Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Sprottau

Topographia Germaniae
Sprottau (heute: Szprotawa)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 181.
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Sprottau.

Eine Stadt im Glogauischen Fürstenthum / 5. kleine Meilen von der Stadt Groß-Glogau gelegen / so ein wenig kleiner / als Freystatt. Ihr Nam ist Polnisch / und bedeutet einen Ort / da man viel Dörner und Gesträuch außgerottet / und Wohnungen darauf gebauet hat. Oder / heist so viel / als einen Raumauff. Man zeiget auff dem Lande noch etliche Heydnische Kirchen; daher diese Stadt / sonderlich das Schloß / alt seyn muß; wiewol ihrer / in den Historien / erst ums Jahr 1280. gedacht wird / als Hertzog Conrad seinen Sohn / Primislaum, hieher setzte. Gegen Mittag fleußt der Bober fürüber; auff der andern Seiten aber die Sprott / ein kleines Wasser. Bey Auffnehmen der Stadt Glogau nahme Beuthen ab. Derhalben ward das Jungfrau-Closter / weil das Städtlein arm / und durch Brand viel Schaden erlitten / gen Sprottau versetzt. Es ist nun die Stadt eine lustige und gute Gelegenheit. Das Schloß ligt gegen Morgen / an einem mit Wasser / und brüchig umgebenen Ort; und ist derhalben ziemlich vest. So ist die Lufft allhie nicht ungesund; wiewol die besagte Sprotte / ein schwartzes schleimiges Wasser / dieselbe verunreiniget: so halten auch etliche Berge einen guten Theil der mitternächtischen Lufft auff. Die grossen Heyden hart an der Stadt / wehren den Mittags-Winden; welche durch die kalte und subtile Dünste auß dem Bober gereiniget werden. Anno 1473. den Tag nach Margarethen / brennte die Stadt Sprottau / samt dem Jungfrauen-Closter und Kirchen rein ab / das Schloß aber bliebe stehen. Zun Zeiten Königs Matthiae Corvini in Ungarn / der eine Zeitlang Schlesien innen hatte / ward von den Ungarn Sprottau eingenommen. Anno 1640. kam dieser Ort in Schwedische / hernach in Käiserliche / und dann Anno 1642. wieder in Schwedische Hand; ward aber gegen dem Ende deß Augustmonats / dieses Jahrs / vom Grafen von Bruay / und den Käiserlichen; und dann im Herbstmonat wieder von den Schwedischen erobert.