Wandschoner über den Serviertisch

Textdaten
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Autor: Unbekannt
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Titel: Wandschoner über den Serviertisch
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 1, S. 36
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1898
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger G. m. b. H. in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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[36] Wandschoner über den Serviertisch. Praktisch und hübsch zugleich läßt sich der hier abgebildete Wandschoner mit wenigen Mitteln anfertigen. Des Malens kundig muß man allerdings sein, denn sonst möchte das Rokokobouquet nicht ganz stilgerecht ausfallen.

Ein Stück weißes Ledertuch, 77 auf 52 cm groß, gute Bronze und Oelfarbe ist alles, was man braucht. Die Zeichnung läßt sich am sichersten mit Graphitpapier übertragen, ja es ist dies das einzige Mittel, durch welches es mir gelang, die Arbeit aufzuzeichnen, denn weder bunte Kreide noch Bleistift haften. Zuerst wird die äußere Umrandung ganz mit Goldbronze ausgemalt, während die inneren Rokokoarabesken nur in den Umrissen auszuführen sind, und zwar so, daß an der Lichtseite Bronze, an der Schattenseite aber braune Oelfarbe (gebrannte grüne Erde) Verwendung findet. Letztere dient auch zum Schattieren des äußeren Randes, wo sie der Bronze, wenn diese gut trocken ist, aufgemalt wird. Der Raum zwischen beiden Umrahmungen, der auf unserer Zeichnung schraffiert ist, wird ganz dünn mit einem zart lila Ton ausgemalt. Das Rokokobouquet hat man in Farben zu halten, die den Blumen entsprechen. Gut wirkt es, wenn die Tulpen in Rot und Gelb, die Sternblumen (links) in Rosa, die Aurikel in Dunkelblau, die Nelken in Gelb erscheinen. Der äußere Rand des Schoners wird mit einer scharfen Schere, der Zeichnung entsprechend, ausgeschnitten. Bemerkt sei noch, daß man die Malerei, wenn sie trocken ist, mit einem feinen Lack überstreicht. So ausgeführt, sieht die ganze Arbeit wirklich schön aus, da die zarten

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Wandschoner über den Serviertisch.

Farben und das Gold sehr gut auf dem weißen Ledertuch wirken. Zuletzt schlägt man oben rechts und links noch zwei Löcher durch den Schoner und zieht zwei feine Goldschnüre zum

Aufhängen durch.
R. v. H.