Sophie von La Roche (Schindel)

Textdaten
Autor: August von Schindel
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Sophie von La Roche
Untertitel:
aus: Die deutschen Schriftstellerinnen des neunzehnten Jahrhunderts. Zweiter Theil, M-Z,
Nachträge aus dem Dritten Theil
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1825
Verlag: F. A. Brockhaus
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Digitalisat auf Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
LaRocheMS.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite

[180] † Roche (Marie Sophie la), geb. von Gutermann, geb. den 6. December 1731 zu Kaufbeuern, wo ihr Vater, Georg Friedrich Gutermann, Edler von Gutershofen, ein sehr gelehrter Arzt, der sich durch große Reisen Menschenkenntniß und feine Bildung erworben hatte und sich auch durch verschiedene Schriften, besonders über die Geburtshülfe, verdient gemacht hat, damals lebte, – ein Mann, wie ihn uns die liebenswürdige Tochter selbst schildert, zwar von heftiger Gemüthsart, aber dabei von frommem Charakter. Er erzog sein erstes und liebstes Kind, denn sie hatte noch eilf Schwestern, die alle vor ihr verstorben, und einen Bruder, Jakob Emanuel (geb. 1744), der wenigstens noch [181] im Jahr 1805 zu Biberach lebte, mit zärtlicher Sorgfalt und suchte den Sinn für Wissenschaft und Kunst schon früh in ihr zu wecken. – Noch ehe sie volle 2 Jahr alt war, trug er sie in seine Bibliothek und suchte sie durch die schönen Verzierungen der Einbände und Titelblätter zu beschäftigen, brachte es auch dadurch so weit, daß sie mit 2 Jahren vollkommen lesen konnte. Ihre frühe Lesekunst benutzte der fromme Vater nur für die Bibel, die sie in einem Alter von 5 Jahren zum ersten Mal ausgelesen hatte. Zur Belohnung des Fleißes, wurde sie von ihm oder der zärtlichen Mutter auf die nahe an ihrem am Thore liegenden Hause befindliche freundliche, mit Bäumen umfaßte Wiese geführt, wo sie sich bei Gras und Wiesenblümchen sehr glücklich fand und ihr Kleidchen mit Pflanzen und Blümchen eingefaßt bekam, die sie dann unter die Kinder der Nachbarschaft vertheilte. So wurde von den liebenden Aeltern schon im zarten kindlichen Alter Gefühl und Sinn für Schönheit der Natur geweckt, die sich nachher mehr ausbildeten. Täglich wurde im väterlichen Hause, neben der Arbeit, an der Seite ihrer Mutter, eine Betrachtung in Arndt’s wahrem Christenthum, am Sonntag eine Predigt von Franke in Halle gelesen, und eine gehört, und einer der Freunde Sophiens glaubte dies noch in allen ihren Werken an der Länge der Perioden zu bemerken; doch wurde sie nebenbei auch die beste Tänzerin, lernte Französisch, zeichnen und Blumen malen, sticken, klavierspielen und Küche und Haushaltung besorgen. Ihr Vater, der von Kaufbeuern nach Augsburg als Stadtphysicus und Dekan der medicinischen Facultät versetzt worden war, [182] hatte Diensttags eine Gesellschaft von Gelehrten bei sich, wo bisweilen Bücher aus seiner Sammlung geholt werden mußten, und machte sie bei dieser Gelegenheit in dem Alter von 12 Jahren zu seinem Bibliothekar, weil ihr gutes Gedächtniß sie alle Titel und Stellen behalten ließ, welches sie dann auch zum Auswählen der Bibliothek für sich benutzte. Die Geschichte las ihr Vater mit den Kindern, und Sophien führte er in schönen Sommernächten 3 Treppen hoch auf einen großen Altan, von welchem sie, da ihr Haus in Augsburg oben am Berge lag, einen großen Theil von Baiern und einen ausgedehnten Himmel sehen, und alle an Augsburgs Horizonte sichtbar werdende Sterne und etwas Sternkunde lernen konnte. Die Mutter hatte den 3 Mädchen Brocke’s irdisches Vergnügen in Gott gegeben, wovon Sophie nichts im Gedächtniß behielt, als die Vorschrift, mit schönen freundlichen Gedanken einzuschlafen um den andern Morgen mit einer allen Hausgenossen angenehmen Miene zu erwachen und immer geliebt zu seyn. Alle Jahre führte die Mutter sie einmal zum Mittagsessen zu der Milchfrau, wo die Kinder ländliche Arbeit und Kost kennen, Landleute schätzen und für das Loos des Lebens, das ihnen die Vorsehung beschieden, dankbar seyn lernten. – So blühte Sophie mit den trefflichsten Anlagen des Geistes und einem frommen und gefühlvollen Herzen, Eigenschaften, die ihre persönlichen Reize erhoben, zum 16jährigen Mädchen auf; – jetzt fand sie Gelegenheit zu höherer wissenschaftlicher Ausbildung. – D. Johann Ludwig Bianconi, damals Leibarzt des Fürstbischofs zu Augsburg (aus dem Hause Hessen-Darmstadt), [183] in einem Alter von 32 Jahren, hielt bei Sophiens Aeltern um ihre Hand an. Dem Geist seiner Vaterstadt gemäß, – er war aus Bologna, – wollte er sie zu großen Kenntnissen leiten und eine andere Laura Bassi aus ihr machen. Er war daher nicht nur bei allen ihren Lectionen zugegen, sondern nahm auch selbst den thätigsten Antheil an dem Geschäfte ihrer Bildung, indem er sie mit den besten Dichtern seiner Nation und mit den Denkwürdigkeiten Griechenlands und des alten und neuen Roms durch die besten Kupferstiche bekannt machte. Er fand eine so gelehrige und thätige Schülerin daß er oft mit Entzücken zu ihrer Mutter sprach: „O, Sophie ist ein Engel!