Über Größe, Volksmenge, Staats-Einkünfte und Producte der Fürstenthümer Anspach und Bayreut

Textdaten
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Autor: Anonym
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Titel: Über Größe, Volksmenge, Staats-Einkünfte und Producte der Fürstenthümer Anspach und Bayreut
Untertitel:
aus: Journal von und für Franken, Band 5, S. 350–354
Herausgeber: Johann Caspar Bundschuh, Johann Christian Siebenkees
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1792
Verlag: Raw
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Erscheinungsort: Nürnberg
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Quelle: UB Bielefeld, Commons
Kurzbeschreibung:
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VI.
Über Größe, Volksmenge, Staats-Einkünfte und Producte der Fürstenthümer Anspach und Bayreut.

Im Hamburger politischen Journal. 1792. VII. St. S. 712–716 kommt ein Aufsatz über die drey ersten Gegenstände unter dem Titel einer gründlich-kritischen Darstellung vor, dessen Resultate ich durch dieß Journal mehr in Umlauf gebracht wünsche, um eine weitere Prüfung derselben von Sachkennern zu veranlassen, welche sie meines Erachtens noch sehr bedürfen.

Die Größe des Fürstenthums Bayreut wird auf 65 Quadratmeilen angegeben.| Das Bayreutische Oberland, das aus der Landeshauptmannschaft Hof, aus den 3 Amtshauptmannschaften Bayreut, Culmbach und Wonsiedel, dann aus dem Oberamt Gefrees, Berneck, Goldkronach und endlich aus dem Oberamt Kreussen, Pegniz, Schnabelweid und Osternohe besteht, die eine fast ganz zugerundete Region ausmachen, ist beynahe schon allein 54 Quadratmeilen groß. Das Bayreutische Unterland, welches die Landeshauptmannschaft Neustadt an der Aisch, die Amtshauptmannschaft Erlangen, die drey Oberämter Baiersdorf, Hoheneck (das auch Ipsheim genannt wird) und Neuhof begreift, wird also auf 11 Quadratmeilen angegeben.

Wenn man von dem zu 80 Quadratmeilen angenommenen Areal des Fürstenthums Anspach auch die dazwischen liegenden Bischöfflich-Eichstättischen Besitzungen abzieht, so bleibt für dasselbe wenigstens noch eine Flächengröße von 65 Quadratmeilen übrig.

Die Bevölkerung des Fürstenthums Bayreut wird zufolge der Künnethischen Kirchenliste auf das Jahr 1791 auf 185000 Menschen gesetzt, die Bevölkerung Anspachs aber auf 350000.

| Einen Begriff von der Größe und dem Verhältniß der 6 Bayreutischen Hauptstädte, d. i. derjenigen, welche das Recht genießen, Deputirte auf Landtäge zu schicken, gibt folgende Berechnung von 1791 aus Künneths Zeit- und Handbüchlein:


Geb. Copul. Gest.
Stadt Bayreuth 233 44 235
Culmbach 114 29 80
Hof 264 63 173
Wonsiedel 109 30 89
Neustadt an der Aisch 90 15 81
Christian- und Alt Erlangen 320 77 257

Erlangen, die neueste Stadt, ist also die bevölkertste im Lande.

Das Fürstenthum Bayreut erhielt im J. 1791 einen Zuwachs von 1192 Menschen, und in den J. 1787 bis 1791 eine Vermehrung von 8400.

Anspach behauptet unter den Städten beyder Fürstenthümer in Ansehung der Einwohnerzahl den ersten Platz, indem es ungefähr 14500 Menschen enthält. Die Sittlichkeit in beyden Ländern ist noch in ziemlicher Integrität. Das 24ste Kind ist im Durchschnitt erst ein uneheliches.

| Das Fürstenthum Bayreut trägt mehr Einkünfte, als Anspach. Jene kann man höher als eine Million Gulden setzen, diese hingegen nur auf 900000 fl.

Beyde Länder sind mit einer vorzüglichen Fruchtbarkeit gesegnet. Einen fettern Boden und eine reizendere Gegend, als um die Reichsstadt Windsheim herum, im Oberamte Hoheneck, kann kein Auge sehen.

Ich verbinde hiemit noch folgende Bemerkungen aus den Goth. gel. Zeit. 1792. 66 Stück.

Das Bayreutische Fürstenthum bringt so wohl im Ober- als Unterlande Roggen, Waizen, Gerste, Haber, Hülsenfrüchte in den meisten Gegenden hervor. Im Bayreutischen und Anspachischen wird wenig fremder Hopfen mehr eingebracht. In Pegniz nimmt der Hopfenbau schon seinen Anfang, und beschäfftigt einen beträchtlichen Theil des Unterlandes. Die drey Plätze allein, Langenzenn, Emskirchen und Neustadt, fahren im Durchschnitt jährlich sicher für 30000 Gulden Rhn. Hopfen aus. Der einzige Markt Kleinlangheim im Fürstenthum Anspach gewinnt, wenn die Pflaumen oder Zwetschgen gerathen, an dieser| Frucht, getrocknet und frisch, im Durchschnitt jährlich 12 bis 14000 rheinische Gulden. Markt Steft löst nur für Weichseln oder Sauerkirschen bey guten Jahren 2000 Gulden und noch darüber. Ja im Aischgrunde unweit Ipsheim liegt ein kleiner unbedeutender Weiler Eichelberg, worin es unter den 6 bis 8 Einwohnern Leute gibt, die in glücklichen Jahren nur allein aus großen Schwarzkirschen 1000 bis 1200 Rheinische Gulden erwerben. Auch von dem Weinbau, ist er gleich nicht so beträchtlich, wie im Anspachischen, kann das Fürstenthum Bayreut nicht ganz ausgeschlossen werden, indem es Plätze darin gibt, welche 600 bis 700 Morgen Weinberge bebauen.