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Artikel „Feuerborn, Ludwig“ von Heinrich Heppe in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 6 (1877), S. 753, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Feuerborn,_Justus&oldid=- (Version vom 23. Februar 2020, 17:58 Uhr UTC)
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Feuerborn: Ludwig F., am 13. Nov. 1587 zu Herford als Sohn des dasigen Stiftsamtmannes F. geboren, entschloß sich gegen den Willen seiner Eltern zum Studium der Theologie und bezog daher, nachdem er sich auf den lateinischen Schulen zu Herford, Lemgo und Stadthagen eine sehr gründliche Schulbildung angeeignet, 1612 die Universität Gießen, wo hauptsächlich Balthasar Mentzer sein Lehrer ward. Im J. 1615 zum außerordentlichen Professor ernannt, wurde er am 28. Oct. 1616, an welchem Tage er sich mit Mentzer’s Tochter verehelichte, zum Doctor der Theologie promovirt. Mit Mentzer lag er damals gegen die beiden anderen Professoren der Theologie zu Gießen, Winckelmann und Gisenius, wegen der Streitfrage nach dem Wesen der Gegenwart Gottes und Christi in der Welt und in der Kirche in einer die ganze Universität erschütternden Fehde. Im J. 1618 erfolgte seine Ernennung zum ordentlichen Professor der Theologie. Außerdem war er zugleich mit dem Ephorat über die Stipendiaten und mit einer Predigerstelle betraut. Aus dem bisherigen Hader in der theologischen Facultät zu Gießen erwuchs damals der Kampf der Gießener Theologen mit den Tübingern über Fragen der Christologie. Auch verdient bemerkt zu werden, daß damals (1618) Mentzer und F. in der lutherischen Theologie ein ganz neues Dogma, nämlich das von der Unio mystica zur Geltung brachten (vgl. Heppe, Kirchengesch. beider Hessen, Marburg 1876, Bd. II. S. 194–213). Mit der gesammten Universität zog auch F. 1625 von Gießen nach dem (von den Darmstädtem occupirten) Marburg über, wo er bis zur Zurückverlegung der Universität nach Gießen im J. 1650 blieb. Außer seiner akademischen Lehrthätigkeit übte F. auch eine bedeutende praktische Wirksamkeit aus. An der Generalkirchen- und Schulvisitation der ganzen Landgrafschaft Hessen-Darmstadt im J. 1628 nahm er in hervorragender Weise theil. Auch wurde er oft als Prediger an den Hof gezogen; namentlich ließ sich Landgraf Georg II. auf einer Reise nach Wittenberg und Dresden von ihm als Hofprediger begleiten. Er starb am 6 Febr. 1656. Seine zahlreichen Schriften sind theils Disputationen und Abhandlungen, theils größere Werke, die sich hauptsächlich einerseits auf den Streit der Gießener und Tübinger Theologen über die Christologie, andererseits auf den Streit der ersteren mit den Niederhessen über den Bekenntnißstand der althessischen Kirche beziehen.

Strieder, Grundlage zu einer hess. Gelehrten- und Schriftstellergeschichte, Bd. IV. S. 98–118.