ADB:Petersen, Niclas Matthias

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Artikel „Petersen, Niclas Matthias“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 508, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Petersen,_Niclas_Matthias&oldid=- (Version vom 4. Dezember 2020, 12:54 Uhr UTC)
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Petersen: Niclas Matthias P., geb. auf der Schleiinsel Arnis (Schleswig-Holstein) am 15. December 1798. Die Eltern wohnten als Landleute später im Dorfe Steinfeld, Kirchgemeinde Ulsnis in Angeln. Er besuchte das Gymnasium in der Stadt Schleswig und studierte dann Philologie in Kiel und Leipzig, wo er 1822 zum Dr. phil. promovirte. Seine erste Anstellung fand er darauf als Adjunct an der Landesschule in Grimma und fungirte zugleich als Cantor an der St. Augustuskirche daselbst. Er blieb an dieser Anstalt und rückte an derselben auf zum Oberlehrer und Professor, bis er im Jahre 1860, auf sein Ansuchen, mit Pension entlassen ward. Dann siedelte er nach Dresden über, zuletzt nach Hamburg, wo er am 19. Mai 1881 gestorben ist. Als Philolog hat er im Grimmaer Programm von 1842 geschrieben: „Cosmogoniarum quarundam antiq. comparatio“ und 1852: „Specimen comm. novi in Caesaris de bello gallico et de bello civ. libros.“ Für den Schulgebrauch lieferte er eine „Chronol. Uebersicht der Weltgeschichte“. Er war zugleich musikalisch begabt und hat zur musikalischen Litteratur einen nicht unwichtigen Beitrag verfaßt: „Verzeichniß der in der Bibliothek der Grimmaer Landesschule vorhandenen Musikalien aus dem 16. und 17. Jahrhundert“ im Programm 1861. In seiner spätern Dresdener Mußezeit hat er sich auch als Dialect-Dichter bekannt gemacht. Es erschienen von ihm: „Plattdütsche Fabeln. Vertellungen un Märken“ in Angler Mundart, 1865. Unter seinem mehr als 40jährigen Aufenthalt in Sachsen hat der Verfasser die Liebe zu seiner Muttersprache sich noch immer bewahrt. Das Büchlein, 171 Seiten, enthält 5 Fabeln in Reimen (zu 3 derselben ist der Stoff aus Reineke Fuchs entnommen), fünf Erzählungen in Prosa und 2 Märchen desgleichen. Ein sorgfältig gearbeitetes Wortregister ist dem angefügt und hat für Sprachforscher Werth. 1870 hat er noch: „Populäre Astronomie. Gespräch zwischen einem plattdeutsch sprechenden Bauer und seinem ihn hochdeutsch belehrenden Pastor“, herausgegeben. Wie das Vorwort besagt, war die Veranlassung zu dieser Schrift der glückliche Versuch, einen Bauer, welcher die populäre Astronomie von Littrow bezweifelte, von der Wahrheit dieser Wissenschaft zu überzeugen. –

Vgl. Grimmaer Programm 1849, S. 36; 1861 S. II. und 1882. – Alberti, Schriftstellerlex. II, S. 201.