Zimmerische Chronik/Band 1/Kapitel 74

<<< Kapitel 74 >>>
aus: Zimmerische Chronik
Seite: Band 1. S. 533–542
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[533]

Wie herr Johanns Wörnher freiherr zu Zimbern seine herschaften und güeter seinen kinden vor hovegericht zu Rottweil vermacht und übergäben, auch wie sich die von Werdenberg gegen der statt Mösskirch gehalten[1].

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Mitlerweil als dise handlungen in der Etsch pratticirt, war herr Johanns Wörnher zu Mösskirch bei seinem gemahel und kinden; und damit er seine sachen zu etwas mer ruowen schicken, in ansehung das er blöd und täglichs zufellig, vermacht und übergab er baide herrschaften Mösskirch und
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Oberndorf seinen vier sönen, hern Veiten Wörnhern, Johannsen Wörnhern, Gottfriden Wörnhern und Wilhelmen Wörnhern, auch seinen vier döchtern, mit namen fröle Katharina, Anna, Margaretha und Barbara, zu Rotweil vor dem kaiserlichen hovegericht; ist beschehen anno domini
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vierzehenhundert sibenundachtzige zinstags vor nativitatis Marie.

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[534] Demnach aber dieselbigen seine söne und döchteren [A206b] noch in iren kindtlichen jarn, verordnet er inen zu gerhaben und tutorn herrn Gotfriden freiherren zu Zimbern, seins herrn vatterns brueder. Demselben macht er baide herschaften
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einhendig, lies im die underthonen loben und schwern. Doch hat er im selbst vorbehalten alle gaistliche und weltliche lehenschaften, castvogteien und vogtrecht zu Sigmeringen dem dorf und Mengen, auch zehenden zu Menningen und Leutishoven, die vorst, wildtpenn, jagen, zoll, weglön, glait,
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hölzer und alle hohe oberkait [261] zu bemelten herrschaften, auch die vischenzen an der Tanaw und Negker, sampt den vogtleuten von Sauldorf, genannt die Schillinger, doch seim gemahel, fraw Margrethen, und fraw Anna freiin von Zimbern, weilund herrn Johannsen von Geroltzegks verlassne
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wittib, die dozumal noch lept, an irem heiratgut, verweis, leibdingen, widerlegung und morgengab one schaden. Darneben, als in wenig zeiten hievor obbemelt vermecht aufgericht, ain reichstag zu Eßlingen gewest, auf dem dann der schwäbisch punt angefangen, hat herr Johanns Wörnher
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sein pottschaft auch alda gehabt. Domals haben die von Werdenberg sovil pratticirt, das herr Johanns Wörnher in solchem punt ausgeschlossen und nit aufgenomen ist worden. Sollichs alles, ee und zuvor die declaration ausgangen, beschehen. In wenig zeiten, nachdem herr Johanns Wörnher
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sine baide herschaften seinen kinden, sönen und döchtern, vermacht und übergeben, brachen die pratiken in Etschland auß, also das mit dem frommen herzog Sigmunden, wie obgehört, fürgenomen; daruf volgt dann die declaration. Sollichs alles wardt her Johanns Wörnher durch eilende
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potschaft von etlichen vertrawten freunden verstendiget, [A207a] darab er nit wenig, sonder groß laid und beschwerdt empfieng, woll wissendt, was gemüths die von Werdenberg gegen im gesinnt, das sie auch nach seiner person stellen, in umb eer, leib und gut zu bringen sich understeen wurden.
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Derhalben er wenig leuten sein fürnemen entdöckt, bei nechtlicher weil von Meskirch geen Wildenstain sich thäte, des vorhabens, solchs mit vertrawten leuten zu besetzen und zu speisen; darneben seinem gemahel bevelch gab, brieve, silbergeschirr, harnasch, den pesten hausrat und was sonst
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guts alda were, zu flöchnen, sollichs alles haimlichen in faß und truchen zu schlahen. Und in wenig tagen hernach schickt er etliche läre wegen geen Möskirch; die luoden

