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Sponsel Grünes Gewölbe Band 1/Tafel 7

Tafel 6 Das Grüne Gewölbe: eine Auswahl von Meisterwerken in vier Bänden. Band 1 (1925) von Jean Louis Sponsel
Tafel 7
Tafel 8
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TAFEL 7
1. SILBERVERGOLDETES SCHIFF MIT KIEL UND
SCHAFT AUS BERGKRISTALL. AUGSBURGER ARBEIT
DER 2. HÄLFTE DES 17. JAHRHUNDERTS
*
2. DER NESENSCHE LUTHERPOKAL
IN SILBERFASSUNG DES NÜRNBERGER MEISTERS
CHRISTOPH RITTER D. Ä.
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Sponsel Grünes Gewölbe Band 1 Tafel 07.jpg

[88] Links: Silbervergoldetes Schiff mit Boden, Schaft und Fuß aus Bergkristall auf hohem Fuß, in silbervergoldeter Fassung. Die den Kiel des Schiffes bildende Schale aus Bergkristall soll bei Rochlitz gefunden sein. Die Figuren auf dem Schiff und einige Zutaten nicht vergoldet. Für die Kunstkammer 1668 erworben. Beschaumarke von Augsburg der 2. Hälfte des 17. Jhdts. Meistermarke Krone mit zwei Dornen zwischen drei Lilien, nicht bei R. (H. 36,5 – V. 296.)


Rechts: Der Nesensche Luther-Pokal. Der Körper des Pokals hat eine aus Kristall geschnittene Becherform, der hohe silbervergoldete, reich ornamentierte Schaft ist durchbrochen gegossen und ziseliert, auf dem Sockel drei figurale Szenen, der getriebene Mundrand des Gefäßes ist mit Arabesken und drei Medaillonbildnissen graviert. Auf dem getriebenen und gravierten Deckel sitzt ein Zylinder aus Bergkristall, von drei mit Hermen geschmückten Pilastern gehalten. Die drei dadurch gebildeten Felder sind von hinten mit je einem Wappen bemalt, und zwar dem der Familie Rosenheim, der Familie v. Milde und der v. Bischofswerda, mit denen die Nesensche Familie verwandt war. Auf dem silbervergoldeten Deckel des Zylinders das gegossene Wappen der Familie Nesen: Zepter zwischen goldenem und silbernem Adlerflügel, das ebenso die Helmzier bildet. – Auf dem Medaillon mit weiblichem Kopf am Mundrand, sowie auf dem Rand des Sockels und auf dem Deckel die Beschaumarke von Nürnberg und ein dreigeteilter Schild mit drei Sternen als Meistermarke = R 3103, Christoff Ritter d. ä. nicht bei R., Mitte 16. Jhdts. – Das Trinkgefäß hat Martin Luther seinem Freund Wilhelm Nesen, Magister der Philosophie und Professor der Geographie in Wittenberg, 1493 bis 1524, zum Geschenk gemacht. Dessen Bruder, der nachmalige Bürgermeister von Zittau, von Kaiser Ferdinand I. geadelt, † 1560, erbte das Gefäß und ließ es zu dem Pokal verarbeiten. Der letzte männliche Nachkomme des Konrad Nesen vermachte den Pokal 1793 der Kunstkammer. (H. 39 – V. 188.)