Hauptmenü öffnen

Spiritismus im Dienste einer - katholischen Hierachie!

Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Spiritismus im Dienste einer - katholischen Hierachie!
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 31, S. 520
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1878
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[520] Der Spiritismus im Dienste einer – katholischen Hierarchie! Unsere Leser wissen bereits, daß Amerika, die Heimath der Yankees und der Carpet-Beggars, das gelobte Land des Geisterspuks ist. Dort giebt es nunmehr gegen hundert spiritistische Zeitungen, welche, wie die Abonnementseinladungen besagen, „eine reguläre, intelligente Communication mit hingeschiedenen Bekannten und Verwandten etabliren und als Familien-Praxis unterhalten“. Das Organ, dem wir dieses Citat ablauschen, nennt sich „Medium und Tageslicht“. Eine katholische Convocation von Bischöfen zu Baltimore (am 31. Januar 1873) gab Veranlassung zu constatiren, daß in den betreffenden Diöcesen sich zehn Millionen Spiritisten, darunter fünfzigtausend Medien befänden, während die Romanisten und Protestanten zusammen nur acht Millionen mit fünfundvierzigtausend Priestern zählten. Man hob hervor, daß der Spiritismus nicht mehr als eine lose Masse von „Manifestationsgläubigen“ zu betrachten sei, sondern als eine religiöse Körperschaft, welche einem ausgesprochenen und durch Dogmen festbegrenzten Glauben anhingen. Jüngst nun lasen wir einen Aufsatz, betitelt „Eine wissenschaftliche (das heißt statistische) Betrachtung des Spiritismus“. Aus diesem geht das Ueberraschende hervor, daß die römisch-katholischen Machthaber Amerikas aus Opportunitätsgründen den Spiritismus als eine Institution der „römischen Weltgemeinde“ anerkennen! Und es ist, abgesehen von dem citirten Blatte, sicher, daß sowohl drüben wie hüben die katholische Kirche den spiritistischen Schwindel nicht nur beschönigt, sondern eigene Medien erzieht, um sie für ihre hierarchischen Zwecke zu benutzen – ein schönes Seitenstück zum Unfehlbarkeitsdogma und der Marpinger nebst anderen Jungfrauenerscheinungen in unserer so confusen Zeit!