Ueber die Priestley’schen runden Flecke, welche durch sehr schwache elektrische Funken gebildet werden

Textdaten
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Autor: Carlo Matteucci
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Titel: Ueber die Priestley’schen runden Flecke, welche durch sehr schwache elektrische Funken gebildet werde
Untertitel:
aus: Annalen der Physik und Chemie, Band LX
Herausgeber: Johann Christian Poggendorff
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1843
Verlag: Johann Ambrosius Barth
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Erscheinungsort: Leipzig
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XVIII. Ueber die Priestley’schen runden Flecke, welche durch sehr schwache elektrische Funken gebildet werden;
von Hrn. Ch. Matteucci.


Alle Physiker kennen die Versuche von Priestley; als derselbe eine Batterie von 40 Quadratfuß Oberfläche sich zwischen zwei Kupferknöpfen oder durch ein Zinnblatt entladen ließ, erhielt er einen runden, in der Mitte geschmolzenen Fleck, umgeben von einem Kreise schwarzen Staubes, der von mehren Kreisen mit sehr glänzenden prismatischen Farben eingeschlossen war. Die Erscheinungen, welche ich beschreiben will, haben große Analogie mit den Priestley’schen Flecken. Ich nehme eine Daguerre’sche Platte und stelle sie vor das stumpfe Ende eines Messingstabes, der mit dem Conductor der Elektrisirmaschine gemeinschaftet. Nach einigen Umgängen, drei bis vier, sieht man auf der Tafel, an einem dem Ende des Stabes entsprechenden Punkt, einen gewöhnlich kreisrunden Fleck von schwärzlicher Farbe. Dieser Fleck hält 2 bis 3 Millim. oder mehr im Durchmesser, denn er scheint immer die Grundfläche des vom Funken gebildeten Lichtkegels zu seyn.

[160] Der Fleck bildet sich auch, wenn man beinahe an denselben Punkten einige Funken auffängt. Diesen Fleck, der anfangs nur schwärzlich ist, sieht man, wenn man fortfährt die elektrische Entladung überspringen zu lassen, sich ausbreiten, in der Mitte weiß werden, und nach außen sich umgeben mit Kreisen von prismatischen Farben, die man unter der Lupe wohl erkennt. Um die Elektricität der Maschine überspringen zu lassen, wandte ich statt des Messingstifts sehr verschiedene Körper an, z. B. Silber-, Platin-, Kupferdraht oder ein Kohlenstück; ich hielt diesen verschiedenen Körpern die Daguerre’sche Platte entgegen, und erhielt gleichfalls den beschriebenen Fleck. Ich untersuchte, welchen Einfluß die Gase auf diese Erscheinungen haben würden. Ich richtete den Apparat so ein, daß ich unter der Glocke der Luftpumpe zwischen einer Metallspitze und der Daguerre’schen Platte einen kleinen Funken überspringen lassen konnte. Ich erhielt den Fleck, und fast in der nämlichen Zeit, bis der Druck bis auf verringert war. Ich erhielt ihn auch in mehr oder weniger verdünnter Kohlensäure und im Stickgase. In diesen verschiedenen Fällen schien sich mir der Fleck fast in derselben Zeit zu bilden, wie in der atmosphärischen Luft.

Durch Erhitzen der Platte mit einer Weingeistflamme ist es sehr schwer den Fleck fortzuschaffen, und wenn man die Wärme zu lange wirken läßt, wird er endlich weiß. Dieser Fleck haftet ziemlich stark an der Platte. Ziemlich starke Lösungen von Kali oder Natron zerstören ihn nicht, eben so wenig Wasser, das mit Schwefelsäure angesäuert worden. Nur verdünnte Salpetersäure und concentrirte Ammoniakflüssigkeit wirken stark genug, um diesen Fleck fortzunehmen; dieß könnte glauben lassen, man habe es hier mit Silberoxyd zu thun. Als ich die starke Ladung einer Batterie von zehn großen Flaschen durch zwei Daguerre’sche Platten gehen ließ, erhielt ich nichts den eben besprochenen Flecken Aehnliches. Ich sah sehr schöne Sterne von goldgelber Farbe sich bilden, entsprechend den beiden Kugeln des Ausladers, zwischen denen die Platten sich befanden. (Compt. rend. T. XVI p. 850.)