Sylvestergeschenk an einen Dichter

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Titel: Sylvestergeschenk an einen Dichter
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aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 79–80
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1864
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[79] Sylvestergeschenk an einen Dichter. Es war in der letzten Stunde des abgelaufenen Jahres, als in Bonn eine Anzahl von Studirenden der Philologie um ihren Meister, Otto Jahn, in trautem Kreise beisammen saß. Die Stimmung von Lehrer und Schülern war eine ernst gehobene, wie dies die Momente solcher Zeitabschnitte mit sich zu bringen pflegen, wo man rückblickend abschließt mit der ihrem Ende nahenden Periode und bangfragend vorwärtsschaut in die sich eröffnende neue, und was jetzt überall, wo deutsche Herzen schlagen, in erster Stelle die Gemüther beschäftigt, neue Hoffnung weckt, aber auch neue Sorge und neue Angst, – das erfüllte natürlich auch die Seelen unserer kleinen Sylvestergesellschaft und um so lebhafter, als der verehrte Lehrer selbst zu den Söhnen des „verlassenen Bruderstammes“ gehört. Die Becher kreisten fleißig, und als das Jahr schied, da stimmten Alle in feierlicher Begeisterung das viel gesungene, aber immer von Neuem seine zündende Wirkung bethätigende Schleswig-Holsteinlied an, und noch unter dem Eindrucke seiner markigen Strophen reifte der Entschluß, dem Dichter des Liedes ein kleines Zeichen [80] des Dankes und der Anerkennung zu senden. An den Ufern des Rheines war die Wahl der Ehrengabe nicht schwer: schon am 2. Januar ging ein Fäßlein edelsten Rebengewächses zu einem Labetrunke an den Dichter nach Würzburg ab, zugleich mit einem von sämmtlichen Teilhabern, Lehrer und Schülern, unterzeichneten Widmungsschreiben, dessen warme Worte Zeugniß ablegen von der Quelle, der sie entflossen sind: dem treuen, deutschen Herzen.