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[535] solch vaß und truchen im schloßgarten, fürten die bei nacht, dergestalt sie niemandts in der stat noch sunst gewar wurde, bis geen Wildenstain. Unlangs hernach ist grave Haugo von Werdenberg vom kaiserlichen hove zu Sigmaringen
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ankommen, der hat ain declaration, sonderlichen über herrn Johannsen Wernhern ausgangen, sampt ainem mandat an die von Messkirch mit sich gebracht, daruf in wenig tagen die pfandtschaft Veringen sampt den mererthail namhaftigen dörfern und gerichten, als Geggingen, Ablach, Gutenstain
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und andere, der herschaft Mösskirch zugehörig, eingenomen, darneben sein schuolmaister zu Sigmeringen, ein notarium, genannt Johanns Bustetter, geen Messkirch geschickt, ain kaiserlich mandat aim rat und gemaindt daselbst zu überantwurten, des inhalts: »Wir Friderrich, von Gottes gnaden
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römischer kaiser, zu allen zeiten merer des reichs, zu Hungern, Dalmatien, Croatien etc. könig, herzog zu Österreich und zue Steyr etc., [A207b] empieten unsern und des reichs getrewen burgermaister, rat und gemainde zu Möskirch unser gnad und [262] alles guots. Getrewen! Hanns Wörnher von
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Zimbern hat uns vor kurz verschinen tagen mit sampt andern in den hochgebornen Sigmunden, erzherzogen zu Österreich etc., unsern lieben vettern und fürsten, mit erdichten, unwarhaftigen worten, dero wir kains in unser herz noch gemüeth nie genomen, die auch offenbarlich unwarhaft an
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tag kommen und erfunden sein, getragen, das wir in durch vergift vom leben zum tod zu bringen understeen welten und in damit bewegt, das er uns und dem durchleuchtigisten fürsten Maximilian, römischen könig etc., unsern lieben son, unser und unsers haws Österreichs gemaine und ungethailte
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lande, so er als regierender fürst inhat und regiert, unverschuldt zu nemen und auf ander frembde leut zu wenden understanden, mit dem derselb von Zimbern unser leib, seel, eer und gut angetascht und dardurch die schwere peen, so man zu latin nempt crimen lesae Majestatis, an uns
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committirt und begangen hat und uns mit seim leib und gut verfallen; desshalben wir ine in solch peen, straf und puße, darein er dann mit der that, so offenlich am tag ligt und verrer kainer beweisung noch rechtvertigung bedarf, gefallen ist, declarirt und erkennt und den wolgebornen unsern und
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des reichs lieben getrewen Jergen, Ulrichen und Haugen, graven zu Werdenberg, bevolhen und unser macht und gwalt begeben haben, sein leib, güeter, herrschaften und anders,