“ und die liebevolle Mutter freute sich dann mit ihm über die schnellen Fortschritte ihres geliebten Kindes. Allein nicht lange sollte sie diese Freude genießen: denn im August 1748 betrauerte Sophie den Tod derselben, die im 33sten Jahre ihres Alters, viel zu früh für die Tochter, der sie zärtliche Mutter und gefühlvolle Freundin gewesen war, verstarb. Nach diesem Unglücksfall wünschte der Vater die Verbindung seiner Tochter mit Bianconi im nächsten Jahre vollzogen zu sehen. Er reiste daher mit demselben nach Italien, um selbst die Familie kennen zu lernen, in welche die Tochter gleich nach seiner Rückkehr eintreten sollte. Nachdem diese erfolgt war, – die Kinder waren indes nach Biberach geschickt worden, wo Sophie diese freundliche Stadt mit ihrer einfachen ländlichen Schönheit und ihren gutmüthigen Bewohnern, mehr als das prächtige Augsburg und seine Kunstgärten, lieb gewann – arbeitete man an den Artikeln des Ehevertrags, [184] der aber nicht zu Stande kam. – Bianconi, der um diese Zeit, wegen seiner Beförderung zum Leibarzt der königl. polnischen und kurfürstlich sächsischen Prinzen und Prinzessinnen (in der Folge des Königs August III. selbst mit dem Charakter eines Hofraths) nach Dresden abgegangen war, hatte zwar bei der Verschiedenheit des Religionsbekenntnisses da er der römisch-katholischen Confession angehörte, seiner künftigen Gattin selbst Religionsfreiheit zugesichert, bestand aber fest darauf, daß alle Kinder ihrer künftigen Verbindung katholisch erzogen werden sollten; Sophiens Vater wollte hingegen die Mädchen der lutherischen Religion vorbehalten wissen und bestand um so eifriger darauf, weil er nach seinen physiologischen Kenntnissen gewiß hoffte, Sophie würde, da sie, in vollblühender Gesundheit, erst 19 Jahre, Bianconi hingegen 35 zählte und viel gelebt hatte, mehr Kinder von ihrem Geschlechte, als von dem seinigen bekommen. Durch diesen beiderseitigen Religionszwist in welchem auch hier leider weder Nachgeben noch Nachsicht Plan fand, wurde die Verbindung, die innige Liebe von beiden Theilen geschlossen aufgehoben. Sophie war tief bekümmert, sollte aber keine Thräne weinen. Bianconi wollte sie heimlich heirathen, mitnehmen und sich durch Vorlegung von mehr als 30 Briefen ihres Vaters, worin er ihm seine Tochter versprochen hatte, öffentlich rechtfertigen. Allein Sophie versagte dies standhaft, weil sie ihren Vater nicht betrüben und ohne seinen Segen sein Haus nicht verlassen wollte. Bianconi reiste allein ab. – Nun hatte Sophie noch einen großen Kampf zu bestehen und unmittelbar nach der Abreise eine angreifende [185] Scene: – von Vater und Großmutter, Onkel und Tante wegen ihrer heimlichen Thränen gescholten, mußte sie ersterem alle von Bianconi erhaltene Briefe, Verse und Arien, mit ihren eigenen sehr pünctlich ausgearbeiteten geometrischen und mathematischen Uebungen, in sein Cabinet bringen, alles zerreißen und in einem kleinen Windofen verbrennen. Das Bild ihres Geliebten, von Nilson gemalt, wie er eine Marmorsäule mit der Unterschrift: le changement est contre ma nature, umfaßte, mußte sie mit der Schere in kleine Stücke zerschneiden, einen Ring mit der verzogenen Chiffre N. B. in Brillanten und der Umschrift: sans vous rien, mit zwei in den Ring entgegengestellten Eisen entzweibrechen und die Brillanten auf den rothen Steinen umherfallen sehen, und hatte dabei die härtesten Ausdrücke von ihrem Vater zu hören. Noch in seinem Zimmer that ihre empörte Seele, tief in ihrem Innersten, das Gelübde, da sie von dem Manne losgerissen sey, dem sie ihre Kenntnisse vorzüglich verdanke, da sie nichts mehr für ihn thun, nicht für ihn leben könne, und er nicht die Frucht seiner Bemühungen für ihre Ausbildung genießen könne, sollte auch niemand mehr jemals ihre Stimme, ihr Klavierspiel, die italienische Sprache, oder irgend etwas, das er sie gelehrt, hören oder nur in ihr vermuthen. Sie hielt streng und buchstäblich Wort; und opferte sie so auch alles, was ihrer Eigenliebe hätte so sehr schmeicheln können, war sie auch dem harten Worte des Vaters gehorsam, jedes Denkmal der Liebe ihres Freundes zu vernichten, so konnte er doch das Andenken an den Geliebten aus ihrer Seele nicht vertilgen, dem sie einsam [186] auf ihrem Zimmer ihre Thränen widmete; ja sie gab ziemlich offen den Entschluß zu erkennen, ihr künftiges Leben in der Einsamkeit eines Klosters zuzubringen. Dieser Entschluß wurde aber, wahrscheinlich durch ihren Vater gehindert, nicht ausgeführt. Ein stilles, zurückgezogenes, nur den Wissenschaften und der Lecture gewidmetes Leben wurde nun ihr Loos, und sie erfüllte so jenes erst gethane Gelübde. – Jedes Verhältniß war natürlich mit Bianconi abgebrochen, der entfernt in Dresden lebte, späterhin in den Grafenstand erhoben wurde, dann nach Italien zurückkehrte und, als sächsischer residirender Minister zu Rom angestellt, am 1. Januar 1781 zu Perugia starb, nachdem er sich auch durch mehrere Schriften in der literarischen Welt bekannt gemacht. – Sophie kam mit zwei ihrer Schwestern und ihrem einzigen Bruder nach Biberach, in das Haus ihres Großvaters, des dortigen Senators und Hospitalmeisters Gutermann. Nach dessen Tod führte sie eine Zeit lang mit den gedachten Geschwistern ihre eigene Oekonomie und bezog dann das Haus Wieland’s (des Vaters des berühmten Dichters), der damals Prediger zu St. Magdalena daselbst war, später aber Senior des dortigen Ministeriums wurde, – und dessen Gattin mit Sophiens Vater Geschwisterkind war. – Eine neue Epoche ihrer Bildung begann: hier lernte sie den jungen Wieland kennen. Dieser machte sie mit den besten Erzeugnissen der deutschen Literatur bekannt, sie verehrte und liebte ihn dankbar und war auf seine Kenntnisse stolz, weil sie solche durch ihr ganzes Leben zu theilen hoffte. Wieland war im Sommer 1750 von Kloster Bergen ins väterliche [187] Haus zurückgekommen, wo er die reitzende und geistreiche 19jährige Sophie fand. – Sehr schnell entspann sich wechselseitige Liebe – eine Liebe, die bei dem 17jährigen Jüngling zwar die feurigste Schwärmerei, aber doch auch rein, edel und sittlich war. Oft warfen sich die beiden Liebenden auf die Knie und schwuren der Tugend ewige Treue, dann küßten sie sich wieder Stunden lang. Wieland’s Briefwechsel an Sophie, den uns der um die Literargeschichte so verdiente Franz Horn (Berlin. 1820.) geschenkt hat, schildert am besten die Natur dieser Liebe, und ich führe nur zwei charakteristische Stellen an, die beweisen, wie der liebende Jüngling und der treue Freund im Greisenalter dachte. In einer Ode, im Jahr 1752 gedichtet, singt er:

