ADB:Matthäus, Philipp

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Matthaeus, Philipp“ von Johann August Ritter von Eisenhart in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 20 (1884), S. 620–621, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Matth%C3%A4us,_Philipp&oldid=- (Version vom 7. Dezember 2021, 01:55 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Nächster>>>
Mattheson, Johann
Band 20 (1884), S. 620–621 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Philipp Matthäus (1554–1603) in der Wikipedia
GND-Nummer 103078967
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|20|620|621|Matthaeus, Philipp|Johann August Ritter von Eisenhart|ADB:Matthäus, Philipp}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=103078967}}    

Matthaeus: Philipp M., Rechtslehrer, geb. am 24. August 1554 in Marburg, † am 18. Juni 1603 daselbst. M. ist des obengenannten Konrad M. ältester Sohn aus dessen zweiter Ehe mit Ursula Wernher, älterer Bruder des Anton M. I. und Onkel des Johannes und Anton M. II. (s. beide). Er besuchte die niederen und höheren Schulen seiner Vaterstadt, promovirte am 28. Febr. 1581 in Basel als Doctor utriusque juris, erhielt im nämlichen Jahre nach seines Vaters Tode dessen Lehrstuhl der Beredsamkeit an der Universität Marburg, 1591 aber an Stelle des zum professor primarius vorgerückten Hermann Vultejus jenen der Institutionen. Als Nikolaus Vigelius 1594 seiner Professur wegen derber Ausfälle enthoben wurde, die er in seinem „Examen I.Ctorum cum adjunctis testimoniis etc.“ (1593) sowohl gegen die hessische Regierung als gegen seinen früheren Schüler und späteren Amtsgenossen Herm. Vultejus gerichtet hatte, bekam M. auch dessen Pandektencollegium. Am 21. April 1583 hatte sich M. mit Margarethe Salfeld aus Zwingenberg verehelicht und erfreute Goclenius, sein früherer Lehrer der Philosophie, das Hochzeitspaar mit einem gedruckten Carmen nuptiale. Aus dieser Ehe sind 6 Kinder, darunter 5 tüchtige Söhne, hervorgegangen. Längere Zeit an Wassersucht leidend, starb M. in Folge dieses Uebels im 49. Lebensjahre. Unser [621] Gelehrter zählte zu den besten Kräften der damals noch in hoher Blüthe stehenden Universität Marburg: ausschließend mit dem römischen Civilrechte beschäftigt, verfaßte er außer einigen Gelegenheitsschriften Consilien, welche in die Marburger Consiliensammlung des Vultejus aufgenommen sind und zahlreiche Disputationen. Ein großer Theil letzterer erschien unter dem Titel: „Disputationes XX de electis juris materiis, publice in Auditorio Ictor. Marpurgi habitae“, Lichae 1601. Sein Hauptwerk: „Commentarius in extremum Pand. tit. qui est de div. regulis juris antiqui“ fand große Verbreitung und wurden daher mehrere Auflagen gemacht Marp. 1595, 1600, 1607, 1615, Francof. 1625, Marp. 1633, Francof. 1670. Eine vollständige Aufzählung seiner Schriften bei Strieder Bd. 8, S. 258–61.

Strieder a. a. O. Jugler, Bd. 2, S. 277–80.