ADB:Glatz, Jakob

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Glatz, Jacob“ von Gustav Frank in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 9 (1879), S. 219–220, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Glatz,_Jakob&oldid=- (Version vom 18. August 2022, 04:12 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Glassius, Salomo
Nächster>>>
Glatz, Caspar
Band 9 (1879), S. 219–220 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Jakob Glatz in der Wikipedia
GND-Nummer 116654694
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|9|219|220|Glatz, Jacob|Gustav Frank|ADB:Glatz, Jakob}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=116654694}}    

Glatz: Jacob[WS 1] G., geboren am 17. November 1776 zu Poprad, einer der sechszehn Kronstädte der Zipser Gespanschaft in Oberungarn, studirte an den [220] Lyceen zu Kesmark und Preßburg, dann in Jena, wo er sich besonders für den mit männlicher Kraft und Würde redenden Fichte begeisterte. 1797 berief ihn Salzmann als Gehülfen an seine Erziehungsanstalt in Schnepfenthal (vgl. J. W. Ausfeld, Chr. G. Salzmann, 3. Ausg., Stuttgart 1845, S. 111). 1803 folgte er einem Rufe der Wiener evangelischen Gemeinden als Lehrer an ihre Schule. Vom Schulfach übergehend zum geistlichen Amte, wurde er 1805 dritter und bald darauf zweiter Pfarrer der Gemeinde Augsburgischer Confession in Wien, 1806 auch zweiter geistlicher Rath im k. k. evangelischen Consistorium daselbst, in welcher Eigenschaft er sich aller Anerkennung werthe Verdienste um die Organisation der neugegründeten protestantisch-theologischen Lehranstalt in Wien erwarb (vgl. G. Frank, Die k. k. evangelisch-theologische Facultät in Wien von ihrer Gründung bis zur Gegenwart, Wien 1871, S. 13 f.). Sein Predigeramt legte er 1816 in Folge körperlicher Leiden nieder, seine Stellung im Consistorium dagegen behielt er auch dann noch bei, als er seinen Wohnsitz von Wien nach Preßburg (1824) verlegt hatte. Er starb am 25. Sept. 1831. G. war, wie sein Kesmarker Lieblingslehrer Johann Genersich (s. d.), ein sehr fruchtbarer und vielgelesener pädagogischer („Familiengemälde und Erzählungen für die Jugend“, 2 Bde., 1799. „Unterhaltungsbuch der kleinen Familie von Grünthal“, 3 Th., 1800. „Naturhistorisches Bilder- und Lesebuch“, 1803. „Bibliothek für deutsche Töchter“, 4 Th., 1816, und viele andere, zum Theil unter den Schriftstellernamen K. H. Gutmann und Jacob Stille veröffentlichte Jugendschriften), homiletischer („Religionsvorträge“, 2 Th., 1816. „Hauspostille“, 1821) und ascetischer („Andachtsbuch für die Jugend“, 1808. „Andachtsbuch für gebildete Familien“, 1814, 6. Aufl. 1834. „Aureliens Stunden der Andacht“, 1820. „Gebetbuch für den evangelischen Bürger und Landmann“, 1823) Schriftsteller, letzteres im Sinne des alten Rationalismus. Röhr’s kritische Predigerbibliothek erfreute sich an der vernunftgemäßen Auffassung und Darstellung des Christenthums durch diesen „Lehrer und Erbauer eines großen Theils der Christenheit in vielen Ländern“, und die theologische Facultät in Göttingen ernannte ihn 1830 zum Doctor der Theologie wegen seiner theologischen und philosophischen Gelehrsamkeit, die er in seinen homiletischen und pädagogischen Schriften kundgegeben.

J. G. Wenrich, Jacob Glatz, eine biographische Skizze, Wien 1834. A. L. Haan, Jena Hungarica s. Memoria Hungarorum a tribus maxime saeculis Academiae Jenensi adscriptorum. Gyulae, 1858, S. 112 f. Evangelisches Kirchen- und Schulblatt, begründet von J. Ergenzinger, Wien 1876, Jahrg. II, S. 225 f. u. 265 f. Die übrige Litteratur ist verzeichnet bei Constantin v. Wurzbach, Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich, Th. V, S. 207–12.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Jacab