Dich, Sophie, Dich gab der Himmel mir,
Mich der Tugend liebreich hinzuführen,
Ja, ich war bereit mich zu verlieren;
Gott, du sahest es, und gabst sie mir!
Jetzo dring’ ich sicher durch verwachsne Hecken,
Denn ihr redlich Herz verläßt mich nie,
Gott und Weisheit, Tugend und Sophie,
Sind bei mir, welch Unfall kann mich schrecken?

Und im Jahr 1805 schreibt der 73jährige Greis an sie: „Mit Rührung und Dank gegen die unsichtbare Hand, die unser Schicksal lenkt, erinnere ich mich an die seligen Tage, die ich, ewig theure Sophie, in den Jahren 1750–1752 mit Ihnen verlebte, und des wunderbaren, wo nicht ganz beispiellosen, doch gewiß höchst seltenen und mir durch seine Folgen so wohlthätigen Zaubers, [188] den Sie mit dem ersten Blick auf mein ganzes Wesen warfen. Damals kannt’ ich freilich weder Sie, noch mich selbst; ich hatte keinen Begriff davon, daß es möglich sey, nicht mit Ihnen und für Sie zu leben. – Aber es war eine idealische, eine wahre Zauberwelt, in der ich lebte, und selbst die Sophie, die ich so innig und doch so schwärmerisch liebte, war nicht die wahre Sophie Gutermann, sondern die Idee der Vollkommenheit, die sich in ihr verkörpert darstellte, mit ihr sich identificirte und also ganz natürlich diese seltsame, wunderbare platonische Liebe hervorbringen mußte, wovon ich späterhin im Agathon und mehrern andern meiner Werke einige Schattenbilder zu entwerfen versuchte, und deren süße Täuschungen einen so mächtigen Einfluß auf meine ganze innere und äußere Existenz gehabt haben. Nichts ist wohl gewisser, als daß ich, wofern uns das Schicksal nicht im Jahr 1750 zusammengebracht hätte, kein Dichter geworden wäre.“ – Unter diese, von Wieland erwähnten Werke, die das treue Denkmal seiner Empfindungen waren, gehört besonders das Lehrgedicht, die Natur der Dinge, oder die vollkommenste Welt, die Frucht eines enthusiastischen Spaziergangs mit seiner geliebten Sophie an einem Sonntage, nachdem er eine Predigt seines Vaters über den Text: „Gott ist die Liebe“, angehört hatte, welches Gedicht der junge Dichter in Tübingen, wo er kurz darauf sehr einsiedlerisch lebte, niederschrieb und vom Februar bis April 1751 die Handschrift beendete, so wie ein anderes: die erste Liebe an Psyche. – Aber auch Sophie gedachte nach 49 Jahren [189] noch mit inniger Rührung und sanftem Entzücken der Stunde, wo sie Wielanden das erste Mal, bei der Aussicht nach dem weiten einsamen St.  Martins-Kirchhofe in Biberach, belauschte. Beide Liebende wiederholten einander unzähligemal die Versicherung, sich so lange zu lieben, als sie die Tugend lieben würden, und hielten so ihr Bündniß für unauflöslich. – Sophie sollte Wielands Gattin werden, – mit diesem Entschluß verließ sie Letzterer im Herbste 1750. – Sehnsucht nach der Geliebten trieb ihn im Jahr 1752 nach seiner Vaterstadt zurück. Aber hier zeigte sich kein Nahrungszweig für ihn, und er war also gezwungen, seine Geliebte abermals zu verlassen. Er reiste im October 1752 nach der Schweiz zu Bodmer, wo er 8 Jahre lebte. Während dieser Zeit trennten Mißverständnisse aus den edelsten Bewegungsgründen diese Liebe. Sophie kündigte ihm in der ersten Hälfte des Decembers 1753 in einem nach Zürich geschriebenen Brief diese Verbindung auf und zeigte ihm an, daß sie Hrn. la Roche ihre Hand zu geben für gut gefunden habe. Wieland, der nach ihrem 10 Wochen langen Stillschweigen etwas ganz anderes erwartet und die beste Hoffnung hatte, daß sich alles auf die angenehmste Art auflösen werde, war über diesen Brief äußerst bestürzt, versicherte ihr aber schriftlich seine geduldige Zufriedenheit mit ihrem Entschluß, seinen aufrichtigen Glückwunsch zu ihrer neuen Verbindung, und wie er nach seiner zärtlichen Liebe zu ihr, die so ganz mit seinem Herzen verwachsen sey, daß kein Zufall sie aus seinem Herzen reißen könne, nicht aufhören werde ihre Zufriedenheit und ihr wahres Wohl [190] vom Himmel zu erbitten. Zugleich bat er um ihre fernere Freundschaft, da er nicht einsehen könne, daß die zärtliche Seelenverbindung, oder die zwischen ihnen Statt gefundene Freundschaft, die stets so rein und uneigennützig gewesen, um ihrer Vermählung willen gebrochen werden müsse. Er hoffe übrigens, daß ihre Seelen sich in dem Lande der Seligen wieder erkennen würden, wenn er sie gleich in diesem Leben nicht wieder zu sehen wünschte. – In spätern Jahren versicherte er einem Freunde, seine Leidenschaft für Sophie habe sich bis zum Jahr 1755 zu einer ganz ruhigen Freundschaft umgestimmt, wenn Beide auch nie ganz gleichgültig gegen einander wurden. Als Wieland im Jahr 1760 nach Biberach zurückkam, um dort die Stelle eines Raths anzutreten, konnte er es, seinem frühern Vorsatz entgegen, sich doch nicht versagen, seine Freundin zu Warthausen, wo sie sich damals aufhielt, zu besuchen. – Frau la Roche saß eben am Fenster, der Thür gegenüber, von ihren Kindern umringt. Auf sein Klopfen, rufte sie, wie von einer Ahnung ergriffen, auf das fröhlichste „herein Wieland!“ und ging ihm, da er, den Ton ihrer Stimme hörend, von mancherlei Empfindungen und Erinnerungen bedrängt, die Thüre nicht aufbringen konnte, sie zu öffnen, entgegen. Mit dem herzlichsten Willkommen bot sie ihm die Hand, sprachlos stand er da und ließ den Hut, den er unter dem Arm trug, fallen. Indem erblickte er ihren ältesten Sohn, einen bildschönen Knaben, nahm ihn zu sich auf das Sopha, beugte sich über ihn hin und benetzte ihn mit einem Strome von Thränen. Bald nach diesem Auftritt trat der Gemahl ins Zimmer. [191] Wieland ging ihm entgegen, fiel ihm um den Hals und weinte abermals tief erschüttert. Der gerührte la Roche nahm darauf ihn und seine Frau, und drückte sie beide an einander. Ein seltner Freundschaftsbund, in der Jugend geschlossen, noch im hohen Alter beider Freunde, dauert 56 Jahre hindurch. Durch Wieland wurde Sophie auch mit seiner schätzbaren Freundin Julie von Bondeli in Bern bekannt und widmete auch ihr herzliche Freundschaft und Achtung. – Das Schicksal hatte Sophien Georg Maximilian la Roche, eine sehr geistreichen Mann, zum Gatten bestimmt, den sie während Wielands Abwesenheit kennen gelernt hatte und im Jahr 1754 aus Gehorsam und Verehrung, wohl aber wider die Stimme ihres eignen Herzens, heirathete. – La Roche war damals kurmainzischer Hofrath, aber ganz besonders an den kaiserl. wirklichen Geheimenrath und kurmainzischen Großhofmeister und Staatsminister Graf Friedrich von Stadion gefesselt, der ihn, als einen verwaisten Knaben, liebgewonnen, seinen eigenen Namen Frank von Lichtenfels, nach der damaligen Sucht zu französiren, in la Roche umgeändert, erzogen und zu seinem Freunde und Gehülfen gebildet und ihm, da er zum Manne in seinem Sinn und Geiste gereift war, neben den kurmainzischen Cabinetsgeschäften die Direction aller großen Besitzungen der Stadionischen Familie in Schwaben, Würtemberg und Böhmen übertragen hatte. Sophie lebte mit ihrem Gatten nun also in Mainz. Dieser war der würdige Zögling seines Herrn. Ein schöner Mann, von einnehmender Gestalt, des französischen Tons vollkommen mächtig, wirkte er erfreulich durch seine [192] Gegenwart und galt für einen eben so angenehm unterhaltenden Gesellschafter, als gewandten Geschäftsmann. Er war dabei edel und friedliebend und scheute sich nicht, auch wenn Gefahr damit verknüpft war, die Wahrheit offen zu sagen. Ein Beweis davon sind seine Briefe über das Mönchswesen, von einem katholischen Pfarrer an seinen Freund, von denen das 1ste Bdchen Zürich 1772 in 8. erschien, die 4 Auflagen, ohne die Nachdrücke, erlebten, viel Aufsehen erregten und von vielen Protestanten, ja selbst von einigen Katholiken mit Beifall aufgenommen wurden (der im Jahr 1772 verstorbene Diakonus Joh. Jac. Brechter zu Schweigern in Schwaben gab sie heraus, und Kaspar Riesbeck setzte sie später in einem 2ten, 3ten u. 4ten Bändchen fort, Zürich 1779–1781. N. A. 1787). Bei so vielen Vorzügen ging la Roche aber darin zu weit, daß er nur auf Staatsgeschäfte Werth legte und sich dabei, wenigstens dem Scheine nach, gegen alles, was Empfindung hieß, auflehnte. Dennoch entstand zwischen ihm und seiner zartfühlenden Gattin, die ihren Mann kannte, kein Mißverhältniß, sondern stets herrschte in ihrem Zirkel Eintracht und Freude, obgleich jedes seinen eigenen Weg der Erheiterung und Beschäftigung wählte. Sophie, die bisher fast nur in gelehrten Zirkeln gelebt hatte, kam durch ihren Gemahl in die des deutschen Adels, und durch seinen bedeutenden Wirkungskreis wurde ihr die Gelegenheit, die Angelegenheit der großen Welt, wie des gemeinen Mannes, kennen zu lernen und dadurch ihre durch Lecture erworbene Menschenkenntniß mittelst selbstgemachter Erfahrung zu begründen und [193] zu berichtigen. Dabei setzte sie ihre Studien mit ununterbrochenem Eifer fort. La Roche besaß eine treffliche Bibliothek, auch in der englischen Literatur, mit der er, als Begleiter des Grafen von Stadion auf seinem Gesandtschaftsposten bei König Georg II. von England, vertraut geworden war. Sophie lernte diese Sprache 3 Monate vor ihrem ersten Wochenbette und versäumte keine Gelegenheit, in der ausgesuchten Bibliothek des Grafen mit allem Schönen und Nützlichen bekannter zu werden, sah an seiner Tafel 16 Jahr hindurch die bedeutendsten und durch ihren Verstand sich auszeichnenden Männer, und bereicherte ihren Geist so mit mancherlei Kenntnissen in der wirklichen und in der Bücherwelt; um die Cabinetsarbeiten ihres Mannes zu erleichtern, mußte sie den Briefwechsel mit dem Abbé la Chaux über alles Neue, was in Paris erschien, führen.

