Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Hakenberger, Andreas“ von Robert Eitner in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 10 (1879), S. 397, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hakenberger,_Andreas&oldid=- (Version vom 13. Juni 2024, 08:04 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 10 (1879), S. 397 (Quelle).
[[| bei Wikisource]]
Andreas Hakenberger in der Wikipedia
Andreas Hakenberger in Wikidata
GND-Nummer 120560720
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|10|397|397|Hakenberger, Andreas|Robert Eitner|ADB:Hakenberger, Andreas}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=120560720}}    

Hakenberger: Andreas H. aus Pommern war in den J. 1610–28, Jahreszahlen, die sich aus seinen Drucken ergeben, Capellmeister an der Marienkirche in Danzig und hat eine Reihe Kirchengesänge herausgegeben, die ihn unter die ersten Meister seiner Zeit stellen. Er gehörte nicht zu denen, welche den neueren Bestrebungen huldigten, wie sie sich um diese Zeit in Italien zeigten und von den Deutschen eifrig nachgeahmt wurden. Vielleicht ein Schüler seines Vorgängers Johann Wanning, von dem wir ebenfalls mehrere Kirchengesänge besitzen (1580–90), schließt er sich diesem, wie überhaupt der Richtung, welche das Ende des 16. Jahrhunderts beherrschte, ganz und ebenbürtig an und läßt sich weder auf einen Bassus generalis noch auf die dürren „Concerti a 2 voci col Basso continuo“ ein, welche um damalige Zeit wie Pilze aus der Erde aufschossen, das ganze 17. neben einem Theile des 18. Jahrhunderts verwässerten und die Musik in Verfall brachten. Der lange und weite Umweg war allerdings nothwendig, um die Musik von der Einseitigkeit zu erlösen, in der sie durch die ausschließliche Herrschaft der Kirche bis zum Ende des 16. Jahrhunderts befangen war. Haßler, Lassus, Palestrina und viele Andere haben in dieser Einseitigkeit das Höchste geleistet, was in der Richtung zu erreichen war und den Epigonen blieb nichts übrig als nachahmen oder andere Wege suchen. Den Italienern gelang es, wenn auch auf weitem Umwege, die Musik von der Alleinherrschaft der Kirche zu befreien und ihr das ergiebige Feld des Sologesanges und der Instrumentalmusik zu eröffnen. Schrittweise mußte der Kampfplatz erobert werden und die Meister des 17. Jahrhunderts begannen wie von vorn an zu bilden. Ihre Musik betrat wieder die Wege der Kindheit, jedoch in anderer Richtung, in der sie endlich nach einem zweihundert Jahre langen Zeitraume das Höchste erreichte. H. bleibt unberührt von der Umwälzung, und mit treuem Glauben hält er fest an den Formen seiner Vorgänger. Drei Sammlungen geistliche Kirchengesänge zu 3–12 Stimmen, darunter viele Motetten und eine Sammlung deutsche weltliche Lieder liegen uns vor, die in Danzig, Frankfurt und Stettin erschienen und auf der königl. Bibliothek in Berlin aufbewahrt werden.