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Titel: Umgewehte Tanne im Forstenrieder Park
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 16, S. 276
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1897
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1897) b 276.jpg

Deutschlands merkwürdige Bäume: Die umgewehte Tanne im Forstenrieder Park.


Deutschlands merkwürdige Bäume: Umgewehte Tanne im Forstenrieder Park. (Mit Abbildung.) Aus dem Norden Deutschlands stammte der letzte merkwürdige Baum, den wir auf S. 164 des laufenden Jahrgangs der „Gartenlaube“ abgebildet haben, die „Riesenschlangenkiefer“ bei Bendesdorf in Hannover. Heute führen wir unsern Lesern eine eigenartig gestaltete Tanne aus Bayern vor. Sie steht im Forstenrieder Park, unweit der Landstraße nach Starnberg, auf ziemlich einsamer Heide. Vor Jahren wurde sie vom Sturm umgeweht, aber die starken Aeste schützten sie vorm gänzlichen Falle. Ein Teil der freigelegten Wurzeln bohrte sich im nächsten Frühling wieder in das Erdreich ein und außerdem verwandelten sich die stärkeren dem Boden zugekehrten Aeste in neue Wurzeln – ein Vorgang, den man an umgestürzten Bäumen oft beobachten kann. So erhielt der Baum reichliche Nahrung und seine dem Boden abgekehrten Aeste konnten sich kräftig entwickeln. Heute bilden sie aus dem Mutterstamm eine Reihe armdicker, regelrecht gewachsener Tannen. Aber auch die Kronenzweige des gefallenen Stammes streben zum Lichte empor, daß die Spitze des Baumes eine Biegung nach oben machte. So ist dieses merkwürdige Naturspiel ein schönes Sinnbild der zähen Lebenskraft, die unsern Waldbäumen innewohnt.