ADB:Blomendal, Johann von

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Artikel „Blomendal, Johann“ von Woldemar Harleß in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 720, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Blomendal,_Johann_von&oldid=- (Version vom 28. Mai 2020, 02:12 Uhr UTC)
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Blomendal: Johann B., Rath und Staatsmann des Wilhelm III. von Jülich-Cleve-Berg um die Mitte des 16. Jahrhunderts, Amtmann zu Wasserberg und Lülsdorf und wegen seiner Geschäftsgewandheit und vielseitigen Bildung gerühmt, † 1559 und in der Kreuzbrüderkirche zu Düsseldorf begraben. Ob derselbe, wie behauptet wird, einer Familie des Thals Schleiden entstammt, ist zweifelhaft, zumal die sonst vorkommenden Namensgenossen mehr auf westfälischen Ursprung deuten. Nachdem B. auf die ihm am 14. Sept. 1540 vom Herzoge verliehene Probstei des Marienstifts zu Cleve 1545 verzichtet und 1546 von Kaiser Karl V. in den Adelsstand erhoben worden, vermählte er sich mit Elisabeth von Gruithausen, welche ihn überlebte. In kirchlicher Hinsicht gleich der Mehrzahl der übrigen Räthe des Herzogs Erasmianer und mit dem Humanisten Johann Mohrheim zu Düsseldorf befreundet, erscheint er als Politiker besonders in der Peride des geldrischen Successionstreits zwischen Herzog Wilhelm III. und Kaiser Karl V. 1540–1543 in vermittelnder Richtung thätig. Der Herzog belehnte ihn laut Urkunde vom 20. Sept. 1546 mit dem vom früheren Besitzer refutirten Honselersgute im Kirchspiele Brachelen, Amts oder Herrschaft Heinsberg, von jetzt an Haus Blumenthal genannt – damals etwa 132 Morgen groß –, worin ihm als Vertreter der Wittwe 1559 sein natürlicher Sohn Johann († 8. April 1587) folgte. Erst nach dessen Tode succedirte der älteste eheliche Sohn Wilhelm (geb. 1547, † 17. Sept. 1605), gleichfalls jülichscher Rath, der sich später dem reformirten Bekenntnisse anschloß. Der Vater Johann hatte seinen Landesherrn wiederholt auch durch Darlehen (von 1000 und 3000 Goldgulden) unterstützt, weshalb dieser ihm 1548 den Hof Pempelfort bei Düsseldorf auf 24 Jahre pachtfrei überließ und 1553 ansehnliche Realgefälle aus der Kellnerei zu Lülsdorf verschrieb. Das Wappen, welches B. erhielt, zeigt im goldenen Felde eine rothe Nelke am grünen Stile, aus einem Thale zwischen zwei grünen Bergen hervorwachsend.

A. Fahne, Gesch. der Cölnischen, Jülichschen und Bergischen Geschlechter, I. S. 38.