Sponsel Grünes Gewölbe Band 3/Tafel 51

Tafel 50 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 3 (1929) von Jean Louis Sponsel
Tafel 51
Tafel 52
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TAFEL 51
DIE JASPISSCHALE MIT DEM KÄMPFENDEN HERKULES
AUS GOLDEMAIL UND MONSTRÖSEN PERLEN,
AUFS REICHSTE MIT EMAIL UND JUWELEN VERZIERT,
OBEN DAS BRUSTBILDNIS AUGUSTS DES STARKEN
IN EMAILMALEREI VON MELCHIOR DINGLINGER.
VORDER- UND RÜCKSEITE
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[268] Große Schale mit dem kämpfenden Herkules, von Melchior Dinglinger. Links die Vorderseite, rechts die Rückseite. Die Schale selbst ist aus hellbraunem ägyptischen Jaspis gemuschelt geschnitten und hat über dem hinten nach innen gewölbten Wirbel, aus demselben Stück geschnitten, einen Drachenkopf. Sie wird von einem S-förmig geschweiften Schaft getragen, der von durcheinander gewundenem, mit goldenen emaillierten Schmuckplättchen belegten und mit Diamanten besetzten Schweifwerk gebildet ist. Darin hängt kopfüber ein Drache, um den eine gelbgrün emaillierte Schlange und eine solche blaugrüne Eidechse kriechen. Der Körper des Drachen ist mit mugeligen Smaragden und auf dem Rücken und dem langen Schwanz mit meist monströs gebildeten Perlen und einem Karneol ausgefaßt, die Flügel mit Smaragdtafelsteinen und Diamantrosen. Der Anfang des gewölbten Schaftes ist unten vorn mit einem Schild belegt, auf dessen ovalem Feld Keule, Köcher und Bogen emailliert sind, während hinten eine emaillierte Maske aufgesetzt ist. Umgekehrt ist die Rückseite verziert. Der Schaft trägt einen ovalen goldnen, durch Punzierung gemusterten schüsselförmigen Kelch für die große Jaspisschale, der vorn mit einer emaillierten Kammuschel und diese mit Diamanten besetzt ist. Auf dem verjüngt geschweiften goldnen Sockel liegen sieben ovale Schilde, auf denen auf hellbraunem Grund Taten des Herkules in Email gemalt sind. Auf den Schilden sitzt oben je ein Rubin. Das Gehänge zwischen diesen ist je mit einem Diamanten über einer Quaste besetzt. Zwischen den Schilden sind unten goldne Kammuscheln mit je einem Diamanten aufgelegt. Darunter ist die gemustert gepunzte Schräge mit hellblau emaillierten Ranken besetzt. Der Rand darunter ist mit Bandwerk gepunzt, dessen Felder wechselnd mit Rubin und Diamant besetzt sind. Goldnes Schweifwerk greift von hinten über den Drachenkopf der großen Jaspisschale und zweigt von vom wieder ab zu den seitlichen Rändern. Daraus ragen über dem Kopf unter Diamantranken ein emaillierter Elefantenrüssel und seitlich zwei weiße Adlerköpfe heraus, die zwei Festons halten, von denen zwischen Diamanten mit Rubinen und Diamanten besetzte Schilde mit ovalen Feldern herabhängen, die die Taten des Herkules in Emailmalerei enthalten. Auf dem Schweifwerk die goldne, emaillierte Gruppe von Herkules in dem Kampf mit dem Löwen, einzelne seiner Körperteile aus monströsen Perlen gebildet. Dahinter steht in silbervergoldetem ovalen Rahmen unter einer mit Diamanten ausgefaßten Königskrone ein Spiegel. Auf der Rückseite liegt auf dem Sockel ein in barocken Formen gebildeter silbervergoldeter Rollwerkschild, dessen ovales Mittelfeld nur mit weißem Email bedeckt ist für eine dann unterbliebene Bemalung. Oben auf der Jaspisschale liegt ein mit emaillierten Palmen und Zierplättchen belegter Schweifwerkschild, mit einem runden, mit Diamantrosen in durchbrochenen Ranken ausgefaßten Mittelschild, auf dem ein Distelstern mit Rubin sitzt. Auf der gerollten Spitze des Schildes sitzt ein weißer Adler über der Ordenskette mit dem daranhängenden Weißen Adlerorden. Darüber erhebt sich ein silbervergoldeter, mit Emailplättchen und Karneolen besetzter, von einer mit Diamantrosen ausgefaßten Krone überdeckter ovaler Rahmen, in dem in Emailmalerei ein Brustbildnis Augusts des Starken sitzt. Das ganze Stück ist reich mit emaillierten Masken, Schilden, kleinen Tieren und an deren Ansatzstücken, sowie Diamanten und Rubinen besetzt. Datiert 1712. (H. 60 – VIII. 304.)