Zimmerische Chronik/Band 2/Kapitel 3

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Autor: Froben Christoph von Zimmern
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Titel: Wie der könig Maximilian mit herrn Wernhern freiherrn von Zimbern zu Ulm und volgends zu Freiburg durch die stende des reichs handlen lassen, und herr Wernher letzstlichen ohne ainichen beschaid wider verreiten mießen.
Untertitel:
aus: Zimmerische Chronik Band 2. S. 14–23
Herausgeber: Karl August Barack
Auflage: Zweite Verbesserte Auflage
Entstehungsdatum: 16. Jahrhundert
Erscheinungsdatum: 1881
Verlag: Akademische Verlagsbuchhandlung von J. C. B. Mohr (Paul Siebeck)
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Erscheinungsort: Freiburg und Tübingen
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Quelle: Digitalisat der UB Freiburg
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Wie der könig Maximilian mit herrn Wernhern freiherrn von Zimbern zu Ulm und volgends zu Freiburg durch die stende des reichs handlen lassen, und herr
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Wernher letzstlichen ohne ainichen beschaid wider verreiten mießen.
Wie obgehört, das die königclich Majestat die statt Mösskirch sambt deren zugehörden in baider graven, von Zollern und Fürstenberg, handen als thädingsleuten und
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gemainen baiderthail, Werdenberg und Zimbern, verwandten zustellen und einzuantwurten verschafft, auch den außtrag der handlung biß auf nechsten reichstag geen Freiburg angestellt und verschoben, hierauf ist zu wissen, das, ehe und zuvor der könig den reichstag zu Freiburg ersucht, herrn

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[15] Wernhern ain königclich mandat, anno 1498 gleich nach ostern zu Füeßen außgangen, zu Ulm überantwurt worden, des inhalts, Ir Majestat zukunft solle herr Wernher zu Ulm erwarten, welle Ir Majestat alsdann handlung zwischen ime
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und denen von Werdenberg fürnemen. Solchem mandat ist herr Wernher nachkomen, und sobald der könig zu Ulm ankommen und sich herr Wernher anzaigen lassen, hat Ir Majestat bischof Friderrichen von Augspurg, doctor Stürzeln, Irer Majestat canzler, herzog Albrechts von Sachsen canzler,
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auch des bischofs von Würzburg marschalk, mit baiden partheien zu handlen bevolchen. Die haben sich nun der sachen underfangen und anfengklichs [318] herren Wernhern, auch denen von Werdenberg die mainung fürgehalten, sie, baide partheien, sollen den vertrag und die ganz handlung zu Ir
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Majestat handen stellen, so welle Ir Majestat alsdann ain andern vertrag machen und sie entschaiden. Solche mainung ist herr Wernhern kainswegs gelegen gewest anzunemen, dann er wol bedacht, der römisch könig, die weil der zu weit mit reden, auch brief und siglen gegen denen
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von Werdenberg sich eingelassen, wurde im, auch seinen[1] geschwistergiten ain partheiischen vertrag aufrichten; hat aber den verordneten commissariis dise antwurt gegeben, soverr die königclich Majestat ain newen vertrag mit vorwissen baider partheien machen, was dann er und seine
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geschwistergit erleiden, sei er Irer Majestat zu unterthenigestem gefallen zu erstatten urpittig und willig. Sollichs haben die gemelten commissarii der königclichen Majestat fürgehalten. Die hat hierauf herrn Wernhern ain geschrift dises inhalts ungefärlichen behendigen lassen, mit beger, solchen fürschlag
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anzunemen und von dem vorigen vertrag, durch die graven von Zollern und Fürstenberg abgeredt, zu weichen, und hat namlichen solcher fürschlag dise artikel ingehalten: Unangesehen das die von Werdenberg von denen güetern, so herr Johanns Wernher herr zu Zimbern vermeg außgangner
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declaration verwürkt und hernach inen von Werdenberg von der kaiserlichen auch königclichen Majestatten übergeben, denen von Zimbern nichts zu geben oder volgen zu lassen schuldig, nochdann auf verwilligung der königclichen Majestat und aus gueter freundtschaft wellen die von Werdenberg
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dise mittel erleiden, das denen von Zimbern werde und