Acht Jahre hatte Sophie seit ihrer Verheirathung mit ihrem Gatten in Mainz gelebt, als der Graf, nunmehr ein Greis von 69 Jahren, sich vom Hofe, den Staatsgeschäften und der großen Welt zurückzog und eins seiner Güter Warthausen, eine halbe Stunde von Biberach, wählte, dort seine letzten Tage in ländlicher Ruhe zuzubringen, und von seinem Zögling, Freund und Gehülfen und dessen Gemahlin begleitet wurden. Hier starb er im Jahr 1770. – La Roche wurde nach dem Tode seines Freundes und Beschützers in die Dienste des Kurfürsten von Trier, als Staatsrath nach Koblenz berufen. In den 10 Jahren, die Sophie hier, an den herrlichen Ufern des Rheins verlebte, bekam sie Gelegenheit, auch den Fürstenstand mit allen seinen Verhältnissen näher zu betrachten, und knüpfte freundschaftliche Verhältnisse mit [194] vielen vortrefflichen Menschen auch höhern Ranges an. – Aber das Schicksal wollte, daß ihre Familie sich von dem hohen Standpuncte, auf dem sie bisher gestanden, zurückziehen mußte. – Die eigentlichen Gründe davon deckt noch ein Schleier; gewiß ist aber so viel, daß die oben erwähnten Briefe über das Mönchswesen, welche la Roche – selbst sich zur katholischen Confession bekennend – geschrieben, und wegen welcher er von den Klostergeistlichen sehr verfolgt wurde, seinen Sturz beförderten. Von nun an, d. h. seit dem Jahr 1780 lebte Sophie, die sich über diesen Unfall durch den Genuß der Freundschaft, der Wissenschaften und Natur leicht tröstete, mit ihrem Gatten ein stilles Privatleben, anfangs in Speier, dann zu Offenbach in einem freundlichen Hause, von dem Böttiger im deutschen Merkur, Jahrg. 1807. St. 5. S. 4. sagt: es sey ein Tempel der Euphrosyne und Sophrosyne gewesen, wo täglich die kleine aber fromme Opferflamme geradeauf loderte. – Hier starb im Jahr 1789 ihr Gatte, der sie geliebt und verehrt hatte, und um dessen Verlust sie innig trauerte. Es ist daher die Angabe im Biographen (Bd. 7. S. 365.), ihre Ehe mit la Roche sey einige Jahre nachher wieder getrennt worden, zu berichtigen. – Schon Wieland’s Briefwechsel mit ihr, der bis an ihren Tod ununterbrochen fortdauerte, und dessen Beförderin die geistreiche und umsichtige Freundin beider, Louise von Göchhausen in Weimar, war, zeigt, wenn auch Sophiens Briefe in demselben fehlen, wie sehr achtungsvolle Freundschaft das Band in dieser Ehe heiligte und fest hielt, wenn auch Temperament und Gefühl noch so [195] verschieden waren. – Noch größern Schmerz empfand Sophie über den Tod ihres Sohnes Franz, eines liebenswürdigen Jünglings, der im Jahr 1791 früh dahinstarb. Seit dem Tode ihres Gatten und Sohnes war ihre Kleidung ein beständiger Traueranzug. Sanftes Dunkelgrau war die erwählte Lieblingsfarbe ihres Kleides, und ein schwarzer zurückgeschlagener Flor umschlang die Spitzenhaube, aus welcher die Locken des silberweißen Haares sich hervorringelten; diese Trauer um ihre lieben Verstorbenen ging so weit, daß sie nie andere als schwarze Stecknadeln gebrauchte; kleine Beilagen ihrer literarischen Briefe und Billets, die sie fast täglich in Morgenstunden mit einem ihrer literarischen Freunde wechselte, waren mit schwarzen Nadeln angeheftet oder mit schwarzen Bändchen zusammengebunden. – In Folge der Staatsumwälzung Deutschlands durch die französischen Kriege, hatte sie den größten Theil ihrer Einkünfte verloren, ohne daß ihr gerechter Kummer darüber ihre angeborne Heiterkeit des Geistes und die Ruhe ihrer starken Seele zu unterdrücken vermochte. Vielmehr war ihr Vertrauen zur Vorsehung so stark, daß beim Gespräch über die Frage, wie sich der Krieg und besonders das allgemein wachsende Elend mit der Idee von der göttlichen Vorsehung vereinigen lasse, sie oft äußerte: „der Tod an sich sey kein Uebel; darum lasse es Gott zu, daß oft an Einem Tage viele Tausende dem großen Ziele ihrer Bestimmung durch gewaltsamen Tod zugeführt würden; und es gebe überhaupt in den Augen der Vorsehung gar kein physisches, sondern allein moralisches Uebel.“ Ein großer Stolz, Trost und Wonne [196] ihres sinkenden Alters war ihr würdiger, verdienstvoller Sohn, der jetzige königl. Geheime Bergrath Karl v. la Roche in Berlin; nur der Gedanke an ihn, seine Briefe und die freudige Hoffnung, ihn und seine Familie noch vor ihrem Tode bei sich in Offenbach zu sehen, versetzten sie in freudiges Entzücken: allein die Vorsehung gewährte ihr die Erfüllung dieser letzten Hoffnung nicht. Sie hatte auch im höhern Alter einer ziemlich guten Gesundheit genossen und im Jahre 1799 den Freund ihrer Jugend, Wieland, auf seinem Landgute in Osmannsstadt bei Weimar besucht. Sie selbst schildert die innige Freude des Wiedersehens am 15. Julius, nach einer Trennung von beinahe 30 Jahren, und was sich in ihrer Seele alles zusammendrängte, aufs rührendste. In der ersten Hälfte des Februars 1807 wurde sie plötzlich von einer Krankheit befallen, welche die Aerzte für eine gänzliche Atonie und Entkräftung der Verdauungswerkzeuge erklärten, und schon am 18. Februar verließ, nach einer nur 10tägigen Krankheit, ihr Geist leidensfrei und sanft seine irdische Hülle im 76sten Jahre ihres Lebens. Während ihrer Krankheit ließ sie niemand, weder Freunde noch Freundinnen, die sie zu besuchen kamen, vor sich, sey es, um sich oder ihnen den Schmerz der Trennung zu ersparen, oder um in diesen wichtigen Momenten mit sich und Gott allein zu seyn. Ihre körperliche Hülle wurde, wie sie es in ihrer Reise von Offenbach nach Schönebeck gewünscht hatte, auf dem Kirchhofe zu Bürgel, einem eine halbe Stunde von Offenbach am Main gelegenen Dorfe, an der Seite ihres Gemahls und Sohnes beerdigt.

