Allgemeines Deutsches Kommersbuch:249

(Weitergeleitet von Wohlan, die Zeit ist kommen)
Schauenburg:
Allgemeines Deutsches Kommersbuch
Seite 496, 497
<< Zurück Vorwärts >>
De Schauenburg Allgemeines Deutsches Kommersbuch 246.jpg
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

     [496]           553.     Husarenliebe.

     Frisch und bewegt.

     1. Wohl=an, die Zeit ist kom=men, mein Pferd das muß ge=
sat=telt sein, ich hab mir’s vor=ge=nom=men, ge=
rit=ten muß es sein. Geh du nur hin, ich hab mein Teil, ich
lieb dich nur aus Lan=ger=weil, oh=ne dich kann ich schon
le=ben, oh=ne dich kann ich schon sein.

     2. So setz ich mich aufs Pferdchen und trink ein Gläschen kühlen
Wein, und schwör bei meinem Bärtchen, dir ewig treu zu sein. Geh
du nur hin ec.

     3. Du denkst, ich werd dich nehmen, ich hab’s noch nicht im Sinn,
Sinn, Sinn; da müßt ich mich ja schämen, wenn ich in G’sellschsaft
bin. Geh du nur hin ec.

     4. In meines Vaters Garten, da wächst ein schöne Blum, Blum,
Blum; drei Jahr soll ich noch warten, drei Jahr sind bald herum.
Geh du nur hin ec.

     5. Wenn du meinst, du bist die Schönste wohl auf der ganzen
weiten Welt, und auch die Angenehmste, so hast du weit gefehlt. Geh
du nur hin ec.

     6. Der Kaiser streit’t fürs Ländelein, der König für sein Geld,
sein Geld, und ich streit für mein Schätzelein, das ist der Lauf der
Welt. Geh du nur hin ec.

[497]

     7. Mein Arm ist für das Vaterland, mein Durst ist für den Bier,
den Bier, und seit mein Schätzchen ich gekannt, gehört mein Herz nur
ihr. Geh du nur hin ec.

     8. In meinen jungen Jahren, da will ich allzeit lustig sein; kein’n
Kreuzer will ich sparen, versoffen muß es sein! Geh du nur hin ec.


          554.     Volkslied.

     Ländlerbewegung. 1838.

     1. Zu Lau=ter=bach hab’ i mein’n Strumpf ver=lorn, und
oh=ne Strumpf geh i nöt hoam, jetzt
geh i halt wie=der auf Lau=ter=bach und
kauf mir an Strumpf zu dem oan.

     2. Zu Lauterbach hab i mein Herz verloren, und ohne Herz kann
i nöt lebn; nun muß i bald wieder nach Lauterbach, und ’s Dirndel
soll ’s seine mir gebn.

     3. O Vater, wann giebst mir denn’s Hannatel, o Vater, wann
läßts mir’s überschreibn? mei Dirndel wachst auf als wie’s Grum=
matel, und will nöt mehr lediger bleibn.

     4. Mei Dirndel hat schwarzbraune Äugele, so nett wie a Täuberl
schaut ’s her, und wann i beim Fenster oan Schnagler thu, dann
kommt se ganz freundli daher.

     5. Jetzt hab i mein Häuserl af a Schneckl baut, es kriecht mi das
Schneckerl davon, jetzt schaut mi mei Dirnl ganz launig an, daß i
kein Häuserl mer hon.