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[16] bleibe Oberndorf mit seiner zugehörde und die 2000 guldin, so die von Werdenberg weilundt der kaiserlichen Majestat Oberndorf halben gegeben, sollten nachgelassen werden; dessgleichen sollten denen von Zimbern beleiben ainhundert
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und zwainzig guldin järlicher gilt auf der statt Überlingen; auch wellen die von Werdenberg dreihundert guldin zins, darumb die von Zimbern verschriben, hauptguet und zins, auf sich nemen zu bezallen; darzu wellen sie denen von Zimbern sechs tausendt guldin par geben oder die verzinsen,
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doch in allweg inen die losung mit 1000 guldin hauptguets abzulesen vorbehalten. Dargegen aber soll denen von Werdenberg beleiben und in ewigkait zusteen die herrschaft Mösskirch mit allen iren und ieden zugehörden und nutzungen, sampt der vogtei über Sauldorf, Rod und Alberweiler,
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auch der pfandtschaft Guetenstain und des vogtrechts der kirchen zu Mengen, dessgleichen aller gaistlichen und weltlichen lehenschaft, aller oberkait und alles, so die von Zimbern ererbt, erkauft, verpfendt und bißanher ingehabt, hergebracht und genossen, darzu die weingült vom
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zehenden zu Überlingen und den weingarten zu Süpplingen, genannt der Stoll, auch dem vierten thail der nidern gericht [319] in dem dorf zu Rast[2], sampt allem forst, wildtpennen und jagen: an solchem allem sollen die von Zimbern und ire erben zu ewigen zeiten kain vorderung, gerechtigkait
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noch ansprach nit haben, noch gewinnen, mit oder ohne recht, in kain weise oder wege. Dises ist in ainer summa gewest der inhalt des fürschlags, so der könig herr Wernhern zu Ulm aus anbringen deren von Werdenberg fürhalten lassen. Es hat aber herr Wernher solchen fürschlag kainswegs
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annemen künden, und als er domals kain andern beschaid oder antwurt bekommen, ist er von Ulm wider geen hove zu herzog Eberharten von Würtemberg geritten. In wenig zeit hernach ist der könig Maximilian zu Rottenburg am Negker ankommen; do haben etlich fürsten den könig
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bericht, welchermaßen Ir Majestat herrn Wernhern in die acht gethon, und sovil erlangt, das Ir Majestat solche acht suspendiert und biß zu außgang des reichstags zu Freiburg erstreckt, vermeg aines sonderlichen mandats, desshalben an herrn Wernhern außgangen. Als nun hernach der könig
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zu Freiburg ankommen, bevalch Ir[3] Majestat grave Eitel-

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[17] friderrichen von Zollern und andern räthen, sie sollten herrn Wörnhern beschreiben. Das beschach; dann es beschrib in grave Eitelfriderrich aus bevelch des königs, er sollte in vierzehen tagen nach Johanns anno 1498 zu Freiburg
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erscheinen. Und als herr Wernher auf bemelte zeit mit seinem beistand zu Freiburg erschinen und sich der königclichen Majestat ansagen lassen, hat Ir Majestat die handlung den stenden des reichs daselbst zu erörtern bevolchen, mit dem anhang, Ir Majestat welle hierin ohne sie nichts endlichs
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handlen oder schließen. Als solchs herr Wernher durch etlich seiner herrn und freundt verstendiget, hat er sich zu dem churfürsten von Menz, erzbischof Berchtoldten, verfüegt und dem under anderm angezaigt, das er des willens, sein notturft von sein und seiner geschwistergiten wegen vor
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denen reichsstenden selbs zu reden, welches im aber der churfürst aus ursachen widerrathen, mit anzaigen, er solle sein mainung geschriftlichen fassen und im die übergeben, welle er die hienach denen stenden fürhalten. Solchem gehaiß und gnedigem rath hat herr Wernher gelept und
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gedachtem churfürsten ain geschrift überantwurt, darin fürnemlich er das einnemen Oberndorf entschuldiget, mit anzaigen ains schreibens, so derhalben von der königclichen Majestat vor jharen an grave Eberharten von Würtemberg außgangen; es seie auch sollichs von ime der königclichen
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Majestat zu verachtung nit beschehen, sonder hab sich uß großer armuet zu dem seinen genehert, auch das mit Gottes hilf wider erobert; mit weiter außfierung, wie grave Eitelfriderrich von Zollern und grave Wolf von Fürstenberg ain vertrag zwischen im und denen von Werdenberg abgeredt,
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alles aus gehaiß und sonderm bevelch der königclichen Majestat. [320] Hierauf lange an sie, die reichsstende, sein underthenigs und freuntlichs pitt, sie wellen ansehen und zu herzen fassen sein, auch seiner geschwistergit jugendt, unschuldt und zehenjärige erlittne große armuet, dessgleichen
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die getrewen, willige dienst, so seine vorfarn dem hailigen reich, auch dem haus Österreich bewisen, die ir pluet vergossen, auch ir leib und güeter freiwilligclich dargestreckt, welches er und seine gebrüeder ze thuon sich auch erpieten, und die königclichen Majestat dahin vermegen, in den
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vertrag, durch baide obgenannten graven von Zollern und Fürstenberg abgeredt, allergnedigest zu verwilligen. Sollichs ist summarie der inhalt der suplication gewest. Die hat

