Hauptmenü öffnen
Textdaten
Autor: Sieben Brüder
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Aus tieffer Noth schrey ich zu dir
Untertitel:
aus: Ausbund, Das ist: Etliche schöne Christliche Lieder, Wie sie in dem Gefängnüs zu Bassau in dem Schloß von den Schweitzer-Brüdern und von anderen rechtgläubigen Christen hin und her gedichtet worden. S. 329–331
Herausgeber:
Auflage:
Entstehungsdatum: 1529 (?)
Erscheinungsdatum: 1742
Verlag: Vorlage:none
Drucker: Christoph Saur
Erscheinungsort: Germantown, Christoph Saur
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans auf commons
Kurzbeschreibung: Lied, das die sieben 1529 in Schwäbisch Gmünd hingerichteten Wiedertäufer angeblich im Gefängnis gemeinsam gedichtet haben
Siehe auch Schwäbisch Gmünd
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
De Ausbund 329.jpg
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
[[index:|Indexseite]]


Editionsrichtlinien:

  • Als Grundlage dienen die Wikisource:Editionsrichtlinien.
  • Überschriebene „e“ über den Vokalen „a“, „o“ und „u“ wurden als moderne Umlaute transkribiert.

[329]

Das 61. Lied.


Diß Lied haben die sieben Brüder im
Gefangnüß zu Gmund gemacht, jeder ein Gesetz.
Und geht im Thon, Aus tieffer Noth
schrey ich zu dir, HErr GOtt etc.


1.

AUs tieffer Noth schrey ich zu dir,
     Ach GOtt erhör mein Ruffen.
Dein H. Geist send du zu mir,
     Hilff uns in Nöthen tieffe,
Wie du Christe bißher hast thon,
Auf dein Befehl wir uns verlohn,
     Die Heyden woll’n uns tödten.


2.

Das Fleisch ist schwach, das weist du wohl
     Er fürcht ein kleinen Schmertzen.
So füll uns nun deins Geistes voll,
     Deß bitt’n wir dich von Hertzen.
Daß wir ans End mögen bestahn,
Und dapffer in das Leiden gahn,
     Und nicht fürchten den Schmertzen.


3.

Der Geist ist b’reit und willig schon
     Das Leiden zu begehren.
Durch JEsum Christ dein lieben Sohn,
     Wöllst uns O HErr erhören!
Bitten dich auch vor unser Feind,
Die leider gar unwissend seynd,
     [330] Dencken nicht an dein Zoren.


4.

Wir bitten dich Vatter und HErr,
     Als deine liebe Kinder.
Durch Christ dein kleines Häuflein mehr,
     Ein Licht ihn in anzünde,
Dasselb wär unsers Hertzen lust,
Darnach uns hungert und auch dürst,
     Würd uns groß Freude bringen.


5.

In Gnad hast du uns g’nommen an,
     Zu Dienern dir uns g’machte.
Das hab’n wir all mit willen thon,
     Mit deiner Hülff vollbrachte.
In deinem Wort erhalt uns rein,
Wir gehren die g’horsam zu seyn,
     Gib und nur Hülff und Troste.


6.

Du bist HErr GOtt der Schutze mein,
     An dich woll’n wir uns heben,
So ist es als ein kleine Pein,
     Wenn man uns nimmt das Leben,
Du hast uns breyt in Ewigkeit,
So wir hie leiden schmach und streich,
     Es wird nicht seyn vergebens.


7.

Leib, Leben, Seel und Glieder auch
     Hond wir von dir empfangen,
[331] Die woll’n wir dir aufopfern doch
     Zu Lob und Preiß deim Namen.
Es ist doch nichts dann Staub und Koth,
Den Geist befehl’n wir O GOtt,
     Nimm ihn zu deinen Handen.

                              AMEN.     
                              Laus Deo.

Anmerkungen (Wikisource)

Das Lied ist - ebenso wie das schon im Achtliederbuch 1524 erschienene Lied Luthers Aus tiefer Not schrei ich zu dir - eine Nachdichtung von Psalm 130.

Zu den weiteren Gmünder Täuferliedern und zur Überlieferung dieses Liedes siehe Märtyrerlieder auf die Hinrichtung von sieben Wiedertäufern in Gmünd 1529.