ADB:Cusanus, Nicolaus (Seelsorger)

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Artikel „Cusanus, Nicolaus“ von Franz Xaver Kraus in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 662, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Cusanus,_Nicolaus_(Seelsorger)&oldid=- (Version vom 11. August 2020, 17:06 Uhr UTC)
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Cusanus: Nicolaus C., ein Landsmann wie Namensgenosse des großen Cardinals, geb. am 6. Novbr. 1574 zu Kues an der Mosel, erhielt in Trier seine theologische Bildung, worauf er 1601 in die Gesellschaft Jesu eintrat; im J. 1614 ward er zu den feierlichen Gelübden des Professen zugelassen. Anfangs als Lehrer der Grammatik in Luxemburg beschäftigt, arbeitete er den Rest seines Lebens in der Seelsorge, sowol in Luxemburg selbst als in der nähern und weitern Umgegend, die er rastlos durchwanderte. Er soll einen außerordentlichen Seeleneifer gezeigt und ein überaus strenges, abgetödtetes Leben geführt haben († zu Luxemburg 20. April 1636). C. war auch als theologischer Schriftsteller thätig; man besitzt von ihm eine „Schola christiana in qua et quaestiones omnes Catecheticae et controversi fidei articuli explicantur“, deutsch als „Christl. Zuchtschule“ (1626, 2. Aufl. Luzern 1645), ferner die „Sapientia christiana“, einen Auszug aus der Schola und den „Dux Vitae“, ein kleines Handbuch der Polemik.

Vgl. die schwülstige Biographie bei Ribadeneira und Alegambe, Bibliotheca Scriptorum Soc. Jesu, Romae 1676, p. 628–629. Marx, Erzstift Trier, V, 521 f.