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[18] nun der churfürst von Menz als erzcanzler im reich teutscher nation denen stenden fürgehalten. Die haben hierauf gerathschlagt und zuletzst herrn Wernhern dise antwurt gegeben: Sovil das einnemen Obemdorf belange, hab herr
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Wernher wider den königclichen aufgerichten landtsfriden gehandelt, desshalben er, herr Wernher, und seine geschwistergit für sollichs frävenlichs einnemen dem reich etwas zu abtrag thuon und zu abtrag dem reich etwas zu lehen machen müeß. Soverr nu sollichs beschehe, wellen sie, die
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stende, umb fürderliche verwilligung in obgemelten vertrag anhalten, dessgleichen die acht abbitten. Auf solche antwurt hat herr Wernher ain bedacht genomen und die herren Gottfriden von Zimbern, seinem alten vettern, zugeschriben, mit pitt, er welle gemainen stammen und namen
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und irer aller wolfart hierinnen betrachten und, damit vilbemelter vertrag zu gepürlicher volstreckung gefürdert, die freiherrschaft Zimbern vor Walde denen stenden anbieten und zu lehen machen. Herr Gotfridt, dem biß hieher die ganz handlung seiner jungen vettern und pflegsöne nit
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weniger, dann ob sie seine selbs sachen, angelegen, bewilliget im solchs. Das pracht herr Wernher abermals an die reichsstende. Die namen im sollichs an und erkannten hierauf, soverr herr Wernher solchem seinem erpieten nachkome, welten sie ain beniegen an der ganzen handlung haben.
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Hierauf die reichsstende gemainlich die königclich Majestat umb fürderliche bewilligung in den[4] vertrag, durch die vilgemelten graven von Zollern und Fürstenberg abgeredt, gebetten, darauf Ir Majestat vier aus den stenden begert, mit denen wellen sie zu aim endtlichen beschluß der handlung
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greifen, und seind namlich dise vier darzu verordnet: die bischöf von Chur und Basel, herzog Albrechts von Bayern hofmaister, auch des herzogen von Gülchs probst. Dise vier seindt von Ir Majestat beschickt und mit inen gehandelt worden. Es ist inen aber kain endtlicher beschaidt worden,
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sonder Ir Majestat hat sie widerumb von im gelassen, mit anzaigen, sie welle andere ordnen. Was nun die ursachen, das der könig mit denen [321] domals nichts endtlichs handlen, ist wol zu gedenken, doch ist aus aller handlung wol abzunemen, es seie abermals ain falscher würfel in der sach
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umbgangen, dann die von Werdenberg hetten dozumal den

