Textdaten
<<< >>>
Autor: Joseph Victor von Scheffel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Verzaubert
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 60–61
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[60]

Verzaubert.

Ach, nun sind es schon zwei Tage,
Dass er mich zuerst geküsst,
Und seit jener bösen Stunde
Alles wie verzaubert ist.

[61]
5
Meine Stube, drin so traulich

Und so nett ich einst gehaust,
Steht im wirren Durcheinander,
Dass mir vor mir selber graust.

Meine Rosen, meine Nelken

10
Schauen welk und traurig drein,

Ach, ich glaub, ich goss seit gestern
Statt mit Wasser sie mit Wein.

Meine gute weisse Taube
Hat kein Futter, hat kein Brot,

15
Und der brave Distelfinke

Liegt im Käfig schon halb tot.

Und mit blau und roter Wolle
Ist am weissen Netz gestrickt,
Und mit weissem Garn ist in die

20
Bunte Stickerei gestickt.


Und wo sind die schönen Bücher
Parcival und Theuerdank?
Glaub’ beinah, ich warf die guten
Sänger in den Küchenschrank.

25
Und die Küchenteller stehen

Auf dem schmucken Bücherpult,
Ach, an all dem grossen Unglück
Ist die Lieb’, die Liebe schuld.

Victor v. Scheffel.