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Titel: Vermißt!
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aus: Die Gartenlaube, Heft 18, S. 306
Herausgeber: Ernst Ziel
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Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[306] Vermißt! Zum Sängerfeste nach Regensburg zog am 10. August des vorigen Jahres von Nürnberg auch der junge Conrad Maisch mit aus, ein Goldarbeiter, damals siebenzehneinhalb Jahre alt. Er wird als ein schlanker, aber kräftiger Bursche geschildert, mit dunkelbraunem Haare, ovalem Gesichte und braunen Augen. Er trug einen schwarzen Rock, dunkle Hosen und Weste, Strohhut mit Flor, am kleinen Finger einen goldenen Ring. Der junge Mensch ist bis heute von jener Sängerfestfahrt nicht zurückgekehrt; die arme Mutter, eine Wittwe, die eben erst ihren ältesten Sohn, im Alter von dreiundzwanzig Jahren, zu Grabe geleiten mußte, lebt in banger Sorge um das Leben dieses zweiten Sohnes. Polizeiliche Nachforschungen sind bis jetzt erfolglos gewesen. Wir bitten unsere Leser an jenen Donaugestaden, der unglücklichen Mutter zu gedenken und uns von etwa auftauchenden Spuren des jungen Maisch schleunigst Mittheilung zu machen.