ADB:Miräus, Aubertus

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Artikel „Miräus, Aubertus“ von Karl Theodor Wenzelburger in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 777, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Mir%C3%A4us,_Aubertus&oldid=- (Version vom 28. November 2020, 11:56 Uhr UTC)
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Miräus: Aubertus M. oder Aubert le Mire, katholischer Kirchenhistoriker, geb. 10. November 1573 in Brüssel, studierte in Douai und Löwen, an welch’ letzterer Universität er einer der hervorragendsten Schüler von Justus Lipsius war. Er trat in den Kirchendienst, wurde 1608 Canonicus an der Kathedrale in Antwerpen, dann Secretär seines Oheims, des Bischofs, der ihn 1610 nach Holland sandte, um gegen die Hindernisse, welche die Staaten von Holland der freien Ausübung der katholischen Religion in manchen Plätzen in den Weg legten, zu protestiren, da in den Bestimmungen des zwölfjährigen Bestandes letztere ausdrücklich gewährt worden war. Erzherzog Albert ernannte ihn zu seinem Almosenier und Bibliothekar und wurde 1624 Decan an Unserer Lieben Frauen Kirche in Antwerpen und Generalvicar des Bischofs. Er starb 29. October 1640 und wurde in der Kathedrale von Antwerpen begraben. – M. stand in persönlichem und brieflichem Verkehr mit den ausgezeichnetsten Gelehrten der katholischen Niederlande, die von ihm verfaßten Werke behandeln hauptsächlich die Geschichte der männlichen und weiblichen Klosterorden, wobei er aber manchmal mit großer Oberflächlichkeit zu Werke ging und gegen die geschichtliche Wahrheit, wo diese der Verherrlichung des von ihm behandelten Stoffes im Wege stand, ohne viele Skrupel oft und vielfach verstieß. Ein bleibendes Verdienst hat er sich übrigens durch die Sammlung und Herausgabe einer Menge von kirchlichen Urkunden aus früheren Jahrhunderten erworben. Eine Gesammtausgabe seiner Werke veranstaltete Foppens unter dem Titel: „Miraei opera diplomatica et historica“, Brux. 1723–1748, 4 Foliobände. Im J. 1856 erschien in den Bulletins der kgl. Academie von Belgien eine „revue critique des Opera diplomatica de Miraeus sur les livres reposants aux archives departementales de Lille“.