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[536] nichts ausgenomen, sovil sie der erraichen mögen, zu unsern [A208a] und des hailigen reichs handen inzunemen und verner nach unserm bevelch damit zu handlen, inhalt unsers kaiserlichen brieves, darüber ausgangen. Und nachdem ir nun
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demselben von Zimbern, als wir bericht werden, one mitel zugehörig und underworfen sein, gepieten wir euch bei vermeidung unser und des reichs schweren ungnad und strafe von römischer kaiserlicher macht ernstlich und vestigclich und wellen, das ir one verziehen, nachdem euch diser unser
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kaiserlicher brieve geantwurt oder verkündt wurt, den genannten graven zu Werdenberg oder ir ainem insonderhait, welcher euch mit disem unserm kaiserlichen brieve ersuocht, an unser stat und von unser und des hailigen reichs wegen bei euch einlasset und gewonnliche huldigung, glipt, aid und
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gehorsam thuet, als sich gepürt, und darin nit seumig erscheinet, noch euch des setzet noch wideret, dardurch nit not werde, desshalb mit hilf unser und des hailigen reichs fürsten, graven, herrn und underthonen wider euch als ungehorsamen unser kaiserlichen Majestat zu handlen und zu
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gehorsam zu bringen. Daran thuet ir unser ernstliche mainung. Wir haben euch darauf von allen und igclichen gelipten und aiden, damit ir dem gemelten [263] von Zimbern verpunden gewesen seidt, genzlichen absolviert und entlediget von obbestimpter römischer kaiserlicher
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machtvolkommenhait, wissendtlich, in craft diz briefs; darnacht wist euch zu richten! Geben zu Insprugg am achtundzwainzigisten tag des monats Januari, nach Christi gepurt vierzehenhundert und im achtundachtzigisten, unsers kaiserthumbs im sechsunddreißigisten jaren.«[2]
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* [1246] In den werdenbergischen actis, so mir zum Hailigenberg zu sehen worden, find ich, das kaiser Friderrich denen von Werdenberg die herrschaft Mösskirch sambt andern zimbrischen güetern frei ledigclichen übergeben, iedoch haben Ir Majestat derselben die losung zu
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Oberndorf vorbehalten; actum[3] Aquisgrani anno 1488 den 16 Mai. Dargegen haben die von Werdenberg dem kaiser in gemeltem jhar ain revers geben, solche güeter umb Ir Majestat zu verdienen, auch die nit trennen, verkaufen oder in

1 [537] ander weg verendern, sonder die güeter im fall Ir Majestat wider zustellen. *

* [1246] Hernach in bemeltem jhar den 3 Augusti hat der römisch künig Maximilian den dreien gebrüedern von
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Werdenberg, graf Christoffen, graf Hannsen und graf Felixen, die herrschaft Mösskirch auch confirmiert, in bedacht, das die zwen, graf Hanns und graf Christof, bei gedachtem künig waren in der handlung wider die ungehorsamen von Pruck; actum in castris zu Säftungen[4] in Flandem. *
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* [1246] Anno 1489 den 13 Novembris hat kaiser Friderrich denen von Werdenberg Oberndorf mit seiner zugehörd wider genomen und die pfandtschaft graf Eberharten von Würtemberg dem eltern zugestellt; actum[5] Linz. * [A208b] Neben disem mandat haben die von
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Werdenberg bei obbemeltem notario, dem Bawstetter, denen von Messkirch ain ervorderungsbrieve, iezangezaigtem kaiserlichen mandat gehorsame zu thun, zugeschickt, darin denen von Messkirch ain tag, auf dem sie huldigung und glipte von inen empfahen welten, ernembt. Auf sollichs alles haben
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der alt Jacob Weiglin, stataman, Hainrich Alber, burgermaister, und ain rat sampt dreißigen von der burgerschaft, die von ainer ganzen gemaindt darzu erwelt, welchermaßen in diser cläglichen handlung und erschrockenlichen ervorderung sich zu halten, geratschlagt, welche sich letstlich
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entschlossen und ain potschaft, namlich maister Bernharten Altherthan und herr Hannsen Zimberer, pfarrhern und caplon daselbst, ist des alten hern Gotfridts lediger son gewest, mit sampt den mandaten und brieven geen Wildenstain geschickt, hilf, beistandt und rats bei irem herren zu suchen.
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Der hat sie fürgelassen und verhört und in ansehung des merclichen unfals inen die antwurt geben, sie sollen, solang sie mögen, sich aufenthalten und alle sachen in verzug, wo möglich, stellen. Solcher antwurt seien die von Messkirch nit ersettiget gewest, sonder haben den vogt Niclausen
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Ulen sampt etlichen des rats und von der gemaindt geen Wildenstain verordnet, mit bevelch, demnach die von Messkirch weder mit büchsen, bulfer, leuten oder andern, zu der were dienstlich, nach notturft versehen, inen auch die landtschaft zum tail, deren sie sich getrösten mögten, ab-

