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Artikel „Kunimund, König der Gepiden“ von Felix Dahn in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 51 (1906), S. 441, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kunimund&oldid=- (Version vom 12. Dezember 2019, 01:31 Uhr UTC)
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Kunimund, König der Gepiden, c. a. 566/67–568, folgte seinem Vater Thurisin; die langobardische Heldensage, die uns Paulus Diaconus überliefert hat, schildert ihn als grimmigen Feind des Langobardenkönigs Alboin (s. den Artikel), an dem er das Blut seines in der Schlacht erschlagenen Bruders Thorismund zu rächen hat. Schon bei dem (sagenhaften) Besuch Alboin’s am Hof Audoin’s droht er, loszuschlagen; kaum König geworden, greift er den gleichzeitig auf den Vater gefolgten Alboin an; die erbetene Hülfe der Byzantiner blieb aus, während die Langobarden das mongolische Räubervolk der Avaren zum Einfall in „Gepidoia“ gewannen. K. wandte sich zuerst wider den verhaßten Alboin; aber in einer der mörderischsten Schlachten jener Jahrhunderte – übertreibend spricht die Sage von 40-, ja von 60 000 Todten – ward er nach tapferstem Kampf (von Alboin selbst?) mit dem größten Theil seines Heervolkes erschlagen; sein Neffe Reptila flüchtete mit dem Königsschatz nach Byzanz; aber das Volk der Gepiden ist seit jener Niederlage untergegangen, zumal da bei dem Abzug der Langobarden nach Italien (a. 568) die Avaren sich in ihr Land ergossen; mit sehr zweifeligem Recht will man in der Zips Reste der Gepiden wohnend annehmen.

Quellen und Litteratur: Dahn, Die Könige der Germanen II, 1862, S. 26. – v. Wietersheim-Dahn, Geschichte der Völkerwanderung I, 1880; II, 1881. – Urgeschichte der germanischen und romanischen Völker I, 2. Aufl. 1899.