ADB:Boysen, Friedrich Eberhard

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Artikel „Boysen, Friedrich Eberhard“ von Gustav Frank in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 3 (1876), S. 226–227, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Boysen,_Friedrich_Eberhard&oldid=- (Version vom 7. August 2020, 15:42 Uhr UTC)
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Band 3 (1876), S. 226–227 (Quelle).
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Boysen: Friedrich Eberhard B., geb. 1720 zu Halberstadt, † 1800, Oberhofprediger und Consistorialrath im Reichsstifte Quedlinburg, ist bemerkenswerth wegen seiner vielfachen, zumal orientalischen Gelehrsamkeit (sein „unmittelbar aus dem Arabischen übersetzter Koran“ erschien in 2. Aufl., Halle 1775) und als einer der letzten Vertreter des altlutherischen Lehrbegriffs im Zeitalter der Aufklärung. Auf diesem orthodoxen Standpunkt, der ihn aber doch nicht abhielt, am göttlichen Ursprung der hebräischen Accente zu zweifeln und den Exorcismus aufzugeben, eiferte er gegen Thomasius, der den Aristoteles pasquillantisch heruntergesetzt habe, gegen den lüderlichen Herumläufer Edelmann und dessen von Dr. Bahrdt adonisirten Auswürfe, gegen den Socinianer, den er nicht blos in der Dogmatik, sondern ebenso kenntlich in der Moral fand, endlich gegen die sophistische Witzgelehrsamkeit und cyklopische Grobheit der Religionsmischer. [227] Bei aller Sprache der Demuth selbstgefällig und von sich eingenommen, wollte er in mancherlei Wissenschaft Vieles als der Erste und Vieles besser als Andere gemacht haben.

Boysen’s eigene Lebensbeschreibung. 2 Th. Quedlinb. 1795 (reicht aber nur bis 1760).