ADB:Mußmann, Johann Georg

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Artikel „Mußmann, Johann Georg“ von Carl von Prantl in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 23 (1886), S. 103, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mu%C3%9Fmann,_Johann_Georg&oldid=- (Version vom 23. September 2020, 09:47 Uhr UTC)
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Mußmann: Johann Georg M., geb. in Danzig (wahrscheinlich i. J. 1798), gest. am 30. Juni 1833 in Halle, Sohn eines Schmiedes, machte i. J. 1815 als Freiwilliger den Feldzug gegen Frankreich mit und studirte hierauf von 1819–1822 an der Universität Halle, wo er einmal in einer Versammlung der Studirenden eine „Gedächtnißrede auf Kant“ (1822) vortrug. Nachdem er einige Zeit als Hofmeister im Hause des dortigen Mathematikers Pfaff gewirkt hatte, promovirte er in Folge einer gelösten Preisaufgabe am 27. Mai 1826 in Berlin mit einer Dissertation „De idealismo sive philosophia ideali“ und habilitirte sich dann im März 1828 als Privatdocent in Halle durch eine Abhandlung „De logicae et dialecticae notione historica“, worauf er bereits im Mai 1829 zum außerordentlichen Professor befördert wurde. Sowie sein „Lehrbuch der Seelenwissenschaft“ (1827) sich in sclavischer Abhängigkeit von Hegel’s Encyclopädie bewegt, so enthält auch seine Schrift „Darf auf Gymnasien philosophischer Unterricht ertheilt werden?“ (1827) die gleiche auf Psychologie und formale Logik beschränkte Bejahung, welche Hegel in einem Berichte ans Ministerium (1823) gegeben hatte. In den „Grundlinien der Logik und Dialektik“ (1828) wich er bereits von der reinen Lehre Hegel’s ab, indem er in ziemlich barocker Sprache die gewöhnliche aristotelische Logik beimischte, und sein „Grundriß der allgemeinen Geschichte der christlichen Philosophie“ (1830) enthält neben polemischen Bemerkungen gegen Hegel manche Wendung eines Strebens nach eigener Originalität, durch welche die Philosophie erst ihre Vollendung finden werde. Außer der anonymen Schrift „Wissenschaftliche Beleuchtung der Grundsätze der religiösen Wahrheitsfreunde“ (1831), welche dem Standpunkte der Hegel’schen Religionsphilosophie näher steht, veröffentlichte er noch „Vorlesungen über das Studium der Wissenschaften und Künste auf der Universität“ (1832).

Einige Notizen aus den Acten der Universität Halle. Rosenkranz, Von Magdeburg bis Königsberg (1873), S. 370 ff.