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[538] gestrickt, künden sie nit erachten, was doch mit irer unbeharrlichen [A209a] were zu erhalten, in bedenkung, das solch ir ungehorsame denen jungen herrn und frölin zu beraubung und verstoßung von irem haimwesen, auch inen
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selbs und iren weib und kinden zu verderplichem nachtail, dessgleichen zu erstörung der statt Mösskirch ursach geben möge, desshalben an in, als iren gnedigen herren, ir underthenigs pit, soverr er kain rettung wisse, daz er dann seines gemahels, seiner kinder, auch der statt Messkirch schaden
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und verderplichen nachtail, so us diser ungehorsame entspringen, bedenken und inen, der kaiserlichen Majestat gehorsame laut des mandats zu thun, gnedigclichen vergunnen und zulassen welle, tröstlicher hoffung, die sach möge dardurch zu pesserung kommen; dann sein gemahel sampt den
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jungen herrn und frölin mögen bei irem widdumbsitz und wesen [264] durch ir gehorsame auf ain pesserung beleiben, dessgleichen die stat und mauren zu Messkirch unzerrissen, und ain ieder burger bei dem seinen, damit, ob Meskirch über kurz oder lange zeit widerumb zu sein oder seiner
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erben, der freiherren zu Zimbern, handen gepracht, wie dann wol beschehen, sie fünden ain wolerbawne und hebige stat, dann ain zerrissens und erflögts nest; dann ob gleichwol die sach iezo ain solche gestalt, mögen sich doch die über nacht endern; idoch so er ain pessere mainung wisse und
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sie der berichte, darumb sie zum underthenigisten pitten, wellen sie als die gehorsamen gern volgen. Nachdem nu die gesandten, wie gehört, ir mainung fürgebracht, hat inen herr Johanns Wörnher ungevärlich dergestalt widerumb geantwurt, er künte sollichs alles, wie sie im erzelt, woll
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ermessen, so wisse er auch, das sie zu ainer beharlichen were [A209b] nach notturft nit gefast, zudem er auf dizmal kains entschittens, hilf oder rettens, in ansehung daz er von allen seinen herrn und freunden verlassen, nit wertig; und wiewol im etliche fürsten, die im aber diser zeit zu weit gesessen,
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in zu retten, zusagen gethon, möge im doch sollichs iezund zumal nit erschiesen; derhalben sein rat und bevelch, das sie aufs fürderlichest den vogt und amman sampt etlichen den fürnembsten des rats und der gemaindt (doch das sie zuvor umb ain sicher glait werben und sover sie das erlangt)
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zu denen von Werdenberg geen Sigmeringen schicken sollen und mundtlichen mit grave Haugen handlen, ob die sach in verzug möchte gestelt werden, wo nit, laß er zu, das die

