ADB:Heinel, Eduard

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Artikel „Heinel, Eduard“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 50 (1905), S. 141–142, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Heinel,_Eduard&oldid=- (Version vom 2. April 2020, 18:54 Uhr UTC)
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Heinel: Eduard H., Genre- und Landschaftsmaler, geboren 1835 in München, † am 14. Mai 1895 ebendaselbst. Folgte zuerst mit fröhlichen Scenen aus dem Volksleben dem Vorbilde seines Vaters Johann Philipp H. (1800–1843): schilderte Vorgänge aus Sennhütten und Bauernstuben (1865), Gänsemädchen und Jäger, nudelbackende Weiber und Obsthökerinnen, später mit landschaftlichem Hintergrunde, der bald die Oberhand gewann und dauernd behielt. Wäre das Wort von der „intimen“ Landschaft (welches zuerst der Maler und Kunstschriftsteller Anton Teichlein [† 1879] als wuchernden Heckepfennig in den Sprachschatz brachte) nicht in so entsetzlichen Mißbrauch gekommen und bis zum Blödsinn breitgeschlagen worden – wir wüßten keine bessere Bezeichnung für Heinel’s redliches Wollen und Streben. Er gab, wie unzählige Andere, längst ehe das tollgewordene Wort geprägt wurde, die Natur bis ins kleinste Detail mit der innigsten Pietät, mit einem freudigen Verständniß und einer Wahrheit und Treue, wie Ludwig Richter und Albrecht Dürer, dessen wunderbares Erfassen der Landschaft erst allmählich wieder zur Geltung gelangt. Dieser Grundzug spricht aus allen Schöpfungen Heinel’s, gleichviel ob er die Motive aus Griechenland (1873, mit der Staffage eines flötenden Hirten), von der Ponte Filippetto bei Sorrent (1880), oder der fränkischen Schweiz und des oberpfälzischen „Arber“ (1885), aus der Hinterriß, dem Königs- oder Starnbergersee (1887) verarbeitete. Das dichterische Erfassen begleitete ihn überall; wir gedenken einer „Partie bei Friedrichshafen“ (1870), eines stillen Winkels im Waldgrund mit wasserstäubender Mühle in echt Eichendorff’scher Stimmung (1880), einer Partie aus Nymphenburg (1879), „Aus den bairischen Alpen“ (1883); auch die Poesie der geraden Landstraße erfaßte er, theils mit komischer Staffage (1876), oder auf einem kleinen, in eine Reihe von Linden und Pappeln einmündenden Seitenweg (1890); dazu kam eine trotz anscheinender Nüchternheit durch ihre Sonnenlicht-Wirkung doch packende „Allee bei München“, bei Seefeld und Dachau. Zu seiner Erfrischung ging er nach Tirol, nach dem Vierwaldstättersee oder dem [142] Lago di Nemi (1890), immer aber im Geleite einer feinfühligen Fee, die sein klares Auge für die einfachste Schönheit öffnete.

Vgl. Nr. 148 Allg. Ztg., 29. Mai 1895. – Kunstverein-Ber. f. 1895, S. 76. – Fr. v. Bötticher, 1895. I, 485. – Singer, 1896. II, 151 (4 Zeilen!).