ADB:Paradeiser, Georg Freiherr von

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Artikel „Paradeiser, Georg Freiherr v.“ von Karl Mayr-Deisinger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 25 (1887), S. 165–166, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Paradeiser,_Georg_Freiherr_von&oldid=- (Version vom 18. Februar 2020, 00:17 Uhr UTC)
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Paradeiser: Georg Freiherr v. P., geboren?, gestorben am 19. Oct. 1601. Er stammte aus einem angesehenen protestantischen Geschlechte Kärnthens. Ueber seine Jugend ist nichts bekannt. Zuerst wird er erwähnt im J. 1594, wo er im Auftrage des Erzherzogs Maximilian in Prag weilte. Der Kaiser überwies ihm im selben Jahre ein Hochzeitsgeschenk, dessen Werth auf eine angesehene Stellung deutet. 1596 wurde er Statthalter zu Segna in Dalmatien und gerieth bei dem Versuche, die Stadt Clissa zu entsetzen, vorübergehend in die Gefangenschaft der Türken. Am 12. September 1598 wurde er zum Befehlshaber der Grenzfestung [166] Kanisza ernannt. Vergebens drang er sofort auf Verstärkung der Befestigungen und Vermehrung der Besatzung und der Lebensmittel. Als im Mai 1600 die Türken zum Angriff vorrückten, standen P. nur 160 Mann zur Verfügung und da nach erfolgter Einschließung der Festung die Vorräthe rasch zusammenschmolzen, verlangten am 20. October die unter der Besatzung befindlichen Ungarn und Franzosen, daß P. die Festung übergeben solle. Seine Weigerung erwiderten sie mit Todesdrohungen und da auch die deutschen Knechte meuterten, mußte er sich fügen. Der Fall Kanisza’s erregte in der ganzen Christenheit die größte Bestürzung und Entrüstung. Man beschuldigte P. des Verrathes und, um sich den Vorwürfen zu entziehen, stellte die kaiserliche Regierung ihn vor ein Kriegsgericht. Seine Vertheidigung fand kein Gehör, ein Fluchtversuch, welchen er in den Kleidern seines Narren unternahm, mißglückte und alle Fürsprache blieb erfolglos. Im April 1601 wurde er des Verrathes schuldig erklärt und am 19. October wurde ihm zuerst die rechte Hand, dann das Haupt abgeschlagen.

Hurter, Gesch. Ferdinand II. Bd. IV. und gleichzeitige Meßrelationen.