ADB:Kohl, Johann Peter

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kohl, Johann Peter“ von Richard Hoche in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 425, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kohl,_Johann_Peter&oldid=- (Version vom 25. Oktober 2020, 12:14 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Kohl, Hieronymus
Nächster>>>
Kohl, Johann Georg
Band 16 (1882), S. 425 (Quelle).
Wikisource-logo.png Johann Peter Kohl bei Wikisource
Wikipedia-logo-v2.svg Johann Peter Kohl in der Wikipedia
GND-Nummer 116303514
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|16|425|425|Kohl, Johann Peter|Richard Hoche|ADB:Kohl, Johann Peter}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116303514}}    

Kohl: Johann Peter K., Theologe und Polyhistor, 1698–1778, wurde am 10. März 1698 in Kiel, wo sein Vater Franz Dietrich Kohl fast 50 Jahre lang Rector war, geboren. Nachdem er in Kiel und Rostock vornehmlich Theologie studirt hatte, wurde er 1725 als Professor der Kirchengeschichte und der schönen Wissenschaften an die kaiserliche Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg berufen. Bereits 1728 erhielt er jedoch auf seinen Wunsch die Entlassung aus diesem Amte; angeblich konnte er das nordische Klima nicht vertragen, nach anderen Berichten hatte er sich durch ein Liebesverhältniß mit der späteren Kaiserin Elisabeth unmöglich gemacht. Die russische Regierung bewilligte ihm bei seinem Abgange eine lebenslängliche Pension von 200 Rubeln. Er lebte nunmehr lange Jahre in Hamburg als Privatgelehrter, dann 1768 in Altona und starb hier am 9. Octbr. 1778. Seine überaus werthvolle Bibliothek hatte er bereits 1768 dem Gymnasium Christianeum in Altona überwiesen. K. war ein sehr fleißiger Schriftsteller auf den verschiedensten Gebieten; das bedeutendste seiner Werke dürfte die im J. 1729 erschienene „Introductio in historiam et rem literariam Slavorum imprimis sacram“ sein; seine eigentlich theologischen Schriften sind fast vergessen. Eine gewisse Bedeutung hatte er als Herausgeber verschiedener periodischer Schriften, wie der „Niedersächsischen Nachrichten“, 1731, der „Hamburgischen Berichte von neuen Gelehrten Sachen“, 1732–1759 (die sog. „Kohlblätter“), der „Hamburgischen vermischten Bibliohtek“, 1743–45, des „Gesammelten Briefwechsels der Gelehrten“, 1750–52 u. v. A.

Henrici, De bibliotheca gymnasii Altonani narratio, 1772. Lucht, Progr. des Gymn. in Altona, 1856. Verzeichniß von Kohl’s Schriften in Meusel’s Lexikon und im Hamburger Schriftsteller-Lexikon IV, S. 137–145.