ADB:Eberhard (Herzog von Bayern)

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Artikel „Eberhard, Herzog von Baiern“ von Sigmund Ritter von Riezler in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 5 (1877), S. 534, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Eberhard_(Herzog_von_Bayern)&oldid=- (Version vom 23. September 2020, 05:32 Uhr UTC)
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Eberhard, Herzog von Baiern, der älteste Sohn des Liutboldingers Arnulf, des ersten baierischen Stammesherzogs, übernahm nach dessen Tode (14. Juli 937) die herzogliche Regierung. In Erinnerung an die unabhängige Stellung, welche sein Vater gegenüber den Königen Ludwig dem Kinde und Konrad dem Franken, einige Zeit auch gegenüber Heinrich I. behauptet hatte, und wenn nicht verführt, so doch unterstützt durch das trotzige Selbstgefühl des baierischen Stammes, weigerte er sich am Hofe Otto’s d. Gr. zu erscheinen und diesem den Vasalleneid zu leisten. Von den Brüdern scheinen ihn Hermann und Ludwig unterstützt, Arnulf aber gleich dem Oheime Berthold dem Könige die Treue bewahrt zu haben. Aus dem Westen des Reiches sandten ihm andere Empörer gegen das Königthum, der Lothringer Giselbert und der Franke Eberhard, aufmunternde Botschaft. In der That gelang es E., dem ersten Angriffe des Königs auf Baiern, der wol mit unzulänglichen Kräften zwischen 2. Jan. und 18. Mai des J. 938 unternommen ward, erfolgreichen Widerstand zu leisten. Gleich im Spätjahre darauf aber rückte der König zum zweiten Male gegen Baiern und gewann, vielleicht unterstützt durch die Spaltung in der herzoglichen Familie, vollständigen Sieg. E. ward in die Verbannung geschickt und ist dort verschollen; für die herzogliche Gewalt in Baiern, die der König nun Eberhards Oheim, Berthold, übertrug, hatte sein Aufstand eine bedeutende Schmälerung zur Folge.

Vgl. Dümmler, Otto d. Gr. 71. 78.