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[539] von Messkirch aus vorerzelten ursachen dem kaiserlichen mandat gehorsame thuent, doch soverr das sein gemahel und kinder, in ansehung das die herschaft iren und nit sein, wie sie wissen, bei irem sitz und wesen bis auf ain pesserung
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beliben; so sie solchs erhalten, sei er benüegig und beger nit weiter, dann, so er iren etlicher aus der stat notturftig, das sie im die vergonnen und zulassen wellen, mit dem erpieten, soverr sie widerumb zu seinen oder seiner kinder handen kommen, das er und dieselben solichs in gnaden
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bedenken. Hiemit hat sie herr Johanns Wörnher von im abschaiden lassen. Auf sollichs die von Messkirch den obbemelten vogt, Niclausen Uoln, und den statamman sampt iren noch fünfen vom rat und der gemaind, nachdem inen sicher glait zugeschriben, geen Sigmeringen zu denen von
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Werdenberg geschickt. Die haben nu oberzelte mainung den graven fürgehalten und, sovil möglich, damit irer, der graven, fürnemen aus craft der [A210a] declaration in rhue gestelt, sich bearbait. Nachdem inen aber sollichs gar abgeschlagen, haben sie fürnemlich ir werbung dahin gericht,
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damit fraw Margreth, herrn Johannsen Wörnhers gemahel, sampt den jungen herrn und frölin in irem wesen und widdemsitz [265] zu Messkirch beleiben, auch die stat mit frömbden leuten nit übersetzt, sonder gnedigclichen geschürmpt wurde. Sollichs ist inen von grave Jörgen und
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grave Haugen bewilligt und zugesagt worden. Nu ist herr Gotfridt freiherr zu Zimbern, herrn Johannsen Wörnhers kinder gerhab, solcher deren von Werdenberg geüebten handlungen bericht worden; der hat sich zu Seedorf, alda er sein gewonliche residenz gehabt, zu grave
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Haugen verfüegt und beschwerdt, das er, grave Haugo, die obbemelten dörfer, der herrschaft Messkirch zugehörig, also mit gwalt zu unbillicher huldigung getrungen, gleichergestalt auch mit der stat Messkirch zu handlen vorhabens, mit anzaigung, das die declaration witer nit dann allain auf herrn
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Johannsen Wörnhern, seinen vettern, und seine güeter sich erstreck, und ob gleichwol gedachter sein vetter etwas misshandlt, das er doch nit verhoff, möge doch solchs auf seine phlegsöne, denen die güeter lang vor der ausgangnen declaration mit rechtlicher erkanntnus vor dem kaiserlichen
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hovegericht zu Rotweil zuerkennt und zugestelt, kainswegs verstanden werden; mit frindlichem begern, sie, die von Werdenberg, wellen in ansehung der freundtschaft, damit

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[540] sie zu allen thailn ainandern verwandt, von irem fürnemen absteen, auch, deren dörfer sie eingenommen, wie pillich, widerumb abtretten. Hierauf grave Haugo ime mit freundtlichen worten [A210b] begegnet und angezaigt, das ime und
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seinen gebrüedern seins vetterns, herrn Johannsen Wörnhers, unfal und widerwertigkait zum trewlichisten laid, und was er bisher gehandlt und noch, sei nit aus aignem fürnemen, noch ime selbs zu gutem, sonder aus höchstem mandiern und bevelhen der kaiserlichen Majestat und als
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von aim freundt seinen jungen vettern zu gutem, damit ire herrschaften und güetere nicht in andere hende kemen, beschehen; dann so die in frembde gwaltige hende kommen solten, wie dann, soverr seine brüeder und er sich der sach sovil nit annemen, wol beschehen mögte, were zu besorgen,
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das die zu eewigen zeiten nimmer mer an den stammen Zimbern geraichen wurden; mit dem erpieten, demnach in kürze darvor der schwebisch punt von der kaiserlichen, auch königclichen Majestat aufgericht, welle er, grave Haugo, als hauptmann desselben ine, herrn Gottfriden, sampt seinen
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jungen vettern in solchen punt, damit sie mer schutz und schurmbs, auch mer trosts zu iren güetern haben mögten, aufnemen; dessgleichen seien seine gebrüeder und er, ir mumen und die jungen herrlin und frölin zu Messkirch im schloß bei dem iren ungeiert beleiben zu lassen, gesinnt;
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hat darneben herrn Gotfriden, als ob ers ganz getrewlichen gemaine, mit weitlöufigem bericht gewarnt, erzellendt, er, herr Gotfridt, solle sich den kaiserlichen gepotten und mandaten, damit nit er und seine phlegsöne in gleiche peenen fallen und umb alle güeter zumal kommen, nicht also
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frävenlich widersetzen, sonder in ansehung, wo er nit [A211a] volge, ime ergers darus erwachsen, denen gehorsame thon und globen; soverr er aber ime volge und als ain freundt [266] vertraw, welle er seinen jungen vettern, so bald die zu iren tagen kommen, ire herrschaften und güeter one alle
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entgeltnus frei widerumb zustellen und in mitler zeit dermaßen handlung fürnemen, damit die ungnad bei kaiser und könig abgestelt und sie bei dem iren unverhindert menigclichs pleiben mögen; dann alles, was er bis anhere hierinnen gehandelt und noch, thue er als ain getrewer freundt.
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Solchs und dergleichen mit vil andern freundtlichen worten und versprechen hat grave Haugo bemeltem herrn Gotfriden fürgehalten. Ich geschweig, das grave Georg von Werden-

