ADB:Holzer, Johann

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Artikel „Holzer, Johann Evangelist“ von Wilhelm Schmidt (Kunsthistoriker) in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 13 (1881), S. 27, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Holzer,_Johann&oldid=- (Version vom 23. Oktober 2020, 22:38 Uhr UTC)
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Holzer: Johann Evangelist, Maler, geb. 1709 zu Burgeis im Vintschgau in Tirol, Sohn eines Müllers, sollte sich dem geistlichen Stande widmen und lernte auf dem Kloster Marienberg Lateinisch etc., doch ließ sich seine künstlerische Natur nicht unterdrücken und in Folge eines getroffenen Bildnisses des Johann Baptist Murr, damaligen Prälaten von Marienberg, bewog der letztere den Vater, dem Wunsche des Sohnes nachzugeben. Er kam zu Nikol. Auer in die Lehre und machte rasche Fortschritte; bereits im 18. Jahre entstand das Altarblatt in der Klosterkirche zu Marienberg, der hl. Joseph als Patron der Betrübten, Kranken und Sterbenden. Später kam H. zu dem Maler Merz in Straubing, woselbst er die Klosterkirche zu Oberaltaich ausmalen half; bei dieser Gelegenheit lernte er Praxis in der Freskomalerei, die seinen Hauptruhm begründen sollte. Auch malte er den hl. Antonius von Padua für die Franziskanerkirche in Straubing. Von letzterer Stadt kam er nach Augsburg und verweilte im Hause des damals berühmten Malers J. G. Bergmüller 6 Jahre, mehr als Freund denn als Schüler. Hier ging ihm eine größere Welt auf. Bald häuften sich die Aufträge, und namentlich hatte er in Augsburg Fresken an die Außenseiten der Häuser zu malen, die jetzt leider meist zu Grunde gegangen sind; besonders wurde ein Bauerntanz gerühmt. J. E. Nilson stach diese Compositionen unter dem Titel: Picturae a fresco in aedibus Augustae Vind. a J. Holzer, 28 Blätter. In der Kirche des k. Gymnasiums sind die Heiligen Ignatius von Loyola und Franz Xaver, von 1735 und 1737. Auch wurde Holzer an andere Orte berufen, so malte er im Gartensaal des Bischofs von Eichstädt das Göttermahl in Fresco, ferner für die dortige Jesuitenkirche das große Hochaltarblatt mit dem Engelsturz. Das Altarblatt mit dem hl. Michael in der Klosterkirche zu Diessen ist von ihm, desgleichen der vortreffliche Plafond in der Filiale St. Anton bei Partenkirchen. Holzer’s letztes und größtes Werk sind die Frescogemälde in der Klosterkirche des Benediktinerstiftes zu Schwarzach am Main in Franken. Vom Kurfürsten von Köln zur Ausmalung der Hofkirche zu Klemenswerth berufen, starb er hier ohne dazu gelangt zu sein, im J. 1740. H. malte in dem süßlichen Geschmacke seiner Zeit, doch besaß er Phantasie und Studium. Seine Stärke lag im Fresco. Porträts hat er wenig geliefert. Auch kennt man verschiedene Radirungen von ihm.