[197] Ueber Sophiens Charakter und Leben ist bei Allen, die sie sahen und näher kannten, nur Eine Stimme: ihr Wesen war, wie Buri sich ausdrückte, eine hohe, schöne Idealität; und weit entfernt, daß ihr Alter diese Eigenschaften vermindern sollte, vermehrten sich solche mit demselben, – „sie schien ein lebendiger Beweis der Unsterblichkeit der Seele, denn solch ein Geistesleben muß unmittelbar aus höhern Regionen in seine irdische Hülle gesandt worden seyn, und unmittelbar zu jenen zurückkehren.“ – Sie war die gefühlvollste Gattin, die zärtlichste Mutter. – Ihre Kinder erzog sie mit Wasser, hatte sie in ihren Schlafzimmer und war den ganzen Vormittag um sie. Eine Amme wollte sie nicht annehmen; dennoch mußte sie ihnen ihre Brust versagen, und unter 8 Kindern genoß sie nur ihr Sohn Franz des Nachts und heimlich bei Tage, welches ihr ein Beweis wurde, daß die Stimme der kindlichen Liebe der treuen Mutter antwortet. Eben so war sie eine warme Menschenfreundin, die sich gern vergaß, um Andern zu dienen. Im Umgang mit Höheren ihres Standes bescheiden, aber nie kriechend, mit Kindern leutselig, gütig und gefällig, flößte sie jenen Achtung und Bewunderung, diesen zugleich Liebe und Verehrung ein. In ihrem ganzen Wesen war eine gewisse Würde, Anstand und Grazie, die sich bis auf die geringste Bewegung und das kleinlichste Geschäft erstreckte. Die höchste Reinlichkeit und seltenste Ordnung und Pünctlichkeit in ihren Geschäften waren ihr eigen, und selten oder nie machte sie von ihrer Zeiteintheilung eine Ausnahme: der Vormittag war dem Schreibtisch [198] und der Feder, da sie neben ihren schriftstellerischen Arbeiten auch einen starken Briefwechsel unterhielt, gewidmet, und ungern sah sie sich darin von Fremden, denn Freunde waren ihr stets willkommen, unterbrochen. Die Nachmittage waren theils den Arbeiten der Nadel, theils der Lecture, theils der Annahme von Besuchen Fremder und Einheimischer, die sich zahlreich einfanden, bestimmt. Reisende von hohem und mittlerm Stande, aus Vaterland und Ausland, machten oft Umwege vieler Meilen, um die deutsche Aspasia kennen zu lernen oder wiederzusehen. Ihre Unterhaltung war angenehm und desto belehrender und unterhaltender, da sie in derselben so viele Gegenstände berührte, durch Abwechselung ergötzte und durch heitern Witz belebte, nach einer ihr ganz eigenthümlichen schnellen Beweglichkeit ihrer Ideen und Leichtigkeit des Uebergangs von einer Vorstellung zur andern, oft bei der größten Verschiedenartigkeit derselben. Diese individuelle Eigenschaft äußerte sich auch bisweilen zu sehr in ihren Schriften, und sie gab Lavatern selbst Recht, wenn er sie zwischen vier sehr ausgezeichneten Physiognomien mit dem ganz neuen Ausdruck, die Verschwebteste, charakterisirte, weil sie eben mit außerordentlicher Leichtigkeit von einem Gegenstand der Unterhaltung zum andern übergehe. Empfindungen der Freude und des Kummers wußte sie zu beherrschen und Gleichmuth der Seele zu bewahren. Ihre Seele war überhaupt in einem sehr hohen Grade moralisch, und alles Edle, Hohe, Schöne und Große der sittlichen Welt zog ihr Herz unwiderstehlich an. [199] Erzählte oder hörte sie eine menschliche Edelthat, so glänzte ihr Auge wie von ätherischem Lichte feurig, bis eine Thräne den Glanz milderte. Auch in ihrem hohen Alter besaß sie noch ungeschwächt die volle jugendliche Zartheit und Wärme ihres gefühlvollen Herzens; die schönsten und hinreißendsten Stellen ihrer Schriften sind die, wo sie ihr ganzes volles Herz in dem Drange der Empfindungen reden läßt. Aber es war nicht blos Empfindungen, sie war rastlos strebend im moralischen Gebiet Gutes und Heilsames zu stiften, Sinn für Edelmuth und seine Gefühle zu erwecken und zu nähren. Sie war gastfreundlich im hohen Grade, ohne zu ermüden, wiewohl sie durch die erwähnten zahlreichen Besuche oft in Anspruch genommen wurde. Die Bücher ihrer zahlreichen Sammlung standen Allen zu Diensten, und sie war im eigentlichen Sinne mittheilungssüchtig, indem sie sie nicht blos einzeln, sondern oft dutzendweise verlieh und zu sagen pflegte: „wie viel Gutes kann ein gutes Buch stiften oder wecken, das versäumt wird, während es ungelesen in meinem Bücherbret steht!“ Ihres religiösen Sinns mit festem Vertrauen zur Vorsehung ist schon oben erwähnt worden. Mit den meisten menschlichen Wissenschaften und Kenntnissen nicht nur oberflächlich, sondern auch zum Theil gründlich bekannt, hatte sie ein in ihrem Wesen gleichsam eingewebtes vorzügliches Wohlgefallen an drei Gegenständen, erstlich: an allem, was zur Naturgeschichte und Naturlehre gehört, daher ihr fast enthusiastisches Wohlgefallen an der Pflanzenwelt, und ihre außerordentliche Vorliebe für de St. Pierre’s Schriften, aus dessen Naturbetrachtungen [200] sie ganze Auszüge in ihr letztes Werk, Melusinens Sommerabende, einschaltete, dann an schönen Formen und Gestalten, sowohl in dem Reiche der Natur als besonders im Gebiete der Künste. Die Malerei zog sie bei weitem und ohne Vergleich der Bildhauerkunst vor, und sie konnte es nicht verschmerzen, daß diese das Auge des Menschen, als den Spiegel des geistigen und gemüthlichen Lebens, nicht darstellen könne. Ferner hatte sie ein besonderes Interesse an allem Antiken: z. B. an den ehrwürdigen Resten und Trümmern der Vorzeit. Völker- und Staatengeschichte gehören, nach ihrem eigenen Ausspruch, zu einem Theile des Glücks ihres Lebens, indem die Betrachtung über das Schicksal ganzer Nationen und einzelner edler Menschen nicht nur das allgemeine schuldige Wohlwollen des Herzens befestigt, sondern auch dankbarer für das Gute und geduldiger bei Leiden und Unglück macht. Alles, was schöne Wissenschaften betrifft, liebte sie unendlich, in jüngern Jahren vorzüglich Elegien und schöne Bilder darstellende Gedichte, in spätern Oden und Lieder – nie aber sehr Episteln und Lehrgedichte, ohne den Grund davon selbst angeben zu können; vielleicht daß er eben in der vorhin erwähnten Beweglichkeit ihrer Ideen beruhte. – Die Gabe des Witzes und Scherzes war ihr in reichem Maße verliehen, äußerte sich aber meistentheils gutmüthig, selten satyrisch; vielmehr warnte sie mündlich und in ihren Schriften vor dem boshaften Witze, den sie mit einer Lanzette verglich, die im Schimmern verwundet. Die Tugend der höchsten Reinlichkeit hielt sie für eine Cardinaltugend des weiblichen Geschlechts, oder, wie sie [201] sich ausdrückte, für die wesentliche Stütze aller häuslichen Glückseligkeit, für die Grundlage, ohne welche sich fast keine andere weibliche Tugend gedenken läßt. Ueberhaupt gehörte die Moral ebenfalls zu ihren liebsten Beschäftigungen, wenn sie dieselbe gleich nicht in ihrem ganzen Umfange in den Schriften hierüber studirte, sondern mehr in einzelnen Sätzen und Aussprüchen, die ihr Gemüth besonders ansprachen. Sorgfältig aber studirte sie die Erziehungswissenschaft, durch eigenes Interesse zärtlicher Mutterliebe zu ihr hingezogen, um bei Erziehung ihrer eigenen Kinder davon Gebrauch zu machen.

