ADB:Langermann, Lorenz

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Artikel „Langermann, Lorenz“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 17 (1883), S. 683, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Langermann,_Lorenz&oldid=- (Version vom 13. August 2020, 17:43 Uhr UTC)
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Langermann: Lorenz L., als ascetischer Schriftsteller zu nennen, gehört einer in Hamburg seit dem 16. Jahrhundert weit verbreiteten Familie an. Er ward am 27. November 1556 in Hamburg geboren und starb ebenda im August 1620 im 64. Lebensjahre. Er soll Klosterschreiber in Itzehoe gewesen sein, dann in Kriegszeiten sich wieder nach Hamburg begeben haben, wo er im J. 1587 eine Domherrnstelle erhielt und hernach Senior des Capitels ward. Es wird nach späteren Angaben und auch nach dem Zeugniß von Erdmann Neumeister (vgl. unten) nicht zu bezweifeln sein, daß L. der ursprüngliche Verfasser des Büchleins „Kreuzschule oder des rechten Christenthums Wahrzeichen, bestehend in einem ausführlichen christlichen Unterrichte von dem lieben Kreuze“ u. s. f. ist, welches zuerst im J. 1606 von Valentin Wudrian, Hauptpastor zu St. Petri in Hamburg, herausgegeben und dann in mehr als 60 Ausgaben. auch in holländischer und dänischer Uebersetzung und zwar meistens unter Wudrian’s Namen erschienen ist. Ebenso ist L. der Verfasser der „Schola pietatis catecheticae, das ist Katechismusschule, oder … Meditationes … über die Hauptstücke des Catechismi Lutheri“, die zuerst Hamburg 1628 erschien, hernach mehrfach wieder und vor Allem im J. 1721 mit einer Vorrede von Erdmann Neumeister herauskam. Daß dieses letztere, recht umfangreiche Werk von dem gleichnamigen Sohne unseres L. (geb. zu Hamburg 1595, † als Decan des Domcapitels ebenda im J. 1658) sei, wie Moller in der Cimbria literata für möglich hält, ist durch Neumeister’s Angabe (in der Vorrede der Ausgabe von 1721) ausgeschlossen; doch mag der Sohn das Werk seines Vaters nach dessen Tode herausgegeben haben. – Eine Tochter des älteren Lorenz L., Margaretha, geb. 1594, heirathete den Dr. David Gronov und war die Mutter des berühmten Philologen Johann Friedrich Gronovius.

Molleri Cimbria literata I, p. 339 s. – Rotermund zum Jöcher III, Sp. 1258 f. F. Georg Buek, Die Hamburgischen Oberalten, Hamb. 1857, S. 102. Lexikon der Hamb. Schriftsteller IV, S. 344 ff.