ADB:Klöckener, Martin

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Klöckener, Martin“ von Franz von Löher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 203, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kl%C3%B6ckener,_Martin&oldid=- (Version vom 5. Dezember 2020, 00:18 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Klocke, Kaspar
Band 16 (1882), S. 203 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Juli 2014, suchen)
GND-Nummer 136071570
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|16|203|203|Klöckener, Martin|Franz von Löher|ADB:Klöckener, Martin}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=136071570}}    

Klöckener: Martin K. (auch Glöckner, er selbst schreibt nur Klöckener), Bürger zu Paderborn und wahrscheinlich ein Wirthschaftsbeamter des dortigen Domcapitels, verfaßte von Gobelin’s Cosmodromium eine Fortsetzung in vier Theilen. Die beiden ersten sind hauptsächlich dem Chronisten Gerhard Kleinsorgen nachgeschrieben: das Folgende für die Zeit von 1577–1616 gibt K. aus eigenem Wissen. Für die Geschichte Westfalens, besonders in den Truchseß’schen Händeln, sind seine Nachrichten nicht ohne Werth, für die Geschichte Paderborns aber, namentlich der mit großer List und Ausdauer und schließlich mit roher Gewalt durchgeführten Rekatholisirung des ganzen Bisthums, die für die Nachbarlande so wichtig wurde, ist K. Hauptquelle. Breit behaglich erzählt er den Hergang und zeigt sich als ein Mann, der seine lateinischen Dichter mit Nutzen gelesen, ist gutherzigen, aber auch etwas kleinlichen und beschränkten Sinnes. Er schrieb sein Buch etwa zehn oder zwölf Jahre nach 1604 in der erklärten Absicht, von fernerem Widerstand gegen den Fürstbischof abzurathen und für Frieden und Einigkeit unter der noch protestantisch gesinnten Bürgerschaft zu wirken. Die Thatsachen erzählt er meistens richtig, bringt sie aber häufig nicht in die rechte Verbindung. Was gegen seinen fürstlichen Gönner spricht, sucht er zu vertuschen wo und wie er kann und läßt öfter Wesentliches aus, was kaum zwischen den Zeilen zu finden. Sein Buch ist nur in Handschriften vorhanden, eine in der Bibliothek des historischen Vereins zu Paderborn, eine andere auf der dortigen Gymnasialbibliothek, eine dritte in Münster auf der Paulinischen Bibliothek.

G. J. Bessen, Gesch. des Bisthums Paderborn, Paderborn 1820, II. 152–153. F. v. Löher, Gesch. des Kampfes um Paderborn 1597–1604, Berlin 1874, 328–329.