel geschwächte feindliche Cavallerie geworfen und sich dann gegen die Infanterie gewendet. Am 4. Juni jenes Jahres ward er Generalmajor und im Januar 1742 Chef der Ritterakademie in Liegnitz; nahm dann am Kriege in Mähren theil und streifte bis in die Nähe von Wien. Am 20. Januar 1743 ward er für sich und die Nachkommen seines ältesten Sohnes Graf, zog 1744 wiederum in Schlesien zu Felde, erhielt für Auszeichnung in der Schlacht bei Hohenfriedberg am 4. Juni 1745, wo er, aus dem zweiten Treffen, in welchem sein Regiment im Brigadeverbande mit den Dragonern Alt-Möllendorff auf dem rechten Flügel stand, durch die Zwischenräume der Infanterie brechend, sich mit ungestümer Tapferkeit am Kampfe betheiligte, den Schwarzen Adlerorden und half zuletzt noch in der Schlacht bei Soor am 30. September des nämlichen Jahres unter Buddenbrock mit der Cavallerie des rechten Flügels den Sieg erfechten. Am 7. April 1747 starb er zu Wrietzen an der Oder. Ein halbes Jahr vorher machte ihm der König (d. d. 19. November 1746) wegen seines Leichtsinnes („légéreté des Gemüthes“), welcher ihn verleitet hatte, die Regimentscasse mit seiner eigenen zu verwechseln, heftige Vorwürfe und ermahnte ihn, die Erfahrungen, welche er vielfach gemacht habe, sich endlich zur Lehre dienen zu lassen, statt der bisherigen „absolut ruineusen Wirthschaft“ eine „ordentliche und menageuse Lebensart“ anzufangen. Der König sieht von der rigueur ab, ihn vor ein Kriegsgericht zu stellen, weil P. ihm „abgesehen von dem Mehlconvoi von Prag nach Tabor“ einigemale recht gut gedient habe; P. solle also in Zukunft die Oekonomie seines Regiments ganz dem Oberstlieutenant überlassen und sich nur um die Commando-Angelegenheiten bekümmern; die Regimentsschulden wolle der König bezahlen, für die Berichtigung der übrigen müsse P. selbst sorgen. Einer seiner Söhne, Christian Wilhelm Siegmund v. P., welcher von 1745 an allen Kriegen Friedrichs des Großen theilgenommen hatte, trat 1787 als Generallieutenant in Pension.

Biographisches Lexikon aller Helden und Militärpersonen, welche sich in preußischen Diensten verdient gemacht haben (vom Ordensrath A. B. König), 3. Theil, Berlin 1790. – v. Kraatz-Koschlau, Geschichte des 1. Brandenburgischen Dragonerregiments Nr. 2, Berlin 1878, S. 11.