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Topographia Circuli Burgundici: Arnheim

Topographia Germaniae
Arnheim (heute: Arnheim, nl. Arnhem)
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Batenburg
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 80–81.
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[80] Arnheim / Arnhemium, Diese Stadt ist / wie vor gesagt / das Haupt deß vierten Quartiers in Gelderland / ein volckreiche / und über alle maß veste / und darzu lustige Stadt / underhalb der Schenckenschantz / am rechten Gestad deß Rheins / oder / wie einer schribet / am mitlern Arm deß Rheins / ein halbe Meil fast von dem Ort / wo sich der Rhein in 2 Theil theilet / und von Neumegen / und Doesburg / zu gleich 2. Meilen. Die Alten nennten diese Stadt Arenacium, oder Harenacium, allda die Römische 10. Legion / Alauda genannt / gelegen; wiewol solcher Nam hernach auch andern Legionen geben worden ist. Das Wort Arnheim aber / soll so viel / als [81] eines Adlers Heimat / bedeuten / dieweiln Ahrn in Niederländischer Sprach ein Adler heisset. Vor Jahren hatten die Hertzogen in Geldern allhie ihren Sitz; heutiges tags wohnen deß Landes Stadthalter allda; und werden auch an diesem Ort die Rathsversamblungen der Provintzen Geldern / so viel die vereinigten Niederländer davon innen haben / gehalten: daselbst ingleichem die Cantzley deß Hertzogthumbs Geldern / und der Graffschafft Zutphen / der die Regierung ist; von der man weiter nicht appeliren kan. Es ist auch die Rent- und Rechen-Cammer von Geldern. Gibt viel Fisch allhie / auch schöne offentliche / und privat-Gebäu / darunter sonderlich S. Eusebii deß Märtyres Pfarrkirche zu sehen / dessen Cörper von Rom An. 865. nacher Prumen (so ein Aptey / Benedictiner-Ordens / im Ertzbisthumb Trier und im Ardenner Walder) / und von dannen Anno 1467. hieher nach Arnheim / oder / wie mans ins gemein nennet / Arnem ist gebracht worden; da er auch / nehmlich in der besagten Pfarrkirchen / so unter der gedachten Aptey Prumen / wie Miraeus in Fastis Belgicis, pag. 491. bezeuget / ist / ruhet. Sihe von dieser Stadt den 3. Theil deß Georg Braunen Stättbuchs / J. Angel. à VVerdenhagen, part. 4. de Rebuspublicis Hanseaticis, cap. 4. fol. 26. b. und andere mehr.

Was die Velau anbelangt / darinn dieses Arnheim die Hauptstatt ist / und deren oben in Beschreibung deß vierten Quartiers von Gelderland / Meldung geschehen / so hat solche den Namen von den Pfützen; und ist Velau / oder Veluwe / so viel als Veenavia, oder Pfütz Insel; gleich wie auch dieselbe Gegend / da die Reatinische Pfützen / so vorzeiten sich in der Sabinorum Landschafft in Italia, wo jetzt die Stadt Cività Ducale ligt / weit außgebreitet / Velia, gleichsam ἕλια genannt worden: dieweil den Griechen die Pfützen ἕλη heissen. Siehe Philippum Cluverium de antiqua Italia lib. 2. c. 9. Es giebt in dieser Velau / Velavia, de Veluwe, einem Fischreichen Ländlein / so den Bisthumb Utrecht in Geistlichen Sachen unterworffen / schöne Wälde zum Jagen. Und ist bey Arnheim noch ein anderer Strich Landes / den man insgemein de Veluwezoom / gleichsam das End / oder den Saum von der Velau nennet / und der sich auff einer seiten nach Zutphen / und auff der andern biß nach Wageningen erstrecket; in welchem sehr lustige Wiesen / und herrliche Wäyde fürs Vieh anzutreffen / wie Guicciardin. in Beschreibung Niederlands / am 154. bl. berichtet. Siehe von dieser Velau / und Arnheim / auch C. Ens in delic. apodem. per German. p. 169. Es hat die Velau nicht wenig Adeliche Häuser / und Schlösser / unter welchen die fürnehmste seyn / Scharpensel / Stavern / Rosenthal / Kannenburg / Voorst / Middacht / Hag / Marse / Dorenwerd / Hülckosten / Harslo / Kenhem / Schonderbeck / Holle / etc. Item einen schönen gar lustigen Flecken / Niekercken genannt.