Topographia Austriacarum: Rotenmann

Topographia Germaniae
Rotenmann (heute: Rottenmann)
<<<Vorheriger
Rakerspurg
Nächster>>>
Veistritz
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1679, S. 47–48.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Rottenmann in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[47]
Rotenmann / Rotenmanium.

Dieses ist auch eine Landsfürstliche / aber in Ober-Steyer / im Paltenthal / 8. Meil oberhalb Leubm / und sieben unterhalb Schlädming / gelegene Statt. Wolffgangus Lazius vermeynt lib. 12. Reip. Rom. sect. 6. cap. 7. daß deß Antonini Montana castra der Statt Rottenmann nicht uneben zugeeygnet werden können / daselbsten auch alte Schrifften verhanden [48] seyen / und das nächste Thal / sampt dem Closter / noch ad montem, und ins gemein Admind / genant werde. Auß dem Lateinischen Wort hätten die groben Leute erstlich / nach ihrer Sprach / und von dem rothen Berg / Rotenmon gemacht / so der eygentliche dieser Statt Nahmens Ursprung seye; daselbst auch der Rotbach / oder rubeus rivus, heutigs Tags Rappach genant werde. Und seye nahend Rottenmann / auff dem Berg Peczen / so Caput Rolandi geheissen werde / ein Römische Schrifft. Und dieses sagt Lazius. Andere berichten / daß das Wasser allhie Palten heisse. Conradus Ertzbischoff zu Saltzburg / der Anno 1312. gestorben / hat in dem Krieg / den Er mit Hertzog Albrechten zu Oesterreich geführt / Anno 1291. wie Gerardus de Roo sagt / oder zu Anfang deß 1291. Jahrs / wie Brunnerus in der Bayrischen Chronic will / diese Statt eingenommen.

Ausserhalb dieses feines Orts / war vor Jahren der Lutherischen Kirche / über welche sich die Herren Reformatores Anno 1599. auß sonderbarem Eyfer / also erzörnet / daß sie dieselbe in den Brand gesteckt / und die Mauren mit Pulver zersprengt haben. Ist der Herren Hoffmann Freyherren / gewesen / denen auch das auff einem hohen Berg / nahend der Statt / gelegne Schloß Strechau gehöret / so folgends ums Jahr 1629. der Herr Praelat zu Admont gekaufft hat.