Topographia Bavariae: Aicha

Topographia Germaniae
Aicha (heute: Aichach)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main Merian 1644, S. 10–11.
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[10]
Aicha.

Dieses Stättlein liegt auch in Ober-Bäyern / vnnd gehört ingleichem zur Fürstlichen Mönchischen Regierung. Hat ein Schloß / vnd zween Statt- vnd Wassergräben. Nach deme Otto von Wittelspach den Käyser Philippum An. 1208. zu Bamberg vmbgebracht / so hat sein Vetter / Hertzog Ludwig in Bäyern das Schloß Wittelspach geschleifft / vnd dahin ein Kirche erbawt / vnd dem Teutschen Orden eingeben / vnnd wurden die vbrigen Stein zu Wittelspach / zu Erbawung dieses nächst am Wasser Par / zwischen Schrobenhausen vnd Friedberg / gelegenen Stättleins Aicha / gebraucht. Vnnd hat besagter Hertzog Ludwig / so hernach zu Kelheimb auf der Brucken erstochen worden / auch das Teutsche Hauß bey diesem Stättlein gestifftet / wie Aventinus lib. 7. fol. 357. a. schreibet. Wiguleus Hund / tom. 3. Metrop. Salisburg. fol. 112. schreibet / daß Anno 1350. Plumenthal vnnd Aicha / zwey vnterschiedliche Häuser / vnnd Commendaturen deß Teutschen Ordens gewesen / so von [T1]


Topographia Bavariae (Merian) b 014 1.jpg

Aterberg




Topographia Bavariae (Merian) b 014 2.jpg

Statt Aicha in Ober Bayern


[11] einem Meister seyen regiert worden; In der Kirch / zu Vnser Frawen waren Anno 1629. zehen grosse / vnd kleine Altär; vnnd hatte die Spital Kirch zum Heil. Geist 3. Altär. Es wirdt auch der S. Leonhards Kirchen gedacht. Hat ein Landgericht / darein die Märckt / Kiebach / Altenmünster / Aindlig / Immenhoffen / Item 2. Clöster / 7. Schlösser. 8. Adeliche Sitz / 22. Hoffmarchen / etliche Dörffer / vnd andere Güter gehören.

Georg Engelsüß / in dem Weymarischen Feldzug / schreibet / daß deß Jahrs 1633. erstlich der General Altringer / hernach die Schwedischen / den 11. April / Aichen erobert / sehr vil Getraid allda gefunden / vnd die Weymarischen diesen Ort angesteckt / vnd zu Wykershofen (Weickershofen / zwischen Aicha / vnnd Dachau / an der Glon / alda ein guter Paß / gelegen) die Schwedischen / viel ermüdete Soldaten / vnd etlich hundert Plunder Wägen / angetroffen: vnd das im 34. Jahr / die Schwedischen Aicha wider angezündet hätten. Es berichtet Bogislaff Philipp von Kemnitz im 2. Buch deß 2. Theils Königlich-Schwedischen in Teutschlandt geführten Kriegs / daß Anno 1634. den 11. Junij / der Schwedisch Feld Marschall Gustaf Horn Aicha mit Accord bekommen: Weil aber / nach seinem Abzug / wider Völcker dahin kommen / so hab Er diesen Ort noch einmal angriffen / vnd weil er sich wehrte / denselben mit Gewalt erobert / die gantze Guarnison, nebenst vielen Bürgern / so man im Gewehr betretten / nidergemacht; Endlich das Stättlein / wider Horns willen / vnnd Verbott / allerdings eingeäschert; der Commendant aber (ein Lieutenant von Johan de Werts Tragonern / weil Er hiebevor bey der Schwedischen Parthey gedienet / vnd ohne Abscheid durchgegangen / hierumb es auch auf die extrema ankommen lassen / an das Statt Thor auffgehenckt worden sey. Biß hieher dieser. Der Autor deß Summarischen Verlauffs Schwed. Augspurg: denckwürdig. Sachen / Anno 53. zu Augspurg in 4. getruckt / schreibet am 74. Blat / also: Horn hat Aichach Anno 34. mit Gewalt eingenommen / den Commendanten vnder der Stattpforten auffhencken / die Statt an 4. Orthen mit Fewer angesteckt / gar viel Bürger / Mann- vnnd Weiblichen Geschlechts / auf das grawsamlichst nidergemacht; aber / wegen eines ankommenden Succurs von Ingolstatt / sich alsbald widerumb zuruck (nemblich auff Augspurg / von dannen er den 3. Julij Newen Calend. außgezogen war) begeben / vnd diese schöne Statt in jhrer eignen Aschen zerstrewt / vnnd vergraben / der Welt zu einem Spectacul hinderlassen / im Julio / vnd dessen Anfang. Vnd so viel berichtet dieser. Sonsten hab ich auch gefunden / daß das folgende 35. Jar / gegen Außgang deß Jenners / dieses Aichach von dem Schwedischen Gubernatorn in Augspurg / Hanß Georgen außm Winckel / überstossen worden seye.