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Zeittung Von Wallensteiner

Textdaten
Autor: unbekannt
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Titel: Zeittung Von Wallensteiner
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Erscheinungsdatum: 1634
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Erscheinungsort: o. A.
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Quelle: ULB Halle, im VD17 unter der Nummer 3:626735Y, Commons
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[3]
Zeittung
Von Wallensteiner.

M. DC. XXXIV.

[5] NAchdem der Römische Keyser an Hertzog zu Friedlandt gesonnen vnd begehret / Ihm in seinem Generalat einen eingrieff zu thun / vnnd den König in Vngarn / so wol auch Obr. Gallas an seine Seiten zu setzen / daß sie neben jme commandiren solten / wie denn der König auch 10000 Vngern mitbringen wollen / hierdurch den Wallenstein mit manier von seinem Generalat zu bringen / oder wol gar nach Wien zum Keyser zu schaffen / welches aber Wallenstein wol gemercket / dahero er jhme die meisten Obr. vnd Officirer allein schweren lassen / vnd mit denenselben zu den Evangelischen tretten wollen / Massen Er denn mit 16 der besten vnd Aeltesten Regimentern / von den andern sich separirt zu dem ende auch den 16. Februarii einen Trommet. [6] nach Dreßden zu Chur Sachsen geschicket / solch sein Vorhaben Ihr Churf. Durchl. zu offenbahren / vnd daß er mit wenigem Comitat nach Zwickaw kommen wolte / wie denn auch noch selbigen Tag Herr Gen. Leutn. Arnheimb von Dreßden dahin auffgebrochen / die Sache vollends richtig zu machen / hat auch Wallenstein. Gemahlin / neben des Obr. Tertzcky / vnd noch eine andere Gräf. bey Ihrer Churf. Durchl. zu Sachsen. vmb sie in die Vestung Dreßden auffzunehmen / biß der gröste Rausch vorrüber were / anhalten lassen / wie man denn auch vor gewiß außgiebet / das Wallenstein Hertzog Bernhardten von Weymar allbereit die Vestung Pilsen / darinnen die gantze Artollerey / vnd in 70 St. Geschütz stehen vbergeben haben soll / vnnd allso fort nacher Eger gangen / in meinung solches den Schwedischen zu vbergeben / wie sich denn auch in die 20 Cornet Reutter daselbst praesentiret haben sollen. In dem aber ermeldter Wallenstein zu Eger mit etlichen seinen vornembsten Officirern / eingeritten / vnd sich zum Obr. Buttler vnd Gordan / als welche sich auch auff seine Seiten vnd bey jhm zustehen erkläret / alles gutes versehen / auch ein Banquet den 15. Febr. Abends gehalten / da denn Obrist. Buttler Meineydig [7] worden / vnd durch bestalte Personen / als sie vber der Taffel an lustigsten gewesen zwischen 8 vnd 9 vhr abends den Wallensteiner / Graffen Tertzschky / Graff Kinßky / Obr. Illo / vnd noch etliche Officirer mehr meuchlerisch vnd mörderischer weise ermorden vnd vmbbringen lassen / also daß weil alle wachten so scharff bestellet gewesen / kein einiger davon kommen / seyn auch die Thore von Breunerischen Regiment so verwahret worden / daß kein Mensch inner 2. Tagen zu Eger auß oder eingekont / dahero vnter der Armee itzo grosse vneinigkeit / vnd eines wieder das andere / vnd sich keins von den andern wil commandiren lassen / dahero dann weil sie in solcher confusion / vnnd die Schwedischen jhnen auff dem halse seyn / sie sich nicht wohl in eine rechte Verfassung stellen können / in Böhmen gehet es auch nicht anders zu / plündert eins das andere / vnd ist die Stad Praga wegen einer General Plünderung in grosser gefahr.

P. S.

Wallensteiner ist nicht bey dem Blutpancket gewesen / sondern so bald dieses verrichtet / ist einer so nur vor 4 Tagen von Wallensteiner zum Obristen gemacht worden / mit einer Partisane [8] nach des Wallensteiners Quartier gelauffen / daselbst bey der Schildwacht vorgeben / er müsse alßbald bey dem Generalissimo Ordinantz holen / mit welchen behelff er biß ins Vorgemach kommen / alda jhn der Cammerdiener nicht vollend ins Gemach wollen passiren lassen / welchen er mit einen Stileth erstochen / darauff zum Gemach eingedrungen / den Wallensteiner so den Tumult gehöret / vnd gleich nach der Thür gangen / mit der Partisane auch erstochen.

Augspurg von 10. 20. Februarii.

Feldmarschalch Horn hat das Hauptquartier / in vnd vmb Ravenspurg / macht starcke Bereitschafften zu einer wichtigen Impressa / man meinet / es werde Lindaw gelten so er schon auffgefordert.

Jüngster Verlauff bey Wiltzburg ist grösser als man vermeinet / des Feindes Infanteri ist gantz drauff gangen / vnd neben Obr. Schnetter vnd Haßlang vber 40 Capitän / Leutenant vnd andere Officirer gefangen / welche mit 800 gefangnen Soldaten auff Regenspurg gesand worden / des Feindes Anschlag ist gewesen / die vnsern in [9] Aichstäd zu attaquiren / denn Weissenburg mit Macht anzugreiffen / vnd in die Asche zu legen / so aber mißlungen / vnnd der Stadt Aichstäd gantz biß auff 8 Häuser abgebrand. Dieser Tagen seynd die in Räin außgefallen / haben 7 Wägen mit Wein /so auff allhero gehen wollen genommen die vnsern aber hienauß auff sie gesetzet bey 20 niedergemacht / etliche gefangen vnd den Wein wider abgenommen / der vnsern seind auch 4 geblieben / dabey sich vnsere Fleischhacker wolgehalten / vnnd sich gerochen / weiln kurtz vorhero deren 4 so von Donawerd auff allhero gewolt / gefangen / vnnd vmb 500 Thaler Rantzioniret worden.

Zu Vlm befindet sich der Obr. Bamberger / gewesener Commendant Vdenheimb / der will zum Comissario Ossa / welcher aber / wie man außgiebt / zu Inßbruck in Arrest.