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Topographia Circuli Burgundici: Naerden

Topographia Germaniae
Naerden (heute: Naarden)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 148.
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[148] Naerden / Naerda, Nardemum. Zugleich von Muyden und Wesp ein grosse Meil gelegen. Ist das Haupt in Goyland / so ein Theil von Holland / so seinen Nahmen von Goedela / der Abtissin deß Closters Altena hat. Es ist diese Statt Naerden umbs Jahr Christi 1350. an statt deß alten verbrennten und zerstörten Naerden / welches an der Suyder-See gelegen gewesen / und Naerdine genannt war / zu erbauen angefangen worden. Anno 1572. haben deß Friderici von Toledo Hispanier / ob man wol sie da stattlich empfangen / viel Burger / so sich / auß ihrem Befelch / in der Kirch versamblet gehabt / umbgebracht / und darauf mit Feuer und Schwert in der Statt tyrannisirt / Männer und Weiber / sampt den Kindern / nidergemacht; weiln sich die Statt zuvor an Printz Wilhelmen von Oranien ergeben / und deßwegen / durch Schickung ihrer Gesanten / nit umb Verzeihung angesucht hatte. Es ist aber Lambertus Hortensius, Rector der Schulen allhie durch Hülff und Beystand deß Veldanii, eines Spanischen Jünglings / so vor diesem sein Discipel gewesen / beym Leben erhalten worden. Famianus Strada ein Römer / und Jesuit / schreibet lib. 7. decad. 1. de Bello Belgico, p. 445. also: Nardemum postea ab ipso Friderico deletum, ex quo odium in Hispanum nomen. Non enim poena illa, sed flagitium fuit. Es hat Naerden gute Mauren; da viel Tuch gemacht / und bereitet wird. Ist an Häusern nicht so wohl und schön / als Wesp / erbauet. Käyser Otho der Erste solle diesen Ort der obgedachten Aebtissin geschenckt haben / der aber folgents an die Holländische Fürsten kommen. Das alte obbesagte Naerden aber hat ein Bischoff von Utrecht / auß dem Herculanischen Geschlecht / zerstören / und schleiffen lassen. Sihe Zuerium, in Theatro Hollandiae, p. 343. und Casp. Ens in delic. apodem. p. 171.