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[541] berg und villgedachter grave Hugo, sein brueder, sich in etlicher zeit hernach gegen denen von Messkirch, fraw Margrethen sampt den herrn und frölin bei irem widdem im schloß zu Messkirch und morgengab beleiben zu lassen,
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dessgleichen sie die von Messkirch sampt der herrschaft anders nicht, dann als ob sie under vilbemelts herrn Johannsen Wörnhers regiment weren, zu halten verschriben. Dardurch dann herr Gottfridt als ain frommer, eerlicher herr, der sich kainer untrew mer zu denen von
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Werdenberg versach, und die von Messkirch dermaßen überredt wurden etc., das sie grave Haugen uf sein trawen und glauben, auch glauplich versprechen und verschreiben thür und thor auftheten und ine die stat Messkirch, auch die ganz herrschaft in nammen der kaiserlichen Majestat, doch
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under dem schein, wie oblut, einnemen ließen. Dozumal als grave Haugo personnlich geen Messkirch kommen, die huldigung zu empfahen, wie dann [A211b] beschehen, hat obbemelte fraw Margreth mit sampt denen jungen herrlin und frelin zu grave Haugen auf das rathaus zu Messkirch
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sich verfüegt und ine gepetten, er welle sie und ire kind als ain freundtlicher vetter in trewem bevelch haben und ansehen ires herren unschuld, auch die freundtschaft, damit sie ainandern verwandt. Also hat grave Haugo sich vill guts gegen ir und iren kindern erpotten und sie getröst,
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mit anzaigung, die sachen werden noch gut und ain freundtschaft werde der handlung sich annemen; dessgleichen sie sampt iren kindern widerumb haißen in das schloß geen. Und in wenig zeit hernach ist herr Gottfridt von Zimbern geen Costanz komen, alda hat grave Haugo als hauptman
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des schwebischen pundts in und seine phlegsöne mit iren leib und güetern in den bunt angenomen. Hiemit hat sich grave Haugo alles argwons und verdachts bei vilbemeltem herrn Gotfriden erledigt, das er ime, dergleichen sich grave Haugo hienach bewisen, gar nicht vertrawt, auch kain sorg
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mer auf in oder seine brüeder gesetzt hat. Doch unverhindert sollichs alles hat sich herr Johanns Wörnher in kürze hernach zu herzog Albrechten von Bayern geen München verfüegt, dem er seine ob- und anligende beschwerden, umb hilf und rath underthenigclichen pittende, clagt.
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Demnach aber herzog Albrecht ain besondern gnedigen willen zu im, hat er in gnedigclich in sein grösten nöten zu rat und diener angenomen und mit ainer erlichen underhaltung

1 [542] an seinem hove versehen, mit dem gnedigen erpieten, ine, unangesehen der vermainten [267] declaration, wider die von Werdenberg und menigclich uf recht zu enthalten, auch seinem pesten vermögen nach zu beschirmen.



  1. gehalten] dieses capitel findet sich vollständig abgedruckt in Münchs Geschichte des Hauses und Landes Fürstenberg I, 414—424.
  2. diese urkunde fehlt bei Chmel, Regesta Friderici III.
  3. actum] s. Chmel a. a. o. nr. 8283.
  4. Säftungen] d. i. Säftingen, Sästingen.
  5. actum] s, Chmel a, a. o. nr. 8466.