Diese so selten sich vereinigenden ausgezeichneten Vorzüge des Geistes und Herzens sprechen sich auch in ihren Schriften aus, und begründen ihren Ruhm als einer der fruchtbarsten Schriftstellerinnen. Findet man auch in denselben nicht einen hohen Flug der Phantasie, so zeichnen sie sich doch aus durch eine wahre und treue Darstellung der Charaktere aus der Natur des Menschenlebens und meist aus denen Lebensverhältnissen, in welchen sie selbst gewesen, entlehnt. Sie empfehlen die Tugend und das häusliche Glück in einem edeln, einfachen und lebhaften, dabei ihr ganz eigenthümlichen Style, und in allen herrscht ein reiner, strengmoralischer und frommer weiblicher Sinn; daher ihre sämmtlichen Schriften ganz besonders dem weiblichen Geschlecht empfehlungswürdig sind. Vorzüglich gelangen ihr Romane und Familiengeschichten in Briefform oder in der Richardsonschen Manier. – Sie eröffnete im Jahr 1771 zuerst ihre schriftstellerische Laufbahn mit der von Wieland herausgegebenen Geschichte des Fräulein von [202] Sternheim, indem sie sich durch diese Beschäftigung über die Trennung von zwei geliebten Töchtern, die fern von ihr in Straßburg erzogen wurden, trösten wollte, und durch einen ihrer würdigen Freunde, den früher erwähnten Prediger Brechter, den sie sich nachher in der Schilderung von würdigen Geistlichen in ihren spätern Schriften oft zum Muster nahm, dazu aufgemuntert wurde. Wieland begleitete diesen ersten Versuch, der mit allgemeinem Beifall aufgenommen wurde, mit einer Vorrede. – Brechters Gattin war der Verfasserin das Muster ihrer Emilie in diesem Roman, und sie glaubte nachher, daß in ihrer Chrakterschilderung ihrer Heldin Vorbedeutung und Vorübung von manchem Wehe lag, das ihre Seele in der Folge traf, und es für ihre so lebhafte Einbildungskraft sehr glücklich gewesen sey, so lange vorausgesehen zu haben, daß Geduld und Verzeihen schön sind. – Der Wunsch einiger jungen Frauenzimmer in Koblenz veranlaßte sie zur Verarbeitung anderer folgenden Romane, und zuerst zu Rosaliens Briefen, in denen sie, wie sie selbst sagte, alles was sie in der Welt anders wünschte, nach ihren Begriffen vom möglichen Guten, Schönen und Gerechten, aufstellte. Im Onkel ihrer Rosalie schilderte sie Charakterzüge ihres Gatten, und bei Gelegenheit seines Besuchs bei dem großen Wohlthäter seiner Jugend und seines männlichen Alters ein Schattenbild des würdigen Grafen Friedrich von Stadion. Ihre Pomona war ein Werk des Zufalls; die Briefe an Lina Auszug der Geschichte ihrer genossenen Erziehung mit Zusätzen ihres Nachdenkens und ihrer Erfahrungen; die 12 ersten Briefe [203] waren schon viele Jahre früher einer von ihr sehr geliebten Nichte, Karoline, deren Glück und Verdienste sie zu gründen hoffte, gewidmet. Ihre Reisen sind weniger eigentliche Reisebeschreibungen, als reine treue Darstellung ihrer eigenen Empfindungen bei dem Anblick von Naturschönheiten und der Beobachtung guter Menschen, Arbeiten und Handlungen, und gewähren dem weiblichen Publicum, für das sie zunächst bestimmt sind, eine eben so unterhaltende als lehrreiche Lecture, so wie die Briefe an ihre Freundin Karoline. Melusinens Sommerabende enthalten eine Sammlung geographischer, naturhistorischer und geschichtlicher Anmerkungen, Anekdoten und Darstellungen in wahrhaft pragmatischer Form, und werden besonders durch den vorausgeschickten Brief, worin sie von ihren frühesten und zartesten Lebensverhältnissen selbst spricht, merkwürdig. Sehr interessant ist Wieland’s Vorrede, womit er als Herausgeber dieses ihr letztes Werk, und so sie selbst, indem er sie 35 Jahre vorher durch die Herausgabe der Geschichte des Fräulein von Sternheim in die Schranken der literarischen Laufbahn eingeführt hatte, im Jahr 1806 wiederum vom literarischen Schauplatz hinweg begleitete. – Noch mangelt eine vollständige Biographie dieser merkwürdigen Frau, die manches noch Dunkle in ihrem Leben und Schicksalen aufkläre; – der Verfasser theilt daher aus den zerstreuten Nachrichten über sie das Obige mit und hofft, wegen der Weitläuftigkeit dieses Artikels, Entschuldigung um so mehr, da la Roche, Wielands treueste Freundin, wegen ihres seltnen Geistes und liebenswürdigen Charakters, nicht nur von [204] Allen, die sie kannten, gefeiert wird, sondern auch als Schriftstellerin, für die weibliche Welt besonders, den ersten Rang verdient. – Mehrere unsrer geistvollsten Dichter und Dichterinnen feierten ihr Andenken in schönen Dichterblumen, – eine derselben, von Wilhelmine von Gersdorf, zeichnete Wieland durch die Aufnahme in seinem Neuen deutschen Merkur (Jahrg. 1807. Bd. 2. Mai. S. 6.) aus. Nicht leicht aber schildert die weitläuftigste Biographie die Liebenswürdige schöner und treuer in wenigen Worten, als die sinnvollen und herrlichen Zeilen, die Buri unter ihr Bildniß schrieb: (Merkur 1808. Bd. 3. October. S. 135.)

