ADB:Kallenbach, Helwig

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Kallenbach, Helwig“ von Jakob Franck in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 15 (1882), S. 38–39, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kallenbach,_Helwig&oldid=- (Version vom 5. August 2020, 18:52 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 15 (1882), S. 38–39 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand August 2013, suchen)
GND-Nummer 137708386
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|15|38|39|Kallenbach, Helwig|Jakob Franck|ADB:Kallenbach, Helwig}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137708386}}    

Kallenbach: Helwig K., Gründer einer namhaften Buchdruckerfamilie zu Emden in Ostfriesland von 1611–1726. Wann oder wo der Stammvater geboren [39] wurde, oder in welcher Officin er seine Kunst erlernte, entzieht sich unserer Kenntniß und wir wissen über seinen späteren Lebensgang nur, daß er „in der Falderstraße in der Druckerei von Emden“ wohnhaft war und dieselbe seit 1611 daselbst betrieben hat. Die Anzahl der Schriften, die aus seiner Presse hervorgingen, ist eine so bedeutende, daß man ihn wohl den thätigsten Buchdrucker Ostfrieslands nennen kann. Sein Wappen oder Buchdruckerzeichen aus dem J. 1612 ist ein Palmbaum mit der Umschrift: „Justus ut palma florebit“[WS 1]; ein Facsimile findet sich bei Grotefend a. a. O. auf Tafel VII, Fig. 27. Nach seinem Tode, der im J. 1651 erfolgte, scheint seine Druckerei bis 1676 durch einen Factor verwaltet worden zu sein und als ein solcher erscheint von 1653–1667 ein Joach. Mennen, auch Major Joachim genannt, welcher nicht allein einige der Verlagsartikel des K. wieder abdruckte, sondern auch dabei desselben Wappens und Wahlspruchs sich bediente. In den Jahren 1667 und 1668 besaß dieser jedoch eine eigene Druckerei und war „der löblichen Ostfriesischen Stände bestallter Buchdrucker in der Großen Straße in der goldenen Druckerei“. Während dieser aber von einem behufs des Drucks eines Katechismus ihm 1676 auf zehn Jahre ertheilten Privilegium Gebrauch macht, erscheint 1676 wieder ein Helwig K., vermuthlich ein Sohn des ersten Helwig, als Stadtbuchdrucker zu Emden. Dieser druckte noch 1717 als „der Statt vnd Landschafft ordin. Buchdrucker“. Endlich tritt in den Jahren 1723–1726 an die Spitze des Geschäftes eine Frau Helwig K., welche, obgleich es auf lateinischen Titeln der von ihr gedruckten Bücher heißt: „typis uxoris Callenbach civitatis et provinciae ordinariis“[WS 2], doch wol nur die Witwe des zweiten K. gewesen sein kann, wie sie denn bei deutschen Büchern den Titel einer „ordinari Stad- vnd Landschaffts-Buchdruckerscha“ in Anspruch genommen hat.

Grotefend, Gesch. d. Buchdr. in Hannover und Braunschweig. Bl. 42.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Schließendes Anführungszeichen fehlt.
  2. Vorlage: ordinariiis