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[19] könig, wie sie wellten; sie waren auch am hoff gewaltig und bei allem hofgesündt in großem ansehen, durch deren gunst und hilf sie, was sie für sich namen mit gewalt, nach allem irem gefallen hindurch prachten. Nun ist der könig
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dahin bedacht gewest, ander commissarii, die mit herrn Wernhern handlen und die paide partheien vertragen sollten, zu verordnen, nemlichen den bischof von Basel, grave Philipsen von Nassaw, grave Ulrichen von Montfort, grave Balthassern von Schwarzenburg und herrn Ludwigen von
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Maßmünster[5], ritter. Disse fünf haben herrn Wernhern erfordert und in under andern bericht, die königclich Majestat welle Oberndorf lesen und den pfandtschilling erlegen. Zum andern sollen herr Wernher und seine geschwistergit Mösskirch, die ganz herrschaft, mit aller zu- und eingehörde, an
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ain gelt anschlahen, so wellen ine die von Werdenberg die bezalln und abkaufen. Hierauf herr Wernher mit antwurt begegnet: Sovil das anbringen Oberndorf belange, köndte er, auch seine gebrüeder, was die pfandtbrief der losung halb zugeben, nit vor sein, aber die herrschaft Mösskirch
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künden, noch wellen sie kains wegs an ain gelt anschlahen, dann sie noch nit willens, dieselbig zu verkaufen. Es haben auch die herren commissarii letzstlich mit herren Wörnhern geredt, was doch er, herr Wernher, von sein, auch seiner gebrüeder wegen dem haus Österreich für ain abtrag auf
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sein erpieten, dann im müeß etwas widerfaren, thuon welle, und hat hierinnen grave Ulrich von Montfort ad partem von der andern allerwegen mancherlai mit herr Wernhern geredt und etliche mitel fürgeschlagen, darauf herr Wernher sich etlicher stuck erpotten und die den herren commissariis in
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schrift zugestellt, mit pitt, sie wellen die der königclichen Majestat fürhalten und die bewegen, gnedigest in bemelten vertrag zu bewilligen. Und sein das die mittel, deren sich herr Wernher von sein und seiner geschwistergit wegen erpotten: Erstlichs, sie wellen die freiherrschaft Zimbern vor
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Waldt von Ir Majestat und dem reich, oder als von erzherzogen von Österreich zu lehen empfahen, welches sie zu Ir Majestat gefallen stellen. Zum andern wellen sie an der losung Oberndorf, soverr anders die pfandtbrieve sollichs zugeben, 1500 guldin nachlassen. Zum dritten, soverr die
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pfandtbrieve nit zugeben, Oberndorf widerumb zu lösen,

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[20] wellen sie Ir Majestat 1200 guldin geben, doch das sollich gelt aus den pfandtschilling geschlagen werde. Zum vierten wellen sie Ir Majestat 1000 guldin also par geben; doch alles, soverr Ir Majestat den vertrag, so auß derselben
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bevelch abgeredt, ratificir und aufrichten lasse. Disses sein in ainer summa die mittel, deren herr Wernher sich ange[322]potten. Nun haben die obgenannten commissarii herren Wernhers erpieten der königclichen Majestat fürbracht. Die hat aber herrn Wernhern ain antwurt zu geben ain bedacht
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genomen, und als sich die antwurt verzogen, darauf dann herr Wernher lang gewartet, hat er manig mitl und weg gesucht, die zu bekommen, hat aber die nit megen erlangen. Es hat der könig iezundt den, dann ain andern auszug gefunden und fürgewendt, dardurch herr Wernher in großen
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uncosten gefüert; dann also war es von denen von Werdenberg angesehen, das herr Wernher und seine brüeder aus armuet nit sollten vermegen, der handlung ain endtschaft zu gewarten, sonder das sie es obangezaigter ursach halber müesten ansteen und ersitzen lassen, oder die herrschaft
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Mösskirch verkaufen. Zudem, dieweil außbrach, der könig wurde in kürze von dannen verrucken, zu besorgen, die sachen mechten sich noch lang verweilen, do fand herr Wernher an rath, er sollte die reichsstende wie vor ansuchen, nochmals bei der königclichen Majestat umb ain gnedigeste
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antwurt seinet halben anzuhalten. Das thett herr Wernher und vergriff sein mainung in ain suplication. Die wardt nun durch den erzbischof von Menz in des reichs rath übergeben, derhalben die reichsstende den könig abermals, in den vertrag, aus Ir Majestat bevelch abgeredt, zu willigen, pittlichen
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angelangt. Do hat Ir Majestat inen geantwurt, sie hab der großen gescheft halb darin nit handlen könden, welle aber den handel annemen und dess eingedenk sein, und die von Zimbern sollen der stende fürpitt genießen. Uf sollichs hat sich die sach verzogen, bis Ir Majestat wegfertig und
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hinweg wolt; haben die reichsstende gemainlich abermals den römischen könig, denen jungen, armen geschwistergiten, freiherren und frölin von Zimbern, gnedigeste antwurt vermeg Irer Majestat vorigs gnedigsts erpietens gedeihen und widerfaren zu lassen, gepetten. Darauf Ir Majestat geantwurt, sie
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welle inen, denen reichsstenden, die antwurt geen Freiburg schicken, und das die von Zimbern befunden sollen, der

