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Titel: Sprechsaal
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aus: Die Gartenlaube, Heft 5 bis 52
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1887
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Heft 5Bearbeiten

[84] Frage 1: Welche von unsern einheimischen Pflanzen lassen sich mit Erfolg während des Winters im Aquarium ziehen?

Antwort: Gute Erfolge wurden nach dieser Richtung hin mit dm ährenblüthigeu Tausendblatt (Myriophyllum spicatum L.) erzielt. Die Pflanze verdankt ihren Namen den äußerst fein und zierlich gefiederten quirlständigen Blättern. Sie wurzelt im Schlamme und erbebt ihren Stengel bis zur Oberfläche des Wassers. Die dünne Blüthenähre ragt aus dem Wasser hervor. Das Tausendblatt entwickelt gegen den Herbst hin knospenartige Vermehrungsorgane, welche, von dem Mutterstengel abgelöst, sich im Aquarium trefflich entwickeln. Die jungen Pflänzchen erinnern durch ihre Farbe und Gestalt an einen frischgrünen Fichtenzweig und bilden einen wirksamen Schmuck. – Es wundert uns übrigens, daß Sie ein Aquarium besitzen und es unterlassen haben, sich ein Buch zu verschaffen, welches Ihnen über alle einschlägigen Fragen Auskunft ertheilen würde. Wir rathen Ihnen dringend, die geringfügige Ausgabe nicht zu scheuen. Die Winke und Belehrungen, welche Sie in einem solchen Buche finden, werden Sie vor vielfachem recht empfindlichen Schaden bewahren. Wir möchten Sie namentlich auf das vor Kurzem erschienene Werk: „Das Süßwasseraquarium und seine Bewohner“ von Dr. W. Heß (Stuttgart, Ferdinand Enke) aufmerksam machen. Das Buch giebt treffliche Rathschläge über die Einrichtung eines Aquariums, Auswahl und Pflege der Thiere und Pflanzen und ist mit mehr als 100 Abbildungen geschmückt. Die beistehende Abbildung des Tausendblattes ist demselben entnommen.

Krage 2: Giebt es billige Imitationen der Glasmalerei, welche den Witterungseinfüssen und namentlich dem Waschen genügenden Widerstand leisten, sodaß man sie als Fensterscheiben, Fenstervorsätze etc. benutzen kann?

Antwort: Schon seit langer Zeit finden sich im Handel sogenannte Abziehbilder aus wasserfesten Farben, die, auf Glas übertragen, von ziemlich langer Dauer sind. Das Beste in dieser Art dürften jedoch die sogenannten „Diaphanien“ von Grimme und Hempe in Leipzig sein. Die farbigen Bilder sind in denselben zwischen zwei Scheiben angebracht, so daß man sie durch Waschen vom Staub und Schmutz reinigen kann, ohne die Farben irgendwie zu beeinträchtigen. Die Muster, zumeist in altdeutschem Stil ausgeführt, sind durchaus geschmackvoll. Die „Diaphanien“ werden in allen möglichen Größen angefertigt.



Heft 9Bearbeiten

[148] Frage 3: Bei einem kurzsichtigen Knaben, der beim Lesen und Schreiben stets eine schiefe Haltung einnimmt, bewährt sich ein Geradehalter nicht. Der Knabe kann in gerader Haltung die Schrift auf dem Tisch nicht erkennen. Welchen Rath würden Sie mir geben?

Antwort: Bei derartiger hochgradiger Kurzsichtigkeit müssen Sie das Kind vom Augenarzt untersuchen lassen, der vielleicht eine passende Brille verordnen wird. Dann wird auch der Geradehalter seinen Zweck erfüllen. – Außerdem möchten wir Sie auf „Atzert’s Universalschreib-, Zeichen- und Lesepult“ aufmerksam machen. Das Pult ist für stark Kurzsichtige mit einer besonderen Stellvorrichtung nach augenärztlicher Angabe versehen und von Fachautoritäten vielfach als zweckmäßig empfohlen worden. Wir geben beistehend eine kleine Abbildung desselben und bemerken, daß es auch von Leuten mit gesunden Augen benutzt werden kann. Das Lesen und Durchsehen großer Bücher, wie z. B. der gebundenen Jahrgänge der „Gartenlaube“, wird durch dasselbe wesentlich erleichtert.

Frage 4: Wo und in welcher Wattenfabrik wird seidene Watte aus Seiden-Charpie gearbeitet?

C. S.

Frage 5: Wer kann einige Recepte für Osterspeisen angeben?

Frage 6: Wodurch unterscheidet sich kaukasisches Petroleum von dem amerikanischen?

Frage 7: Giebt es wasserfesten Kitt für Glassachen?



Heft ??Bearbeiten

[220]