ADB:Mosler, Karl Josef Ignaz

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Mosler, Karl Josef Ignatz“ von Bund. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 22 (1885), S. 403, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mosler,_Karl_Josef_Ignaz&oldid=- (Version vom 28. Oktober 2020, 09:20 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 22 (1885), S. 403 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Karl Josef Ignatz Mosler in der Wikipedia
GND-Nummer 137575823
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|22|403|403|Mosler, Karl Josef Ignatz|Bund.|ADB:Mosler, Karl Josef Ignaz}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137575823}}    

Mosler: Karl Josef Ignatz M., namhafter Kunstgelehrter, geb. 1788 zu Coblenz, † 1862[WS 1]. Er gewann seine Schulbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt. Schon früh beschloß er sich der Kunst zu widmen, beeinflußt von den Lehren von Joseph Görres (A. D. B. Bd. IX S. 378) und bezog im Mai 1804 die Kunstakademie zu Düsseldorf. Hier bildete sich das freundschaftliche Verhältniß, in welchem er später zu Peter Cornelius stand. Mit ihm einverstanden über die Unzweckmäßigkeit des Kunstbetriebes, wie er auf den Akademien sich kundgab, dachte er rastlos an dessen Verbesserung. Im Herbst 1806 schon gab er die Akademie auf, weil sein Geist sich mit dem Wesen derselben nicht vertrug. Er kam mit den Gebrüdern Boisserée zu Köln, welche eben den Grund zu ihrer berühmten Sammlung gelegt hatten, in nähere Berührung und beschäftigte sich nun mit dem Studium der von jenen gesammelten alten Meisterwerke und verwandten Gegenstände bis zum Jahre 1810, wo er mit Cornelius wieder zusammentraf. Die folgenden Jahre lebte er wieder in Köln und München, in letzterer Stadt als Eleve der Akademie. Von 1816–1820 war er für seine künstlerischen und kunstgeschichtlichen Studien in Italien, namentlich in Rom. Auf der Heimreise in München wurde er im Auftrage des preußischen Ministers v. Altenstein durch Cornelius für die Reorganisation der Kunstakademie in Düsseldorf in Anspruch genommen. Der von ihm ausgearbeitete Plan hatte zur Folge, daß er im August 1821 nach Düsseldorf beordert und ihm der Auftrag ertheilt wurde, die akademischen Localien des Modellsaals einzurichten. Im folgenden Jahre wurde er zum Professor ernannt. Werke seiner Hand als Künstler sind wenig bekannt. Als Kunstgelehrter, namentlich der mittelalterlichen Kunst, besaß er die gründlichsten Kenntnisse und er ist mit glücklichem Forschersinn und feiner Kritik tief in das Geschichtliche der Kunstentwickelung eingedrungen. Er hat das Verdienst der Aufhellung mancher dunklen Stelle in der Geschichte der italienischen Kunst und hat über die niederdeutschen Malerschulen ein neues Licht verbreitet. Leider sind die Ergebnisse seiner unermüdlichen und vielseitigen Forschungen nicht durch den Druck veröffentlicht. An der Akademie zu Düsseldorf hielt er viele Jahre seine hochinteressanten kunstgeschichtlichen Vorträge. Die Sammlungen der Handzeichnungen und Kupferstiche standen unter seiner schützenden Aufsicht. Er war Mitbegründer des segensvoll wirkenden Kunstvereins für Rheinland und Westfalen und ihm verdankt das denselben haltende Statut die Aufnahme der Bestimmung, daß ein beträchtlichen Theil der Actienbeiträge auf die Beschaffung von Kunstwerken zu monumentalen und öffentlichen Zwecken verwendet werden muß.

Bund.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. richtig: 1860