Betrachte die seltene Frau, Du, der sie niemals gesehen!
     Der Du sie kanntest, versink in der Erinnerung Traum!
Die dieses Angesicht trug, war eine Zierde der Menschheit,
     Hell, aufgeschlossen ihr Sinn, warm und umfassend ihr Herz.
Den Grazien heilig ihr Wandel, ihr Geist aus Lichtstoff gewebet,
     Enteilend der Erde Gefild, floh sie zur besseren Welt.

Nun folge das Verzeichniß ihrer zahlreichen Schriften:

§. §. * Geschichte des Fräulein von Sternheim, von einer Freundin derselben, aus Originalpapieren und andern zuverlässigen Quellen gezogen, herausg. von C. M. Wieland. 2 Bd. Leipzig. 1771. 8. (1 Thlr. 4 Gr.) – Auch unter dem Titel: Bibliothek für den guten Geschmack. Amsterdam u. Bern. 1772. 8. [205] Uebersetzt ins Holländische. Amsterdam. 177… Ins Französische, von Mad. Marie Elisabeth de la Fite. Haag. 1773. 2 Bde. in 12., und eine andere Uebersetz. Paris. 1774. 2 Bde. in 12. Ins Englische, unter Wielands Namen, von Jos. Collyer. London. 1775. 12., und von Eduard Harwood unter dem Tit.: Memoirs of Miss Sophie Sternheim, translated. 2 Vol. London. 1776. 12.

* Der Eigensinn der Liebe und Freundschaft, eine englische Erzählung, nebst einer kleinen deutschen Liebesgeschichte, a. d. Franz. Zürich. 1772. 8. (6 Gr.)

* Rosaliens Briefe an ihre Freundin Mariane von St… 1–3ter Thl. Altenburg. 1779–1781. 8 (3 Thlr. 13 Gr.) 4ter Thl. auch unter dem Tit.: Rosalie und Cleberg auf dem Lande. Offenbach. 1791. 8. (1 Thlr. 8 Gr. u. 1 Thlr. 16 Gr.) – Die ersten 3 Bde. N. Aufl. Altenburg. 1796. 8. (3 Thlr. 16 Gr.)

Joseph II. nahe bei Speier im Jahr 1781. Speier. 1781. 8.

* Empfindungen der Verfasserin der Geschichte des Fräuleins von Sternheim und der Briefe Rosaliens, als Joseph II. in Schwetzingen war. Wien. 1782. 8.

Moralische Erzählungen im Geschmack Marmontels. Dessau. 1782. 8. – 2te Samml. Mannheim. 1784. 8. (Beide Theile 20 Gr.) – 2te verm. u. verb. Ausg. 2 Bde. m. Kpfrn. Mannheim. 1799. 8. (1 Thlr. 18 Gr.) – 3te verb. u. verm. Ausg. 2 Bde. m. Kpfrn. Mannheim. 1823. 8. (1 Thlr. 16 Gr.)

Uebersetzt ins Holländische. Hamburg. 1786. 8.

Pomona, für Deutschlands Töchter. Jahrg. 1783. 12 Hefte. Speier. 1783. 8. (3 Thlr.) a. J. 1784. Speier. 1784. 8. (3 Thlr.)

Uebers. ins Französische u. Englische. 1783. 8.

Die glückliche Reise, eine moralische Erzählung. Basel. 1783. 8. (4 Gr.)

Die zwei Schwestern, eine moralische Erzählung. Basel. 1784. 8. (16 Gr.)

Briefe an Lina, ein Buch für Frauenzimmer, die ihr Herz [206] und ihren Verstand bilden wollen. I. Bd. Lina als Mädchen. Mannheim. 1785. 8. 2te mit einem Anhang verm. Ausg. Leipzig. 1789. (18 Gr.) 3te verm. u. verb. Ausg. Leipzig. 1797. 8. (16 Gr. Schreibp. 22 Gr.) – II. u. III. Bd. Lina als Mutter. Leipzig. 1794 u. 1797. 8. (14 u. 16 Gr. Schreibp. 18 u. 22 Gr.) – Alle 3 Bde. N. Ausg. m. Kpfrn. Leipzig. 1807. 8. (2 Thlr.)

Von dem 1sten Bd. erschien ein neuer Abdruck unter dem veränderten Titel: Mütterlicher Rath für junge Mädchen. Mannheim. 1797. 8. (18 Gr.)

Das Ganze ist übersetzt ins Französische von S. H. Catel, unter dem Titel: Lettres à Nina, ou Conseils à une fille pour former son esprit et son coeur, trad, par S. H. Catel. Leipsic. 1804. 12. (2 Thlr. 12 Gr.)

Waldone, eine moralische Erzählung. Speier. 1785. 8. (2 Gr.)

Neuere moralische Erzählungen. Altenb. 1786. 8. (12 Gr.)

* Tagebuch einer Reise durch die Schweiz, von der Verf. von Rosaliens Briefen. Ebend. 1786. 8. (21 Gr.)

Journal einer Reise durch Frankreich. Ebend. 1787. 8. (1 Thlr. 12 Gr. Holländ. Pap. 2 Thlr.)

Moralische Erzählungen, Nachlese zur 1sten u. 2ten Samml. Mannh. u. Offenb. 1787. 8. (6. Gr.)

* Tagebuch einer Reise durch Holland und England, von der Verf. von Rosaliens Briefen. Offenbach. 1788. gr. 8. (1 Thlr. 20 Gr.) – 1791.

Freunde und Freundinnen von zwei sehr verschiedenen Jahrhunderten, und die Badebekanntschaften. Offenbach. 1789. 8. (6 Gr.)