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[21] stende fürpitt[6] genossen zu haben. Uf sollich antwurt, als der könig hinweg gezogen, hat herr Wernher lang gewart, und als sich die antwurt noch lenger verzogen, hat herr Wernher die stende zum drittenmal angesucht, anruefende,
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sie wellen die königclich Majestat abermals geschriftlichen von sein, auch seiner geschwistergit wegen ansuchen, angesehen das er etliche wochen mit ganz schweren uncosten alda gelegen und auf antwurt gewart. Hierauf haben die stende den könig neben anderm auch desshalben
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schriftlichen angelangt, aber kain antwurt hat herrn Wernhern nochmals gedeihen megen. In wenig zeit hernach ist der könig wider geen Freiburg kommen, do hat herr Wernher, domit er nit so ain lange zeit das [323] sein vergebenlich verzert, die stende zum vierten mal müntlichen, ain antwurt
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bei der königclichen Majestat zu erlangen, angerueft. Das haben sie sich abermals gegen im zu thuen erpotten, auch desshalben den könig mit ganzen trewen gepetten. Indess ist der könig eilendts wegfertig worden und verritten, hat denen stenden us ir vilfältigs gethon fürpitt geantwurt, wie
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vor, er welle inen gnedig antwurt geben, damit die von Zimbern empfünden, solcher fürpitt genossen zu haben, und welle inen sollich antwurt geen Freiburg zuschicken. Auf solliche geschriftliche antwurt hat herr Wernher abermals lang gewart, aber vergebenlich, dann der könig denen
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stenden von andern handlungen allen geschriben und beschaidt geben, allain der zimbrischen sachen ist er vergessen worden, die grave Haugen, auch andere von Werdenberg in die augen gebissen und, wa sie gekundt, rigel undergeschoben, damits angehenkt und in vergess komme. Als nun
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herr Wernher augenschinlich befunden, das er diser zeit kain antwurt erlangen und also umbtriben werde, ist er zu herzog Friderrichen von Sachsen, churfürsten, gangen und bei dem den abschid genomen; darauf hat er ohne ain endtlichs antwurt, die weder den reichsstenden, noch im uf ir
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vilfeltigs ansuchen hat megen werden, ungeschafft widerumb haim reiten müeßen. Also ist dozumal die handlung nach dem reichstag zu Freiburg ain zeit lang ansteen beliben, das herrn Wernhern kain antwurt vom könig zukomen und baide partheien [A262a] nichts gegen ainandern fürgenomen.
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Es ist auch zu wissen, das die stat Rotweil, die von wegen

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[22] eroberung der herschaft Oberndorf in die acht declarirt, von derselben declaration auf obbesagten reichstag zu Freiburg absolvirt und erledigt sein worden; actum den achtundzwainzigisten tag Julii anno vierzehenhundert achtundnünzige[7].
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* [1338] Wie und welcher gestalt das burgle zu Rast sampt dem sechsten tail der frefln und nidern gerichten daselbst und anderer zugehörden an die herrschaft Zimbern und das gestift daselbs vor jaren komen, das ist etlich zeit verborgen gewest, aber zu wissen, das sollichs von denen
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edelleuten von Jungingen herrüert, und hat das einer, genannt Hanns Wältlin, von Zurzach, sampt seiner hausfrawen, Agata Raiserin, herr Hainrich Heckern, der zeit caplon sant Veits altar zu Mösskirch, zu kaufen geben. Ist beschehen noch bei leben des alten herrn Wernhers freiherren zu
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Zimbern, den man den Platterer genannt von seines schwuers wegen, benanntlichen in anno 1469; ist beschehen mit bewilligung Wolfen und Burkharten von Jungingen, gebrüeder, der lehenherren. In bemeltem jar oder baldt hernach soll dise lehenschaft von Ulrichen von Jungingen an Hanns Jacob
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Gremlichen zu Hasenweiler komen sein, und seither allwegen, so es zu fellen kompt, mueß es der gestift vom Gremlich von Menningen[8] enpfahen und darumb ain träger geben sampt zweien creuzkeesen oder ainem par hendtschuch, ohne alles jurament; auch gibt man keine brief darumb. Ich find auch
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ain alten brief, das bemelt burgle zu Rast mit seiner zugehörde dem gestift zu Mösskirch von der herschaft Zimbern umb ain hundert guldin sei verpfendt worden. Die ursach aber solcher verpfendung und das es auch seither von der herrschaft nit wider gelest worden, ist, als ich eracht, allain
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daher geflossen, dieweil solch purgle sampt der zugehördt von denen von Jungingen und hernach von denen Gremlichen zu lehen hergerüert. Es ist auch nichs seltzams, das man zu erkantnus der gerechtigkait kees mueß geben, oder ain par hendtschuch, seitmals das vor jaren also
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gepreuchlich ist gewest. In unser landtsart ist die statt Rotweil schuldig, dem bischof von Chur järlichs ain sperber zu schicken. Dergleichen so geben die von Besenfeldt ufm Schwarzwaldt dem prior von Reichenbach järlichs nur neun häller; die sollen in aim seckel sein, der drei pfening costet.
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Der stift zu Mösskirch gibt järlich dem hailigen zu Pfaffen-