Geschichte von Miß Lony, und der schöne Bund, m. 2 Kpfrn. Gotha. 1789. 8. (1 Thlr.)

Briefe über Mannheim. Zürich. 1791. 8. (1 Thlr.)

Lebensbeschreibung von Friederike Balbinger, von ihr selbst verfaßt, und nach ihrem Tode herausg. und mit einer Vorrede begleitet. Offenbach. 1791. 8. (3 Gr.)

[207] Rosalie und Cleberg auf dem Lande. Offenbach. 1791. 8. (1Thlr. 16 Gr.), als 4ter Thl. von Rosaliens Briefen, s. oben.

Erinnerungen aus meiner dritten Schweizerreise, meinem verwundeten Herzen zur Linderung, vielleicht auch mancher trauernden Seele zum Trost geschrieben. Ebend. 1793. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

Schönes Bild der Resignation, eine Erzählung m. Kpfrn. 2 Thle. Leipzig. 1795. 1796. 8. (2 Thlr.) – 2te verb. Ausg. m. Kpfrn. Ebend. 1801. 8. (3 Thlr.)

Uebersetzt ins Französische von Marie Elisabeth de Polier unter dem Tit.: Eugenie, ou la résignation, anecdote p. Sophie de la Roche, trad. de l’allemand. Lausanne. 1795. 12

Erscheinungen am See Oneida, m. Kpfrn. 3 Thle. Leipzig. 1797. 1798. 8. (3 Thlr. Velinp. 4 Thlr. 12 Gr.)

Mein Schreibtisch, am Hrn. G. R. P. in D., m. Kpfrn. 2 Bde. Ebend. 1799. 8. (2 Thlr. 16 Gr.)

Reise von Offenbach nach Weimar und Schönbeck im Jahre 1799. Ebend. 1800. 8. (1 Thlr. 8 Gr.) Auch unter dem Titel:

Schattenrisse abgeschiedener Stunden in Offenbach. Weimar und Schönebeck im Jahr 1799.

Fanny und Julie, oder die Freundinnen. 2 Thle. m Kpfrn. Ebend. 1802. 8. (2 Thlr. 16 Gr.)

Liebe-Hütten. 2 Thle. m. 8. Kpfrn. von Pentzel. 2 Bde. Ebend. 1803. 8. (3 Thlr.)

Herbsttage, m. 1 Kpfr. u. Musikblatt. Ebend. 1805. 8. (1 Thlr. 12 Gr.)

Melusinens Sommerabende, von S. de la Roche, herausg. von C. M. Wieland, mit dem Portrait der Verf. Halle. 1806. 8. (1 Thlr. 18 Gr.)

Anmerk. Ersch in seinem Handbuch der deutschen Literatur, Abtheil. VIII. S. 80. (1ste Ausg.) Amsterdam u. Leipzig. 1814., eignet ihr noch zu:

* Oeconomisch moralischer Hausbedarf für Mädchen von

[208]

reiferem Alter und angehende Gattinnen. 2 Bde. Leipzig. 1798, 1799. 8. (2 Thlr. 20 Gr.) und:
* Kleiner Hausbedarf für Frauenzimmer, um glücklich zu werden, in unterhaltenden Erzählungen und Aufsätzen. 2 Thle. Leipzig. 1798–1800. 8. (1 Thlr. 8 Gr.)
Allein von ersterm Werke ist von sonst glaubwürdiger Mittheilung mir Christiane Dorothea Gürnth, geb. Hentschel, deren bereits Bd. 1. S. 178–183. gedacht, als Verfasserin angegeben worden. – Doch muß ich bemerken, daß die ungenannte Verfasserin sich S. 18. als Herausgeberin der Briefe an Lina nennt; – mithin allerdings Ersch’s Behauptung Gewicht erhält.

Aber von ihr sind folgende einzelne Aufsätze in Zeitschriften:

In J. G. Jacobi’s Fris (Düsseldorf. 1775. 8) Bd. II. S. 72. f. Bd. III. S. 39. f. 59. f. Bd. IV. S. 14. f. Bd. V. S. 3. f. VI. S. 225. f. VII. S. 481. f. VIII. S. 271. f. Frauenzimmerbriefe.

Im Magazin f. Frauenzimmer (Jahrg. 1782.) mehrere Aufsätze und Beiträge.

In J. G. Meusel’s Museum f. Künstler. Nr. 7. S. 33. f. Desgl.

In Armbruster’s Schwäbischem Magazin, Jahrg. 1785. Geschichte des Kupferstechers Schmitz in Düsseldorf. Auch ins Französische übersetzt im Esprit des journaux 1790. Nr. 8.

In Benecken’s Jahrbuch f. d. Menschheit a. J. 1788. Nr. 5. Lenchen, oder die beste Art der Wohlthätigkeit gegen Dürftige, eine Geschichte.

Im Morgenblatt. Jahrg. 1808. Nr. 149. f. Biographische Skizze von ihr selbst, im Jahr 1808 einem Freunde in die Feder dictirt.

Vorrede zu dem von Mad. de la Fite verfaßten und von Chastel übersetzten Orakel, oder Versuch, durch Frag- und Antwortspiele die Aufmerksamkeit der Jugend zu üben. Offenbach 1791. 8.

[209] Uebrigens ist mehreres von ihren Schriften auszugswiese aufgenommen im Esprit des journaux français d’étrangers, par une société des gens de lettres. Paris et Liége. 1771. f.

Vergl. über sie Gradmann S. 506–9, 868. – Meusel VI. 386. f. X. 492. XI. 645. XV. 179. – (Böttiger) Andenken an S. la Roche in Wieland’s deutsch. Merkur, Jahrg. 1807. Bd. 2. Mai. S. 3. f. – Buri Beiträge zu einer Biographie der verewigten Sophie v. la Roche, ebendas. Jahrg. 1808. Bd. 3. S. 114. f. (vergl. Jahr. 1807. Bd. 1. S. 168.) – Biographische Skizze von ihr selbst im Jahr 1800 in die Feder dictirt, im Morgenblatt, Jahrg. 1808. Nr. 149. f. – Petermann’s Beiträge zu C. M. Wieland’s Lebensgeschichte, im Morgenblatt, Jahrg. 1814. Nr. 165. f. – Baur II. 328. – Ihr eigner Brief in Melusinens Sommerabenden S. II–LVI. – Conversationslexikon VIII. – Hora’s schöne Literatur Deutschlands während des 18ten Jahrhunderts. 2ter Bd. S. 159. – Biograph VII. S. 363. – Raßmann’s deutsch. Dichternekrolog, S. 165. f. – Allg. Zeit. Jahrg. 1807. Nr. 15. f. – Orient. oder Hamb. Morgenblatt 1812. Nr. 219. –

Bildnisse von ihr finden sich

1) in Silhouette in A. F. Geisler’s Gallerie edler deutscher Frauen, Heft 2. – 2) In Kupferstich von Sintzenich vor dem 12ten Heft der Pomona. – 3) Desgl. v. d. 5ten Stück des Mag. f. Frauenz. – 4) Desgl. von G. Müller, nach Kraus, in Wieland’s neuem deutsch. Merkur, Jahrg. 1807 vor Stück 5, und dasselbe 5) vor Melusinens Sommerabenden.