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[23] hofen zehen schilling heller und zwen heller für ain seckel, oder den seckel darfür. Das stettlin Leiningen am Reinbirg gibt aim bischof von Wormbs järlich drei maisen und ain regel bieren. So haben die edelleut von Dalburg, genannt
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die Kemmerer, ain hof zu Wormbs, da ist inen järlichs ain rath schuldig, uf den pfingstag zwen rumpf, ußer ainer [1339] rinden gemacht, mit erpör zu geben, und mueß die rumpf krom sein[9]; mer ist inen der rath alda zu überantwurten zwen new krum hefen mit kromen deckeln, auch voller erpör.
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Aber zu Aichstet hat es ain solliche alte gewonhait, die abenteurlicher, dann die andern alle, und namlich so ist ain ieder abt zum hailigen Creuz zu Tonowwerdt järlich aim bischof von Aichstett schuldig zwaihundert kreuzkees zu geben und die geen Aistett ins schloß zu liffern. Das geet
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aber nur mit solcher form zue. So die 200 kees uf aim wagen geladen, füert man den zwischen die thor im schloß; daselbst helt denn der fuerman still, biß der kuchinschreiber oder der, so sollichs befelch hat, vorhanden ist. Derselbig kompt mit ainer brinnenden kerzen und steigt uf den wagen.
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Darauß nimpt er ungefärlich ain kees, der ime gefellt; von dem schneit er ain schniten, die brennt er an. Wann nun der käs nit so faist oder so guet, das die schnitten anbrint und dem schreiber, oder wer er ist, biß an die finger brent, so ist der gerechtigkait nit genug beschehen
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und mag er den furman haißen mit dem wagen und mit den käsen wider umbkeren und werschaft bringen. Dergleichen gewonhaiten haben wir hin und wider nit wenig. * [1413] Also auch ligt ain frawencloster, genannt Maingen, s. Brigittenordens, under den graven von Öttingen.
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Solchem ist ain apt von Kaishaim iedes jars schuldig zu zinsen ain ai. Das fürt man uf ainem wagen hinüber und lasts den frawen järlich also überantwurten. * Das aber das gestift zu Mösskirch ain lehen empfacht vom Gremlichen, auch ehe und zuvor beschehen ist, das
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sie geadelt sein worden, das ist sich umb sovil dester weniger zu verwundern, das vor jaren ein römischer kaiser die statt Wimpfen am Necker von aim bischof von Wurmbs hat sollen durch ain träger zu lehen empfahen. *



  1. seinen] hs. seine.
  2. Rast] s. schluß des capitels, s. 22.
  3. bevalch Ir] hs. bevalch er Ir.
  4. den] hs. dem.
  5. Maßmünster] hs. Maßnuister; vgl. Mone, Quellensammlung I, 385.
  6. fürpitt] hs. antwurt.
  7. achtundnünzige] hs. achtundnutzige.
  8. Menningen] hs. Memingen.
  9. WS: folgende Fußnote erscheint in der Ausgabe 1932: Liebrecht (Zeitschrift für deutsche Kulturgeschichte, Neue Folge I, 367) weißt darauf hin, daß nach nordenglischem volksglauben krumme dinge für glücklich gehalten werden. Vgl. Henderson, Notes on the Folk-Lore of the Northern Counties of England, London 1866 s. 193 ff.